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Schule mit bewegter Geschichte

Ausstellung Schule mit bewegter Geschichte

Seit 60 Jahren gibt es die Franz-Claudius-Schule – ihre bewegte Geschichte zeigt eine Ausstellung in der Sparkassen-Filiale an der Oldesloer Straße. Der Beginn liegt im Jahr 1955, als Rektor Karl Lunau beauftragt wurde, aus den Hilfsschulklassen in der „Bürgerschule“ eine Sonderschule aufzubauen.

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Eine der jüngsten Aktionen in der Geschichte der Schule: Der Schulhof wurde neu gestaltet.

Quelle: Gisela Krohn

Bad Segeberg. Auf chronologisch angeordneten Schautafeln mit Fotos, Zeitungsartikeln und anderen Dokumenten schildert Sonderschullehrer Axel Winkler die Entwicklung hin zu der modernen Schule in der Falkenburger Straße.

 Die ersten Unterrichtsräume lagen in der Oldesloer Straße 27 – heute das Fachgeschäft Victor Boehm – genau gegenüber der Sparkasse. Von dem für die Kinder diskriminierenden Namen „Hilfsschule“ bis zum heutigen Förderzentrum mit unterschiedlichen Klassen-Modellen war es ein langer Weg.

 „Das ist wie eine spannende Geschichte geschrieben“, lobt Heimatforscher Peter Zastrow, der beim Aufbau der Ausstellung geholfen hat. Da Sonderschulen in den 1960er und 1970er Jahren expandierten, wurde 1966 ein Neubau neben der Bad Segeberger Schwimmhalle eingeweiht, die heutige Theodor-Storm-Schule. Mitte der 1970er Jahre waren über 250 Schüler dort – und die Räume reichten nicht mehr aus. So zog die Lehreinrichtung in das gerade neu gebaute Schulzentrum, doch auch hier fehlte es bald an Platz.

 Seit 1982 hat die Franz-Claudius-Schule in der ehemaligen Hermann-Lange-Schule in der Südstadt ihr Zuhause gefunden. 1987 übernahm Ulrich Schütze die Leitung und stand bald vor dem Problem, dass die Zahl der Sonderschüler rapide sank. „Er fand jedoch originelle Lösungen“, erklärt Winkler. „Einerseits wurde erneut eine Grundschule aufgebaut, andererseits richtete er die sogenannten Langzeitklassen ein, die ein sechsjähriges Modell zwischen Grund- und Förderschule sind.“

 Seit dieser Zeit steht das Thema Integration und Inklusion viel mehr im Mittelpunkt. 1992 wurde ein weiterer Trakt mit mehreren Klassenräumen angebaut. Ein weiterer Erweiterungsneubau - nach einem Brand - war 2005 fertig.

 2007 löste die jetzige Schulleiterin Göntje Braren ihrem Vorgänger Ulrich Schütze ab. „Sie ist erst die vierte Schulleitung. Die Rektoren blieben sehr lange, Ulrich Schütze zum Beispiel 20 Jahre“, erklärt Winkler.

 Viel hat sich auch bei der Gestaltung des Schulgeländes getan. Auf dem Schulhof haben die Kinder in den Pausen nun viel Grün, viele kreative Spielmöglichkeiten und kuschelige Sitzecken zum Ausruhen. Das ehemalige Hausmeister-Haus ist seit letztem Sommer das „Ubuntu“-Haus, das mit fröhlichen Farben renoviert wurde und nun für die Schulsozialarbeit und viele Gruppen genutzt wird. „Der Name kommt aus dem Afrikanischen und steht für Miteinander und Füreinander“, erklärt Schulleiterin Braren.

 Immer noch kommen aber Fragen auf, auch von den Schülern, wer eigentlich der Namensgeber für die Einrichtung war – auch dazu gibt es Antworten in der Ausstellung: Franz Claudius war ein Sohn des berühmten Dichters Matthias Claudius und arbeitete in Bad Segeberg als „Kompastor“, also als zweiter Pastor. 1866 starb der als „liebenswerter Sonderling“ bekannte Bürger der Stadt. Sein Grabkreuz ist vor der Marienkirche zu sehen.

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