18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Schnelles Internet für (fast) alle

Ausbauprogramm Schnelles Internet für (fast) alle

Die letzten „weißen Flecken“ im Kreis Segeberg bei der Internetversorgung werden getilgt. Damit werden in zwei Jahren nahezu alle Segeberger flüssige Datenverbindungen ins Netz haben können. Geschwindigkeiten von über 100 Mbit pro Sekunde sind dann Standard.

Voriger Artikel
13-Jährige bei Verkehrsunfall leicht verletzt
Nächster Artikel
Fachkräfte werden knapp

Bei der Sanierung der Bürgersteige an der Ricklinger Dorfstraße wurden auch Leerrohre fürs Breitband-Internet verlegt.

Quelle: Detlef Dreessen

Kreis Segeberg. Die  restlichen, bislang unterversorgten Gemeinden waren aufgefordert, sich beim Wege-Zweckverband (WZV) für ein neues und wohl letztes Ausbauprogramm anzumelden. Denn der Bund will diesmal in erheblichem Ausmaß Zuschüsse zahlen. Zwölf Gemeinden gaben jetzt ihr Einverständnis. Schieren, Pronstorf, Rohlstorf, Krems II und Travenhorst wollen jedes Haus in ihren Orten anschließen, auch wenn es weit entfernt von Siedlungen steht. Seedorf im Prinzip auch, bis auf ein paar entfernt gelegene nicht bewohnte Ferienobjekte, erklärt Meike Kretschmer, Koordinatorin beim WZV für den Breitbandausbau. Zwischen 95 und 99,5 Prozent soll die Anschlussquote in den Gemeinden Blunk, Nehms, Glasau, Wensin, Bahrenhof und Bühnsdorf liegen.

 Die Gemeinden gehen damit ein – wenn auch wohl geringes – Finanzrisiko ein. Denn sollten sich später nicht genügend Kunden anmelden und Gebühren für Internet, Telefonie und Fernsehempfang zahlen, um die Investitionskosten des WZV zu refinanzieren, müssten sich die Kommunen am Defizit beteiligen. Der Bund übernimmt nach 20 Jahren nur die Hälfte der Restschuld, erklärt Kretschmer. Der Anteil der Kommunen müsste aber nicht zwingend mit Geld finanziert, sondern könnte auch durch Eigenleistungen aufgefangen werden. Wie groß die offenen Summen später seien, lasse sich heute nicht abschätzen.

 Klar ist nur: So viel Zuschuss wurde noch nie gezahlt, sagt Kretschmer. Die Gelegenheit für die Gemeinden ist also günstig. Andererseits gilt: Weil manche Häuser weit entfernt von Siedlungen liegen, ist der Leitungsbau teuer.

 Seedorf und Pronstorf etwa, die über weit verstreut liegende Ortsteile verfügen, haben sich politisch, nicht betriebswirtschaftlich entschieden. Die Bürger sollen überall die gleichen Standards vorfinden, ohne Glasfaser würden Ortsteile abgehängt und Häuser unverkäuflich, sagten die Bürgermeister Gerd Lentföhr und Bettina Albert nach den positiven Abstimmungen ihrer Gemeindevertretungen.

 Der WZV wird nun für die Gemeinden den Förderantrag beim Bund stellen. Kretschmer rechnet mit einer Antwort nicht vor Weihnachten.

 Neu ausschreiben muss der WZV den Betrieb der Leitungen, die der WZV nur verlegt. Ob weiter die Stadtwerke Neumünster Internet, Telefonie und Fernsehempfang einspeisen, ist unklar. Sie benutzen eine andere Technik als vom Bund im Förderprogramm festgelegt. Dass ein Partner gefunden wird, steht für Kretschmer fest. Allein in Schleswig-Holstein gebe es mehrere Firmen, die in Frage kämen.

 Manche Gemeinden sind andere Wege gegangen. Stocksee etwa profitiert davon, dass ein Hauptverteiler der Deutschen Telekom dort liegt. In Latendorf sollen die letzten unversorgten Häuser ohne Bundeszuschuss angeschlossen werden. In vielen Orten bauen kommerzielle Anbieter wie Deutsche Glasfaser, wie derzeit etwa in Klein Rönnau.

 Der WZV als öffentlich-rechtlicher Zusammenschluss aller Städte und Gemeinden des Kreises (außer Norderstedt) darf ohnehin nur dort tätig werden, wo keine Firmen tätig sein wollen. Die Arbeit hatte er auf Wunsch und Drängen der Kreispolitik übernommen, die nicht wollte, dass die dörfliche Gegend ohne schnelles Internet bleibt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3