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Die Schlaglochpiste

Hamwinsel in Bad Bramstedt Die Schlaglochpiste

Der Hamwinsel ist sogenannter Außenbereich, die in den Wirren der Nachkriegszeit gebauten Häuser stehen idyllisch gelegen und sehr verstreut. Nachteil: Die Straße ist bis heute nur ein Feldweg mit Schlaglöchern und Pfützen. Regelmäßig gehen Beschwerden im Rathaus ein, auch jetzt wieder.

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Wohnen im Landschaftsschutzgebiet hat auch Nachteile. Die Stoßdämpfer der Autos halten nicht allzu lange und Waschanlagenbetreiber freuen sich über den Dauerkunden.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Erika Wegner (73) hat den größten Teil ihres Lebens in dem weißen Haus am Hamwinsel gewohnt. Gebaut wurde es unmittelbar nach dem Krieg. Ihre Eltern kauften es Anfang der 1960er Jahre. Später wohnte sie hier mit ihrem Mann, ihre Eltern zogen ins Obergeschoss. Als ihr Mann vor anderthalb Jahren starb, zog sie in die obere Wohnung, ihr Sohn und dessen Frau bewohnen nun das Parterre. Weg möchte sie hier nicht. Das Haus liegt abgeschieden rund 800 Meter von der Segeberger Straße entfernt. Verkehrslärm ist hier nicht zu hören, höchstens mal ein Flugzeug.

 Der Hamwinsel liegt im Landschaftsschutzgebiet, aber die Idylle ist nicht ungetrübt. Eingestuft ist die Straße als landwirtschaftlicher Wirtschaftsweg. Asphalt gibt es nur die ersten Meter, dann beginnt die Schlaglochpiste. Wenn es regnet, bilden sich überall Pfützen, bei Trockenheit staubt es. „Wenn die Sonne tief steht, kann ich die Schlaglöcher nicht rechtzeitig erkennen“, sagt Erika Wegner. Nicht nur Autos leiden darunter, auch mit dem Fahrrad wird es gefährlich. Erst kürzlich lag ein Rad neben der Fahrbahn mit einer gewaltigen Acht im Hinterrad. „Da ist wohl jemand heftig gestürzt“, glaubt Erika Wegner. Sie machte ein Foto von dem Rad, als Beweis für den schlechten Zustand ihrer Straße.

 Die wenigen Häuser, die im Hamwinsel verstreut stehen, sind in der Nachkriegszeit vor allem von Flüchtlingen gebaut worden. Auch ein Behelfsheim gab es hier. Damals herrschte in Bad Bramstedt, wie in vielen Orten, große Wohnungsnot. Da wurde nicht so genau hingeschaut, ob eine Baugenehmigung vorliegt. Die meisten Häuser sind sehr einfach gebaut, Material war damals knapp. Auch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde hat hier ein Haus, das vermietet ist.

 Alle paar Jahre wird die Rentnerin im Rathaus vorstellig, um über den schlechten Zustand des Hamwinsel zu klagen. Jetzt ist es wieder soweit. Doch eine grundlegende Besserung wird es nicht geben. „Von Frühjahr bis Herbst werden die Wirtschaftswege ständig vom Bauhof ausgebessert“, sagte Bauamtsleiter Udo Reinbacher der SZ.

 Dann werden allerdings nur die Schlaglöcher mit Sand verfüllt. Spätestens in der kalten und feuchten Jahreszeit bilden sie sich aber wieder. Wenn es zu schlimm wird, müssen die sogenannten wassergebundenen Wege abgefräst werden. „Sie sollen ein leicht rundes Profil aufweisen, damit das Wasser nach links und rechts ablaufen kann“, erläuterte Reinbacher. Damit müsse aber eine Fremdfirma beauftragt werden, der Bauhof könne das nicht leisten.

 Die Straße „An der Moorbahn“, die das Bad Bramstedter Kurgebiet mit der Kreisstraße 81 (Lentföhrden - Schmalfeld) verbindet, wurde dieses Jahr bereits abgefräst. Auch sie ist nur ein breiter Sandweg, der aber gerne als Schleichweg genutzt wird und dadurch besonders häufig sanierungsbedürftig ist. Im vorderen Bereich liegt außerdem der Waldkindergarten, zu dem die Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen.

 So richtig verstehen kann Erika Wegner die unterschiedliche Behandlung nicht. „Da wohnt doch gar keiner, hier schon“, sagt sie.

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