21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Sah alles sehr echt aus

Kaltenkirchen Sah alles sehr echt aus

Herzinfarkt, Schussopfer, Verschütteter: Angehende Rettungsassistenten aus den Kreisen Segeberg, Ostholstein und dem Herzogtum Lauenburg sowie aus Lübeck mussten insgesamt 26 realitätsnah dargestellt Notfallszenarien bewältigen.

Voriger Artikel
Ölspur sorgt für Straßensperrung
Nächster Artikel
Leerstehende Kate brannte ab

Alles im Griff: Beim Übungseinsatz an der Dodenhof-Fassade brachte Höhenretter Bastian Werzner von der Kaltenkirchener Feuerwehr das „Unfallopfer“ Lutz Berghahn auf den Boden der Tatsachen zurück.

Kaltenkirchen. Scheinbar hatte die Stadt das Pech gepachtet: Denn eine ungewöhnliche Häufung von Unglücksmeldungen lief am Sonnabend bei Rettungsdienst und Feuerwehr auf. Im Halbstunden-Takt hieß es, auf der Großbaustelle am Wulfskamp sei ein Mann unter Sandmassen begraben worden, am Wiesendamm habe eine Jugendliche ihre Mutter angeschossen, bei Dodenhof sei ein Fassadenreiniger abgestürzt und im Freibad jemand ertrunken. Zudem wurden etliche weitere Verkehrsunfälle, Herzinfarkte und andere medizinische Notfälle gemeldet.

 Obwohl die Alarmierungen dramatisch klangen, kam bei den Einsatzkräften vom Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und bei der unterstützenden Feuerwehr keine Hektik auf. Denn der Notfall-Marathon war akribisch geplant als Trainingsprogramm für zehn Auszubildende des dritten Lehrjahres beim DRK-Rettungsdienst in Schleswig-Holstein.

 „Das war schon sehr spannend und aufregend. Aber alles hat gut geklappt“, zog Azubi Georg Müller ein positives Fazit. Der 22-jährige Bad Segeberger ist angehender Rettungsassistent und musste mit seinem Kollegen Christian Wieckhoff (30) unter anderem den angeblich Verschütteten auf der Wulfskamp-Baustelle medizinisch versorgen, bis ein Notarzt zur Stelle war.

 Die Szenerie wirkte täuschend echt. Aus einem Sandhaufen ragte lediglich ein Schuh heraus. Die Feuerwehr war als erstes zur Stelle, sicherte den Einsatzort und zog eine Puppe - so groß und schwer wie ein Erwachsener - aus dem Sand. Dann war das schauspielerische Talent des Bad Bramstedters Jonas Voß gefragt. Der 15-jährige Schulsanitäter vom Jürgen-Fuhlendorf-Gymnasium übernahm die Rolle des bewusstlosen Opfers. Die beiden Sanitäter mussten eine Erstdiagnose stellen, den Patienten medizinisch versorgen und für den Abtransport vorbereiten. „Wichtig war auch die Eigensicherung. Es wäre ja durchaus möglich gewesen, dass Sand nachrutscht“, schilderte Azubi Georg Müller.

 Einen schwierigen Fal lhatte auch das in den Wiesendamm beorderte Lübecker Azubi-Duo Fynn Morten Raith (22) und Marcus Liske (22) zu lösen. Auf einer Terrasse lag eine angeblich von einer Pistolenkugel ins Bein getroffene Frau (gespielt von der erfahrenen Rettungsassistentin Petra Krayl). Sie lamentierte lautstark und täuschte einen Kollaps vor. Die DRK-Azubis gerieten tüchtig ins Schwitzen, meisterten die Aufgabe aber ruhig und umsichtig.

 Dagegen konnten Timo Vahl (22) und Justine Peikert (21) - beide aus Ostholstein - bei ihrem ersten Trainingseinsatz anfangs nicht viel ausrichten: Neben der Feuerleiter am Einrichtungshaus Dodenhof hing in gut 20 Metern Höhe ein angeblich abgestürzter Gebäudereiniger in seinem Sicherheitsgurt über dem Abgrund. Der Sievershüttener Feuerwehrmann Lutz Berghahn hatte die Rolle übernommen und simulierte einen Armbruch. Die beiden DRK-Azubis riefen das ehrenamtliche Höhenrettungsteam der Kaltenkirchener Feuerwehr zu Hilfe. Für Feuerwehrmann Bastian Werzner, der schon auf einem 120 Meter hohen Kran auf der Baustelle der Elbphilharmonie trainiert hatte, war der Einsatz bei Dodenhof kein Problem. Gemeinsam mit dem „Opfer“ seilte er sich ab. Am Boden leisteten dann die angehenden Rettungsassistenten Hilfe. Schaulustige gab es an den Übungsstellen kaum. Und wenn jemand das Geschehen beobachtete, dann meistens nur solange, bis deutlich wurde, dass es sich um eine Übung handelte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Michael Zwicker

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3