9 ° / 3 ° wolkig

Navigation:
Tochter des Nachbarn an ihrem Geburtstag missbraucht?

Angeklagter schweigt Tochter des Nachbarn an ihrem Geburtstag missbraucht?

Er ist einschlägig vorbestraft. Doch ein 51-jähriger Angeklagter soll erneut Kinder sexuell missbraucht haben. Der Prozess gegen den Mann hat in Kiel begonnen.

Voriger Artikel
Gute Stimmung bei Lichterfest
Nächster Artikel
Wildschweine vs. Schäferhunde

Mehrfach soll der einschlägig Vorbestrafte Mädchen missbraucht haben.

Quelle: Patrick Pleul/dpa

Kiel/Bornhöved. Wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs muss sich seit Freitag ein 51-jähriger Gelegenheitsarbeiter aus Bornhöved (Kreis Segeberg) vor dem Kieler Landgericht verantworten. Zum Prozessauftakt schwieg der einschlägig vorbestrafte Mann zu dem Vorwurf, sich an drei Mädchen zwischen fünf und acht Jahren vergangen zu haben.

Tatort soll eine Sozialunterkunft in Bornhöved gewesen sein. Dort wohnte der unter Betreuung stehende Angeklagte, der in einer Sommernacht 2013 heimlich die siebenjährige Tochter eines Nachbarn aus dessen Zimmer geholt haben soll. Dem Bruder des Mädchens befahl er laut Anklage Schmiere zu stehen, um in seiner Wohnung ungestört „beischlafähnliche Handlungen“ vollziehen zu können, wie es hieß.

Vernehmung per Video gewünscht

Der Übergriff soll sich während späterer Besuche des Mädchens bei dem getrennt lebenden Vater noch mindestens zweimal wiederholt haben. So feierte die Schülerin dort im August 2013 ihren achten Geburtstag. Während die eingeladenen Jungs anschließend beim Vater des Geburtstagskindes schliefen, nächtigten die Mädchen beim Angeklagten.

Bei dieser Gelegenheit soll der Angeklagte neben der Tochter seines Nachbarn auch ihre gleichaltrige Freundin schwer missbraucht haben. Der vierte Fall der Anklage benennt als Opfer eine zur Tatzeit Fünfjährige aus dem Bekanntenkreis.

Der Rechtsanwalt der Nebenklage beantragte gestern den Ausschluss der Öffentlichkeit für die Dauer der Anhörung der heute acht- und elfjährigen Mädchen. Um ihnen die Konfrontation mit dem großen, stämmigen Mann zu ersparen, schlug er ihre Vernehmung außerhalb des Gerichtssaales über eine Videoanlage vor. Die technischen Voraussetzungen hatte die Strafkammer bereits vorsorglich installieren lassen.

Urteil kurz vor Weihnachten erwartet

Nachdem die Missbrauchsvorwürfe im Mai 2016 erhoben worden waren, kam der Angeklagte in Untersuchungshaft. Gegenüber dem Haftrichter in Bad Segeberg bestritt er die Übergriffe. „Die Mädchen machen mir das Leben zur Hölle“, soll er erklärt haben. Es sei „nichts passiert“.

Als 17-Jähriger hatte der ehemalige Sonderschüler in Neumünster den Hauptschulabschluss nachgeholt, brach jedoch eine Lehre in der Holzverarbeitung ab. Später will er rund 20 Jobs mangels Führerschein und wegen übermäßigen Alkoholkonsums verloren haben.

Angeblich wollte sich der Angeklagte kurz vor seiner Festnahme als Gärtner selbstständig machen. Die Gemeinde habe ihm als Hausmeister der acht Schlichtwohnungen erlaubt, vor dem Gebäude ein Gemüsebeet anzulegen. Für den Prozess hat die Kammer vier weitere Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil wird kurz vor Weihnachten gerechnet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3