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Asylunterkunft steht auf der Kippe

Rohlstorf-Warder Asylunterkunft steht auf der Kippe

Was wird aus der Kreisgemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Rohlstorf-Warder? Wie aus Unterlagen des Kreises Segeberg hervorgeht, zweifeln Land und das Rechnungsprüfungsamt den Nutzen dieser seit 2016 betriebenen Kreisgemeinschaftsunterkunft an. Es ist die zweite neben der in Schackendorf.

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Den ehemaligen Gasthof am See in Warder hatte der Kreis erworben und zur Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber umgebaut. Das Land hält sie offenbar für überflüssig.

Quelle: Gerrit Sponholz

Rohlstorf-Warder. Das Problem: Beide Unterkünfte sollen nur Asylbewerbern im Antragsverfahren ein Dach über dem Kopf geben, nicht den bereits anerkannten Flüchtlingen. Denn sie müssten sich auf dem freien Markt eine Wohnung suchen. Das betrifft nach Angaben des Kreises derzeit 50 der 140 Flüchtlinge in Schackendorf und Warder. Das Rechnungsprüfungsamt des Kreises sagt: „Die Inbetriebnahme in Warder war früher und ist heute nicht zwingend erforderlich.“

Der Druck wächst, weil das Land den Kreis auffordert, weitere bislang noch nicht anerkannte Asylbewerber aufzunehmen. Die Kreisausländerbehörde rechnet mit rund 1000 neuen Flüchtlingen in diesem Jahr. Sie kommen meist aus Irak, Syrien, Afghanistan, Iran und Syrien. Im Jahr 2016 waren es 1736 gewesen.

Sind Asylbewerber anerkannt, muss der Kreis sie aus den Gemeinschaftsunterkünften entlassen. So erhielten 26 Asylbewerber vorige Woche die Aufforderung, die Kreisunterkünfte zu verlassen. Doch es mangelt an ausreichendem billigem Wohnraum. Und an Vermietern, die an Flüchtlinge vermieten wollen.

Eine wichtige Rolle bei der Wohnungsvermittlung soll künftig die Gemeinschaftsunterkunft Warder spielen, sagt der Kreis. Zum einen sei sie als Unterkunft sinnvoll, um den Druck von den Kommunen im Kreisgebiet zu nehmen, die sonst ihrerseits die anerkannten Asylbewerber unterbringen müssten. Damit erfülle der Kreis seine „Ausgleichsfunktion“.

Zugleich könne Warder eine neue Rolle mitübernehmen: Mit einer neuen Beratungsstelle für anerkannte Asylbewerber. Ihnen soll geholfen werden, eine Wohnung und den Weg ins neue Leben zu finden und mit Behörden klarzukommen. Ob der Kreis diesen Weg geht, diskutiert der Kreissozialausschuss am Donnerstag, 22. Juni, ab 18 Uhr im Kreistagssitzungsaal in Bad Segeberg.

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Gerrit Sponholz
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