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Ausbildung zum Ausprobieren

Regio-Schau in Bad Segeberg Ausbildung zum Ausprobieren

Die Anmeldungen für einen Platz auf der Regio-Schau laufen gut – über 140 Aussteller sind es bisher. Trotz Standortwechsels von der Rennkoppel in den Levo-Park sei das Interesse an der zweitägigen Veranstaltung im April nicht geringer, berichtet Initiator Ingo Micheel. Ihm liegt besonders der „Pakt für Ausbildung“ am Herzen.

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Sie unterstützen den „Pakt für Ausbildung“ auf der Regio-Schau in Bad Segeberg: Gerd Jeguschke (Berufsbildungszentrum),Ulrike Petter (Kreishandwerkerschaft), Silvia Büchler (Karriereberaterbüro der Bundeswehr), Janina Golchert (JobA), Jürgen Hübner (Schulamt) und Initiator Ingo Micheel.

Quelle: Gisela Krohn

Bad Segeberg. Seit 2007 gibt es diese Zusammenarbeit von Schulen, Schulamt, Berufsbildungszentrum und anderen Institutionen. „Die Idee war es, die Jugendlichen nicht einfach über das Gelände laufen zu lassen“, erklärt Micheel.

 Anders als bei Ausbildungsmessen, die zwar viel bieten, aber oftmals die unentschlossenen und vielleicht auch schüchternen Jugendlichen nicht erreichen, gibt es bei der Regio-Schau fünf verschiedene Fragebögen, mit denen die Schüler in kleinen Gruppen die einzelnen Aussteller aufsuchen. Rund 50 Unternehmen stellen sich in diesem Jahr mit Informationen über 90 Aus- und Weiterbildungsangebote auf der fünften „Regionalen Leistungsschau Segeberg“ vor.

 Durch die Fragebögen, die in der Unterrichtswoche vor der Messe in den Klassen durchgesprochen werden, komme leichter ein Gespräch zustande. „Die Schwellenangst wird genommen“, sagt Micheel. Schüler aus den achten und neunten Klassen der beiden Bad Segeberger Gemeinschaftsschulen und der achte Jahrgang der Wahlstedter Poul-Due-Jensen Schule besuchen die Messe.

 „In diesem Jahr gibt es eine noch nie da gewesene Stärke des Paktes für Ausbildung“, betont Micheel, „und es gibt ein sehr großes Wohlwollen auf Seiten der Betriebe“. Das bestätigt Ulrike Petter, Assistentin der Geschäftsführung bei der Kreishandwerkerschaft. „Auch das Handwerk hat erkannt, dass man dem Fachkräftemangel entgegenwirken muss.“ 21 Innungen mit unterschiedlichsten Gewerken mit über 900 Betrieben sind in der Kreishandwerkerschaft organisiert. Auf der Regio-Schau werden zum Beispiel Baumaschinen und andere Geräte präsentiert.

 Gerd Jeguschke vom Berufsbildungszentrum (BBZ) in Bad Segeberg betont, wie wichtig es ist, den jungen Messebesuchern etwas Anschauliches, auch etwas zum Ausprobieren zu präsentieren. „Es muss etwas Praktisches passieren“, sagt Jeguschke. „Jugendliche sind tendenziell orientierungslos und stellen sich zunächst mal einen Beruf vor, der sauber und nicht anstrengend ist.“

 Ähnliche Erfahrungen hat auch Lehrerin Christiane Schmidt-Werthern bei ihren Schülern gemacht. „Die meisten kennen nur etwa zehn verschiedene Berufe wie Frisörin oder Kfz-Mechatroniker“, erklärt sie. „Sie kennen die heimische Wirtschaft viel zu wenig und das große Umfeld gar nicht.“ Es gebe zwar immer einige pfiffige Schüler, die leicht einen Praktikumsplatz finden, aber gerade für die eher zurückhaltenden Jugendlichen sei eine Veranstaltung wie die Messe auf dem ehemaligen Kasernen-Gelände eine Chance, einen Praktikumsplatz in einem Betrieb zu bekommen und so vielleicht auch dort eine Lehrstelle zu finden.

 Das unterstreicht auch Jürgen Hübner vom Schulamt. „In einem Praktikum können die Jugendlichen ihre Stärken und Schwächen erkennen.“ So sei der Start ins Berufsleben leichter. Auch die Eltern fordert Hübner auf, sich auf der Regio-Schau über die Vielfalt der Berufe und Ausbildungswege zu informieren. „Nicht alle Kinder können Abitur machen“, sagt er. „Die Messe ist gut geeignet, um neugierig zu machen: Was könnte mir denn liegen?“.

 Ingo Micheel rechnet in diesem Jahr wieder mit über 400 Schülerinnen und Schülern, die in den Levo-Park kommen; doch Hübner meint, es könnten durchaus noch mehr werden. Damit sie zum Ausstellungsgelände gelangen können, unterstützen das Busunternehmen Autokraft und die Firma creativevent die angemeldeten Schulklassen und Lehrkräfte mit einem Busshuttle von den jeweiligen Schulen zum Regio-Schau-Gelände und zurück.

 Betriebe und Einrichtungen, die Ausbildungsplätze und Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten, kennzeichnen sich wieder mit dem orangefarbenen Schild „Pakt für Aus- und Weiterbildung“. Zusätzlich zu den teilnehmenden Schulklassen können auch junge Erwachsene oder an Weiterbildung interessierte Besucher Informationen über schulische oder berufliche Weiterbildung, Studiengänge, Praktika oder das Freiwillige Soziale Jahr einholen.

 Die Regio-Schau ist am Sonnabend, 25. April, und Sonntag, 26. April, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Messe ist auch mit einem Messeshuttle aus Bad Segeberg und Wahlstedt erreichbar. Der Eintritt ist für Schüler bei Vorlage des Schülerausweises frei.

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