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Stellvertreter treten zurück

Asyl-Streit in Rohlstorf Stellvertreter treten zurück

Die Asylquartier-Pläne für den Gasthof am See in Warder schlagen hohe Wellen. Nach der turbulenten Gemeindevertretersitzung legten der erste stellvertretende Bürgermeister Michael Roelofs und die zweite stellvertretende Bürgermeisterin Lore Würfel ihre Ämter nieder.

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Bürgermeister Dirk Johannsen (CDU, links) verlor seine Stellvertreter Michael Roelofs (AR) und Lore Würfel (SPD).

Quelle: Archiv

Rohlstorf. Außerdem muss der Beschluss für einen Bürgerentscheid aus formalen Gründen wiederholt werden. Die Gemeindevertreter hatten während der Sitzung kurzfristig diesen Punkt auf die Tagesordnung gehoben. Bis auf eine Enthaltung von Lore Würfel hatten die Politiker beschlossen, die Bürger darüber entscheiden zu lassen, ob die Gemeinde den Gasthof kauft und dem Amt Trave-Land als Quartier für rund 80 Asylbewerber zur Verfügung stellt. Leer ausgehen würde der Kreis, der den Gasthof auch kaufen will, aber 100 Asylbewerber unterbringen möchte. Den Bürgerentscheid vorzubereiten, dauert drei Monate.

 Die Idee, dass die Gemeinde selbst den Gasthof erwirbt und damit weniger Asylbewerber in den kleinen Ortsteil Warder kommen, hatte Gemeindevertreter Andreas Bauer (Aktive Rohlstorfer) während der turbulenten Sitzung vorgetragen.

 Sein Fraktionskollege Michael Roelofs sieht die Sache anders als Bauer: „Ich kann das Konzept nicht mittragen.“ Laut Bauer würden 1,4 Millionen Euro in den Kauf und Umbau investiert. Rohlstorf habe aber bislang nur einen Jahresetat von 1,2 Millionen Euro, sagt Roelofs. Kosten würde die Gemeinde jeder Asylbewerber pro Monat 1300 Euro, erstattet würde aber nur die Hälfte. Rohlstorf würde sich auf 20 bis 30 Jahre verschulden. Als stellvertretender Bürgermeister, so Roelofs, müsste er nach einem erfolgreichen Bürgerentscheid einen Ankauf aber vertreten. Dies wolle er nicht. Er kritisiert außerdem den Verlauf der Versammlung. „Da sind Grenzen überschritten worden.“ In der aufgeheizten Stimmung sei etwa Bürgermeister Dirk Johannsen (CDU) beleidigt worden. Roelofs geht davon aus, dass dies nicht die Stimmung in der Gemeinde wiedergebe. Sein Mandat als Gemeindevertreter will Roelofs behalten.

 Wer ihm als stellvertretender Bürgermeister nachfolgt, sei offen. Der Posten stünde den Aktiven Rohlstorfern zu. In Frage kämen also die Kauf-Befürworter Andreas Bauer und Sindi Weißhaupt.

 „Entsetzt“ über den Verlauf der Versammlung zeigte sich auch Lore Würfel (SPD). Angriffen wie an dem Abend wolle sie sich als ehrenamtliche Politikerin nicht aussetzen. Sie scheidet ganz aus der Gemeindevertretung aus. Außerdem sei sie auch Kreistagsabgeordnete und habe den Kreis unterstützt, zur Entlastung der Kommunen nach Immobilien für Asylbewerber zu suchen. Sie hofft auf sachlichere Diskussionen. Zeit ist in der Einwohnerversammlung am Mittwoch, 11. November, ab 19 Uhr in der Sporthalle der Grundschule Warderfelde. Landrat Jan Peter Schröder will dann die Kreiskaufpläne erläutern.

 Bürgermeister Dirk Johannsen lehnt einen Ankauf des Gasthofs durch Rohlstorf ab. „Wir würden uns übernehmen.“ Es könne doch nicht zugehen wie bei Monopoly. Es müsste am Gasthof auch viel repariert werden. Die Arbeiten könne ein ehrenamtlicher Bürgermeister gar nicht begleiten. Es wäre fatal, wenn sich der Kreis zurückzöge. Vor kurzem habe sich auch schon ein Helferkreis im Dorf mit fast 40 Teilnehmern gebildet. Und so groß sei der Unterschied zwischen den 84 Asylbewerbern, die unter Amts- und Gemeindehoheit stünden, und den 100, die der Kreise plane, ja nicht.

 Landrat Schröder betont, dass es wichtig sei, dass freie Kapazitäten genutzt werden. Und das möglichst schnell. Der Kreis habe sich bislang auf den Gasthof am See in Warder fokussiert. Wie der Kreis in Rohlstorf weiter verfahre, habe die Kreispolitik zu entscheiden, sagt Schröder. Der Kreishauptausschuss tagt am Dienstag.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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