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Bäume dürfen gefällt werden

Abholzarbeiten in Bad Segeberg Bäume dürfen gefällt werden

Eine Motorsäge kreischt: An der Ecke Riihimäkistraße/An der Trave wird ein mit Efeu berankter, hoher Birkenstamm fachmännisch zerlegt. Mitte April, also zu einer Zeit, in der viele Vögel bereits mit dem Brutgeschäft beginnen. „Darf man das zurzeit überhaupt noch?“, fragen Passanten, die die Arbeiten teils interessiert, teils empört beobachten.

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Wenn Bäume eine Gefahr darstellen, dürfen sie – wie hier an der Straße An der Trave in Bad Segeberg – auch jetzt noch beseitigt werden.

Quelle: Stephan Worlitz

Bad Segeberg. „Man durfte in diesem Fall nicht nur – es musste sogar sein“, lautet die klare Antwort der Segeberger Kreisverwaltung. „Nach dem Sturm Niklas stellte die Birke eine akute Gefahr für den öffentlichen Raum dar, weil sie sich bereits über den Gartenzaun geneigt hatte“, erläutert Thomas Falck vom Fachbereich Umwelt, Planen und Bauen. Ein weiterer Baum auf demselben Grundstück sei zuvor sogar vorsorglich heruntergenommen worden.

 „In Fällen wie diesem, in denen eine unmittelbare Gefährdung von Passanten und Autos vorlag, können Grundstückseigentümer selbst Maßnahmen einleiten. In der Regel muss allerdings eine Genehmigung beim Kreis eingeholt worden“, erklärt Falck weiter.

 „In Städten und Gemeinden wie Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg und Bad Bramstedt, in denen es eigene Baumschutz-Satzungen gebe, sei hingegen das jeweilige Ordnungsamt für die Ausnahmegenehmigungen zuständig.

 Grundsätzlich würden strenge Regeln gelten: So ist es nach dem schleswig-holsteinischen Landesnaturschutzgesetz strikt verboten, vom 15. März bis zum 30. September Bäume außerhalb eines Waldes, Gehölze und Hecken, also sogenannte lebende Zäune, zu entfernen. Gestattet sind lediglich Pflegeschnitte in geringem Umfang, also Schönheitskorrekturen.

 „Liegt hingegen für ein Grundstück eine gültige Baugenehmigung vor, können Bäume auch während dieser Schonfrist gefällt werden“, erklärt Falck weiter, „allerdings nur, wenn sich darauf keine Vogelnester mit Eiern und Jungen oder Fledermausquartiere befinden“.

 In Zweifelsfällen – so sein Rat – sollte in der Kreisverwaltung oder im betreffenden Ordnungsamt nachgefragt werden. Verstöße gegen das Abholz- und Schnittverbot könnten mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden.

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