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Frieden mit Fragezeichen

KZ-Gedenkstätte Springhirsch Frieden mit Fragezeichen

Moderne Kunst und historische Barbarei: Passt beides zusammen? Diese Frage können sich Besucher der Wanderausstellung „70 nach 45 - Frieden im Land?“ auf der KZ-Gedenkstätte an der Bundesstraße 4 in Nützen-Springhirsch am besten selbst beantworten.

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Reizvoller Kontrast: Das alte Modell des ehemaligen KZ-Außenkommandos im Ausstellungscontainer auf der Gedenkstätte ist umgeben von moderner Kunst.

Quelle: Michael Zwicker

Nützen. Für die rund 60 Gäste der Eröffnungsveranstaltung stand jedenfalls zweifelsfrei fest, dass 70 Jahre nach Kriegsende nach wie vor darüber nachgedacht werden muss, ob tatsächlich Frieden herrscht. „Das Fragezeichen im Ausstellungstitel ist mehr als berechtigt“, sagte Uwe Czerwonka, Vorsitzender des Trägervereins für die Gedenkstätte, mit Hinweis auf die dramatischen Flüchtlingsströme aus gegenwärtigen Kriegs- und Krisengebieten.

 24 Bilder und Skulpturen, überwiegend von osteuropäischen Künstlern, sind in den beiden Containern auf der Gedenkstätte zu sehen. „Die Kunstwerke spiegeln die Auseinandersetzung mit Erinnerungen und Verdrängtem wider“, betonte Projektleiterin Renate Basten und wies auf das hohe Gut der künstlerischen Freiheit hin, deren Existenz oder Abwesenheit Rückschlüsse auf den Zustand von Gesellschaften erlaube.

 Die KZ-Gedenkstätte bezeichneten sowohl Czerwonka als auch Basten als idealen Ausstellungsort, wo neben den geschichtlichen Tatsachen auch die Kunstwerke das Wissen und Verständnis für die Vergangenheit fördern könnten. In dem Waldstück in Springhirsch war im August 1944 von der NS-Diktatur eine Außenstelle des Konzentrationslagers Hamburg-Neuengamme errichtet worden. Von dem damals in der Nähe befindlichen Militärflugplatz sollten neuartige Jagdflugzeuge starten. Dazu mussten die Startbahn verlängert werden. Hunderte Häftlinge, darunter Kriegsgefangene aus der Sowjetunion, Polen und Frankreich, mussten unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Bis zur Evakuierung des Lagers im April 1945 sollen - nach Schätzungen von Historikern - mehr als 500 Häftlinge ums Leben gekommen sein. Von dem Barackenlager ist nicht viel erhalten geblieben. Dokumentiert sind im Ausstellungscontainer auf der Gedenkstätte die Geschichte des KZ-Außenkommandos und das System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in der Region.

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Ein Artikel von
Michael Zwicker

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