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Abschied von der Bundeswehr

Auflösungsappell in Boostedt Abschied von der Bundeswehr

In der Rantzau-Kaserne gehen die Lichter aus. Am Donnerstag wurde mit einem Auflösungsappell das Logistikbataillon 162, der letzte noch in Boostedt stationierte Verband, außer Dienst gestellt.

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Innenminister Stefan Studt (links) und Generalmajor Hans-Erich Antoni schritten ein letztes Mal in Boostedt die Front ab.

Quelle: Leng

Boostedt. Damit endete auf den Tag genau die 57-jährige Geschichte der Rantzau-Kaserne. Über 150 Boostedter nahmen Abschied von der Bundeswehr in ihrer Gemeinde.

 Verbände der Bundeswehr werden aufgelöst und neue gegründet – Alltagsgeschäft in der laufenden Umstrukturierung der Streitkräfte. Der Auflösungsappell in der Rantzau-Kaserne hat allerdings weitreichende Folgen für die Region und Schleswig-Holstein. Nur noch bis Ende Juni werden die verbliebenen 200 Soldaten des Logistikbataillons (von ursprünglich rund 1000) in Boostedt ihren Dienst tun. Danach wird eine Rumpfbesetzung von 20 Soldaten die Schließung der Kaserne vorbereiten. Diese ist für Ende des Jahres geplant. „Ich sehe mit Sorge, wie Bundeswehr-Einheiten in unserem Land abgebaut werden“, erklärte bei dem Appell Innenminister Stefan Studt (SPD). Bei besonderen Lagen wie der Schneekatastrophe (1978/79) oder auch beim Elbehochwasser im vergangenen Jahr sei der Hilfseinsatz von Bundeswehr-Einheiten wichtig gewesen, um Schlimmeres zu verhindern. Er werde sich dafür einsetzen, dass die zivil-militärische Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Bewältigung von Gefahrensituationen auch in Zukunft gewährleistet sei, so der Minister.

 Boostedts Bürgermeister Hartmut König (CDU) erinnerte an den Herbst 2011, als völlig unerwartet die Schließung der Rantzau-Kaserne vom Verteidigungsministerium verkündet worden war. „Es war einer der schwärzesten Tage in unserer Dorfgeschichte“, so König. Der Komplettabzug der Bundeswehr werde für viele Institutionen Boostedts, darunter auch für die Freiwillige Feuerwehr, schmerzhafte Folgen haben. Boostedt und die Bundeswehr hätten über die Jahrzehnte zu einer engen Freundschaft gefunden. Die Gemeinde werde alles Erdenkliche tun, um die Kaserne einer nachmilitärischen Nutzung zuzuführen.

 Mit der engen Freundschaft zwischen Boostedtern und Soldaten war es in den Anfangsjahren „nicht gut bestellt“, erinnerte sich Hauptmann a.D. Diethard Lienke. Er gehörte im April 1958 zu den ersten Soldaten, die in die damals noch im Rohbau befindliche Kaserne einzogen. Die Wiederbewaffnung nach dem Zweiten Weltkrieg sei auch in der Boostedter Bevölkerung umstritten gewesen. Reibereien zwischen Soldaten und Dörflern hätten damals zur Tagesordnung gehört. Am Donnerstag nahmen rund 150 Boostedter beim Appell Abschied von der Bundeswehr.

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