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Keine freien Unterkünfte mehr

Amt Trave-Land Keine freien Unterkünfte mehr

Rainer Andrasch, Leiter der Amtsverwaltung Trave-Land, redete Klartext während der Amtsausschusssitzung im Bürgerhaus in Fahrenkrug: Mangels Wohnungen für Flüchtlinge sollen Container und Holzhäuser als Quartiere dienen, und Turnhallen und Gemeinschaftshäuser sind auch nicht mehr tabu.

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In Sorge und bedrückt wegen fehlender Quartiere: Amtsleiter Rainer Andrasch und Amtsvorsteherin Gretel Jürgens (Weede).

Quelle: Patricia König

Amt Trave-Land. „Ich traue mich schon gar nicht mehr, am Wochenende den Fernseher einzuschalten“, gab Andrasch zu. „Denn wenn ich dann sehe, dass wieder 40000 neue Flüchtlinge in München angekommen sind, dann weiß unser Ordnungsamt: Zehn davon sind für uns.“ Früher hätte seine Verwaltung noch eine Vorlaufzeit von drei bis vier Tagen für die Organisation gehabt. Jetzt komme manchmal kurz vorher eine E-Mail, und dann stünden die neuen Asylbewerber schon vor der Tür. „Die stehen einfach da und wollen eine Wohnung.“ Doch es gebe keine freie Wohnungen im Amtsbereich mehr. Deswegen, sagte Andrasch, sei die eigentliche Direktive aus der März-Sitzung des Amtsausschusses, keine Containerstandorte zu schaffen, nicht mehr umsetzbar.

 Für 153 Asylbewerber habe man in der ersten Jahreshälfte noch Wohnraum auftreiben können, erläuterte der Amtsleiter, aktuell suche das Amt noch 30 Unterkünfte. Ab Oktober sei mit 50 weiteren Flüchtlingen gerechnet worden, doch jetzt kämen 70 - und im nächsten Jahr weitere Asylsuchende. Deswegen würden jetzt doch Container bestellt, sagte Andrasch. Auch Holzhäuser seien in der Auswahl.

 „Wir brauchen große Flächen für Standorte und freie Grundstücke“, bat er die anwesenden Bürgermeister um Vorschläge. Containereinheiten für jeweils 30 bis 40 Personen sind vorgesehen. Allein 2016 sei mit „um und bei 350“ neuen Asylbewerbern im Amt Trave-Land zu rechnen. Momentan gehe es jeweils am Montag wie in einer Tauschbörse zu, sagte Andrasch. Die Ämter der Kreise und private Vermieter gäben im Internet bekannt, wie viele Flüchtlinge verteilt werden müssten und wer sie aufnehmen könnte. Das Amt Trave-Land sei bald nicht mehr in der Lage, Neuankömmlinge unterzubringen.

 Bürgermeister Dieter Beuk aus Negernbötel schlug vor, freie Wohnungen von Amts wegen zu ermitteln. Doch eines sei auch klar, sagte Andrasch: Wenn es keine freien Wohnungen mehr gebe und auch die Flächen für Container oder Holzhäuser ausgeschöpft seien, „dann gehen wir auch in die Dorfgemeinschaftshäuser und die Sporthallen“.

 Diese Ankündigung löste zunächst ein schockiertes Schweigen aus. Das sei dann aber bedenklich, bemerkten einige Vertreter der Gemeinden. Im Moment sei die Stimmung in den Dörfern gut, man helfe den Flüchtlingen gerne. Aber wenn die Vereine ihren Sport nicht mehr ausüben könnten und auch Veranstaltungen im Dorfgemeinschaftshaus nicht mehr möglich seien, könnte die Gemütslage schnell kippen.

 Heike Gärtner, Bürgermeisterin in Travenhorst, gab zu bedenken, dass bei einer Unterbringung in Sporthallen ein Sicherheitsdienst notwendig sei. Das Amt habe schon eine private Firma für die Hausmeisterdienste unter Vertrag, denn das Amt müsse die angemieteten Wohnungen ja auch einrichten und unterhalten, erklärte Andrasch. Wenn es wirklich zu einer Unterbringung in Sportstätten käme, müsste sich das Amt auch über einen Wachdienst Gedanken machen.

 Das Amt geht aber erst mal den nächsten Schritt. Bei einer Enthaltung wurde gebilligt, die Bestellung von Containern und Holzhäusern vorzubereiten.

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