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Ansturm auf die Kleiderkammer

Trappenkamp Ansturm auf die Kleiderkammer

Geradezu explodiert ist der Andrang in der Kleiderkammer des DRK-Ortsvereins. Kamen früher jeden Montagnachmittag drei bis vier Bedürftige, sind es mittlerweile 30 bis 50 Menschen, die Kleidung benötigen. Es sind in erster Linie Flüchtlinge, die Quartier in Trappenkamp gefunden haben.

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Anke Frahm (links) und Margret Kowalski gehören zu den Helferinnen der Trappenkamper DRK-Kleiderkammer „Hermines Boutique“ im Bürgerhaus der Gemeinde.

Trappenkamp. „Die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer in der Kleiderkammer ist nicht leicht und nicht immer angenehm“, sagt Manfred Künkel, stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins. Nicht nur, dass die Räume im Keller des Bürgerhauses eng sind, ohne Fenster und die Luft stickig. Es gibt mitunter auch zwischenmenschliche Probleme mit der Kundschaft. „Die Hilfesuchenden beherrschen Deutsch nicht und kommen aus anderen Kulturen, in denen andere Umgangsformen Brauch sind“, sagt Künkel. So haben sich Männer vorgedrängelt und auch gegenüber den DRK-Helfern nicht immer rücksichtsvoll benommen. Daraufhin kaufte das DRK den Helferinnen einheitliche Rotkreuz-Polo-Shirts. Die machen offenbar Eindruck. „Seitdem haben die Leute mehr Respekt.“

 Die Arbeit ist ohnehin herausfordernd. An bis zu drei Tagen in der Woche muss die gespendete Kleidung sortiert werden. Nach einem Aufruf des DRK waren zuhauf Spenden abgegeben worden. Dem DRK fehlte Lagerraum. Die Gemeinde stellte im Rahmen des Asylbewerber-Programms „Willkommenskultur“ ein weiteres Zimmer im Bürgerhaus zur Verfügung. Außerdem kaufte das DRK Profi-Kleiderständer und Lampen. Es ist aber immer noch eng.

 Alternativen gibt es leider nicht, sagt Künkel. Es befindet sich zwar ein leerstehender ehemaliger Discounterladen im Ort, für den müsste das DRK aber Miete zahlen.

 Die Kleiderkammer, die vor Jahrzehnten Hermine Daniels gegründet hatte, wurde mittlerweile zum dritten großen Standbein der DRK-Arbeit im Ort. „Hervorragend funktionieren“ laut Künkel der Blutspendedienst vier Mal im Jahr und das beliebte Frühstück an den Dienstagen. Jeweils etwa 50 Bürger speisen dann für 2 Euro im Bürgersaal. Das Ziel: „Die Bürger der Gemeinde sollen einander näherkommen“, sagt Manfred Künkel.

 Die DRK-Helfer zeigen Vorschulkindern in Kindergärten Erste Hilfe, betreuen Hilfesuchende zum Thema „Leben mit Krebs“, und sie engagieren sich bei der örtlichen Gesundheitsmesse, etwa mit dem Tausch alter gegen neue Verbandskästen fürs Auto.

 Unterstützt wird der Kinderhilfsfonds des Kreisverbandes, verzichtet aber auf Spendensammlungen an Haustüren. Es finden sich keine Sammler.

 Bedauerlich findet es Künkel, dass die aufwändig geplante 50-Jahr-Feier des Ortsvereins im September unvermutet abgesagt werden musste. „Die komplette Organisation hatte gestanden.“ Doch kurz vorher sei ihm signalisiert worden, dass das DRK für diesen Tag eine Alarmübung plane. Also wurde das Fest abgesagt. Doch auch die Übung platzte dann. DRK-Kräfte mussten stattdessen kurzfristig Flüchtlinge in Bad Bramstedt betreuen.

 Für ihren großen Einsatz dankte Künkel den rund Trappenkamper 30 Ehrenamtlern mit einem Essen. Das DRK hatte sie ins Sportlerheim eingeladen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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Flüchtlinge in Schilksee
Foto: Eine Willkommensinitiative für Flüchtlinge hat sich in Schilksee gegründet: Zum Team rund um die Organisation gehören (von unten links) Gesine Stück, Jochen Ostertag, Britta Janzen, Christiane Kampen, Jochen und Katharina Sturm, (von oben links) Carsten Wehde, Susann Ketzner, Marlen Scharnweber, Ingelore Soll-Koch und Stefanie Sievert.

„Ein ganz toller Geist herrscht gerade in Schilksee“, schwärmt Jochen Ostertag, der mit 80 anderen Ehrenamtlern jüngst die Initiative Willkommen in Schilksee gegründet hat. 170 Flüchtlinge sollen im Januar das Containerdorf auf dem Parkplatz Tempest beziehen. Um ihnen im Alltag zu helfen, entstehen gerade verschiedene Arbeitsgruppen.

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