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Großenaspe Weiter Blick ins Land

16 Meter Turm auf 73 Meter Berg: Das ist für schleswig-holsteinische Verhältnisse schon beachtlich. Der Blick vom Turm auf dem Großenasper Ketelvierth schweift weit in die holsteinische Landschaft. Das Gebiet bietet viel mehr als einen Wanderweg. Vor zwölf Jahren wurden verschiedene Ideen gebündelt; heraus kam ein abwechslungsreiches Ausflugsziel.

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Aus 89 Metern Höhe lässt sich das Land weit überblicken. Der Aussichtsturm selbst ist 16 Meter hoch. Tafeln an dessen Aussichtsplattform erläutern, was zu sehen ist.

Quelle: Jann Roolfs

Großenaspe. Die Windräder östlich des Dorfes scheinen in Augenhöhe zu sein, von Neumünster grüßen die Schornsteine der Müllverbrennung.

 „Man kann Dodenhof sehen“, erklärt der junge Mann, der gerade sein Equipment zusammenpackt, den Blick in Richtung Kaltenkirchen. Gemeinsam mit einem Freund hat er den Aussichtsturm für einen ganz anderen Zweck genutzt: Die beiden Teenager haben Kletterseile daran befestigt und geübt, sich abzuseilen.

 Das mag eine etwas ungewöhnliche Nutzung sein, aber ein Naherholungsgebiet kann ja für viele Zwecke dienen. Regelmäßig hetzen zum Beispiel Windhunde zu Füßen des Turms hinter einem künstlichen Hasen her. „Schulklasse, Pfadfinder, Landfrauen“ fallen Bürgermeister Torsten Klinger spontan ein: Sie kommen aus dem Dorf und der Umgebung zum Grillen, Kaffeetrinken oder genießen ein paar Stunden am „Naturwanderweg Ketelvierth“, so die offizielle Bezeichnung.

 Wer alle Wege und Wiesen abläuft, legt rund fünf Kilometer zurück und kommt dabei an einer Fruchthecke vorbei, an einer Obstwiese, an einer stillgelegten Kiesgrube, Maisfeldern, Knicks und natürlich am Aussichtsturm. Infotafeln geben unterwegs immer wieder Erklärungen zu landschaftlichen Sehenswürdigkeiten, ökologischen Zusammenhängen sowie Nutzung von Flächen und Pflanzen. Die Strecke führt über Wirtschaftswege, Schilder führen meistens weiter; allerdings ist nicht jeder Abzweig gekennzeichnet, als Ortsunkundiger läuft man schon mal weiter als geplant.

 Auf der Obstwiese stehen die Äpfel und Pflaumen im Herbst zur Ernte bereit. „Das holen sich die Großenasper“, erzählt Bürgermeister Klinger.

 Auf einer Wiese gibt es biologische Heimatkunde in groß: Jeder „Baum des Jahres“ seit Start dieser Aktion 1989 wächst dort. Kiefer, Linde, Silberweide – sie sind alle mit Schildern versehen, auf denen ihre Namen und das Jahr der Ernennung verzeichnet sind. Am Karfreitag pflanzt eine örtliche Gruppe in jedem Jahr den aktuellen Baum nach. Sie denkt offenbar in großen Maßstäben: Auf einer anderen Wiese hat sie das Dorfwappen mit Bäumen nachgebildet. Es zeigt einen goldenen Eidring aus der Bronzezeit, der im 19. Jahrhundert im Dorf gefunden wurde, und heute im Landesmuseum Schloss Gottorf aufbewahrt wird. Auf der Wiese hat dieser Ring einen Durchmesser von 43 Metern, markiert wird er von 51 Eichen und zwei Eschen, die Mitte markiert ein Findling.

 Wie sich die Natur ehemals genutzte Flächen zurückerobert, lässt sich in der Kiesgrube beobachten, die am Ostrand des Gebietes liegt. Birken und Kiefern wuchern, die Hänge und die Grube selbst sind inzwischen mit vielen Pflanzen bedeckt, am Rand des Weges, der um die Kuhle führt, wachsen Fliegenpilze.

 Tisch und Bank laden hier zur Pause ein, Sitzgelegenheiten gibt es auch unterwegs mehrfach. Etwas versteckt hinterm Aussichtsturm steht ein Pavillon, der Schutz vor Regen bietet.

 Die Gemeinde will das Naherholungsgebiet weiter ausbauen. Bei der Aktivregion Holsteiner Auenland hat sie die Förderung für zwei größere Projekte beantragt: Am Fuß des Aussichtsturms soll ein zweiter hölzerner Pavillon gebaut und die Aussichtsplattform für die Kiesgrube soll erneuert werden. „Die Plattform ist marode, wir haben sie notdürftig repariert“, erklärt Bürgermeister Klinger.

 Zur Pflege des Ketelvierths treffen sich die Großenasper immer im März. Dann rücken Gemeindevertreter und Mitglieder von Jagd- und Naturschutzverein gemeinsam an und arbeiten mit 30 bis 40 Leuten einen Tag lang daran, das Naherholungsgebiet attraktiv zu erhalten.

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