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Segeberger fehlen am häufigsten

Krankheitstage Segeberger fehlen am häufigsten

Arbeitnehmer im Kreis Segeberg sind überdurchschnittlich oft krank. Im Jahr 2014 fehlten 5,7 Prozent der Beschäftigten. Dabei dauerte die Erkrankung im Durchschnitt 13 Kalendertage. Das geht aus dem jüngsten Gesundheitsbericht der Krankenkasse AOK hervor.

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Platz 1 belegen Krankheiten an Muskeln und Skelett, also etwa Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle und Sehnenscheidenentzündungen.

Quelle: dpa

Kreis Segeberg. Die AOK hat die Daten von fast 27000 Beschäftigten im Kreis Segeberg für das Jahr 2014 ausgewertet. 5,7 Prozent der Beschäftigten sind im Durchschnitt krank. Die Quote liegt damit, relativ gesehen, 10 Prozent über dem Bundesgebiet. Dort ist der Krankenstand bei 5,2 Prozent. Besonders in Süddeutschland ist er niedrig. Auch die anderen zehn Kreise in Schleswig-Holstein haben einen niedrigeren Krankenstand als der Kreis Segeberg. Nur die großen Städte des Landes schneiden ähnlich schlecht wie Segeberg ab.

 Auffällig: Spitzenreiter unter den Branchen ist die öffentliche Verwaltung. Hier liegt der Krankenstand bei 7,5 Prozent.

 Dass Beamte und Angestellte in Büros Däumchen drehen, sei ein völlig falsches Bild, sagt AOK-Pressesprecherin Cornelia Timm. „Das Bild dort hat sich stark gewandelt.“ Der Arbeitsdruck sei stark gestiegen. Im Sozialbereich etwa und in Arbeitsvermittlungen wie den Jobcentern sei die psychische Belastung groß.

 Das zeigt sich auch bei einem Blick auf die Berufsgruppen mit besonders hohen Fehlzeiten. Vorn liegen, wenig überraschend, die Straßen- und Asphaltbauer. Sie verrichten körperlich schwere Arbeit unter freiem Himmel bei fast jedem Wetter. Sie fehlen wegen Erkrankung fast 47 Kalendertage im Jahr, also im Schnitt eineinhalb Monate.

 Doch nur knapp dahinter, mit fast 46 Fehltagen, folgen schon Führungskräfte im Bereich Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege.

 Am gesündesten leben offenbar Informatiker, Geschäftsführer und Vorstände, Kfz- und Lebensmittelverkäufer. Sie fehlen nur drei bis sieben Tage pro Jahr wegen Krankheit.

 Lange aus fallen Arbeitnehmer vor allem wegen Erkrankungen an Muskeln und Skelett. Dazu gehören Verspannungen im Rücken, Bandscheibenvorfälle und Sehnenscheidenentzündungen. Mit anderen Worten: An den Arbeitsplätzen und zu Hause bewegen sie sich offenbar falsch oder zu wenig. „Bewegung“ sei ein Mittel der Wahl, empfiehlt Cornelia Timm von der AOK den Arbeitnehmern. Wenn möglich, sollten sie sich auch Freiräume schaffen, nicht etwa immer auf den PC-Bildschirm starren oder die gleichen Bewegungen ausführen. Den Arbeitgebern legt sie Arbeitssituationsanalysen der Krankenkasse ans Herz. „Manchmal muss man den Arbeitsprozess nur ein wenig umstellen.“

 Krankheiten und Unfälle schaffen nicht nur Leiden beim Patienten und Reibungsverluste im Betriebsablauf. Sie kosten die Volkswirtschaft auch viel Geld. Das Bundesarbeitsministerium schätzt die volkswirtschaftlichen Schäden in Deutschland durch Arbeitsunfähigkeit auf gut 100 Milliarden Euro pro Jahr.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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