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So finden neue Azubis ins Team

Ausbildungsbeginn So finden neue Azubis ins Team

Am Montag hat in vielen Firmen das neue Ausbildungsjahr begonnen. Unternehmen tun einiges, um ihre Lehrstellen zu besetzen. „Es wird nicht leichter, passende Azubis zu finden“, sagt beispielsweise Nicole Lüttich, Personalreferentin beim Unternehmen Pelz in Wahlstedt.

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Bei der Unternehmensgruppe Pelz in Wahlstedt werden die Azubis nicht in Watte gepackt, sollen sich aber aufeinander verlassen können. Am ersten Tag im Ausbildungsbetrieb übten sie gestern für den Teamgeist am Kletterturm im Erlebniswald Trappenkamp.

Quelle: Petra Stöver

Kreis Segeberg. Es ist eine bunt gemischte Truppe, die am Teamtower im Erlebniswald Trappenkamp steht: Mädchen und Jungs frisch von der Schule, mit dem ersten allgemeinbildenden Abschluss oder dem Abi in der Tasche, aber auch junge Erwachsene mit Job- oder Studienerfahrung. Was sie eint: Sie haben einen Ausbildungsplatz in der Unternehmensgruppe Pelz (Wahlstedt) erhalten. Damit sie sich in den über 700 Mitarbeiter zählenden Betrieb integrieren, stehen in den ersten Stunden Teambildungs-Übungen auf dem Programm. Durch die Kooperation mit der Poul-Due-Jensen-Schule, deren Schülern das Unternehmen Praktika und Bewerbungstraining anbietet, lernen sich beide Seiten kennen.

 Auf die klassische Methode setzt die VR-Bank Neumünster, die gestern sechs Nachwuchskräfte begrüßte. „Im Einstellungstest und im persönlichen Bewerbungsgespräch haben diese jungen Leute einen der begehrten Ausbildungsplätze ergattert“, berichtet Ausbildungsleiter Michael Weckes. Für sie gibt es zum Start eine Einführungsveranstaltung. Bei der Sparkasse Südholstein haben sich aus rund 350 Bewerbungen neun Frauen und elf Männer herauskristallisiert, von denen 18 Abitur oder Fachhochschulreife und zwei den mittleren Abschluss haben. Für sie steht gleich eine ganze Woche Einführungsseminar auf dem Programm. Die Kollegen aus dem zweiten Lehrjahr haben es für die Neuen vorbereitet.

 Handfester geht es bei den Pelz-Azubis zu. Teamtower-Chef Hartmut Moede weiß, wie man junge Menschen für den gemeinsamen Weg stark macht. Um das Vertrauen untereinander zu entwickeln, lässt er das Spinnennetz aufstellen. Durch die verwobenen Fäden wird einer nach dem anderen von einer Seite auf die andere auf Händen getragen. „Bei über 700 Mitarbeitern im Betrieb ist es wichtig, sich von Anfang an auf ein Netzwerk verlassen zu können“, erklärt Nicole Lüttich.

 Zum zweiten Mal ist sie mit einem neuen Jahrgang in den Erlebniswald gefahren. Das gemeinsame Training habe sich im vorigen Jahr bewährt. Damals hatte sie 14 Azubis dabei, in diesem Jahr meldet Pelz einen Rekord: 19 Auszubildende in fünf Berufen. Drei Industriekaufleute, ein Industriemechaniker, drei Elektroniker für Betriebstechnik, elf Maschinen- und Anlagenführer sowie eine Fachkraft für Lagerlogistik.

 „Weil wir so viele Azubis verschiedener Richtungen haben, ist es wichtig, sie immer wieder zusammenzubringen“, betont Lüttich einen weiteren Aspekt, der auch mit Geo-Caching geübt wird. In Gruppen streifen die Azubis mit GPS-Empfängern, Funkgeräten, Digitalkameras und Schatzkarten durch den Wald. Sie müssen knifflige Aufgaben lösen und dürfen den Kontakt zu den anderen Teams nicht verlieren.

 Das Wahlstedter Unternehmen tut einiges, um die Lehrlinge durch die zwei bis dreieinhalb Jahre dauernde Ausbildung im Betrieb zu begleiten. Der Nachwuchs organisiert den Auftritt bei der Gewerbemesse Gewa und gestaltet die Rentner-Weihnachtsfeier mit. Im Gegenzug gibt es schulbegleitenden Unterricht in Mathematik und technischem Zeichnen sowie Unterstützung vor der Prüfung. Ausbildungsabbrecher habe sie noch nicht gehabt, sagt Lüttich.

 Anderenorts werden in diesen Wochen wieder Plätze frei, weil Bewerber mehrere Zusagen haben, doch lieber eine Schule besuchen oder die Lehre gleich wieder beenden. Damit öffnen sich den 475 jungen Leuten, die im Kreis Segeberg noch Ausbildungsplätze suchen, neue Türen. Denn 435 Lehrstellen sind noch unbesetzt, teilt die Agentur für Arbeit mit. Gesucht würden Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Köche, Elektroniker, Anlagemechaniker und Lagerlogistiker.

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