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Schilder kommen nach 25 Jahren

Schwissel Schilder kommen nach 25 Jahren

Vor 25 Jahren war die Bundesstraße 404 zur Autobahn 21 ausgebaut worden. Doch Hinweisschilder von der benachbarten B 432 zur Anschlussstelle Schwissel, die nur rund einen Kilometer entfernt ist, fehlten. Das soll jetzt nachgeholt werden.

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Nur Ortskundige wissen es: An der B432 bei Kükels geht es nicht nur nach Schwissel, sondern auch zur Anschlussstelle der A21.

Quelle: Gerrit Sponholz

Schwissel. Bernd Lange aus Kattendorf hatte sich schon lange gewundert. Im Juni hatte er bei der SZ nachgefragt, „warum die Behörden so ignorant sind und Tausenden von Autofahrern diesen Hinweis immer noch verwehren“.

 Warum es keine Ausschilderung gab, kann sich weder Jens Sommerburg erklären, Leiter der Niederlassung Lübeck im Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV), noch Michael Krüger, Leiter der Kreisverkehrsaufsicht. Der Ausbau zur A21 liege zu lange zurück, und die Akten gäben darüber keine Auskunft. Formal sind die Regeln so: Für die Ausschilderung direkt an den Autobahnen ist das Land zuständig, für Hinweise zu den Autobahnen im Straßenumfeld ist es der Kreis.

 Dass es die Anschlussstelle so nah bei den Abfahrten Bad Segeberg-Süd (2,6 Kilometer entfernt) und Leezen (6 Kilometer) überhaupt gibt, dazu mit Hinweis auf ein Dorf mit nicht einmal 300 Einwohnern, ist auf den Plan für eine Nordland-Autobahn zurückzuführen. Noch zu Zeiten des geteilten Europas sollte sie von Westen kommend quer durch Holstein in Richtung Fehmarn führen. Als ein erstes Bauwerk war eine Brücke bei Schwissel einst angelegt worden. Der Nordland-Plan ist längst zu den Akten gelegt. Das Nachfolgeprojekt ist die A20, die derzeit bei Bad Segeberg endet.

 Immer wieder gab es Anrufe von Bürgern bei der Kreisverwaltung, die sich über das Fehlen einer Hinweisbeschilderung beschwerten. 2010 griff Michael Krüger von der Kreisverkehrsaufsichtdas Thema auf. Es gab Briefwechsel und Aktenvermerke, die Frage, ob auf bestehende Schilder der Autobahnhinweis aufgeklebt wird oder Schilder komplett zu tauschen sind, aus welchem Topf das Land die Beschilderung bezahlt und was die Polizei zum Thema sagt. „Lange dümpelte das“, sagt Krüger. „Es hat wohl jeder gedacht, der andere macht es.“ Dabei sei im Prinzip alles klar gewesen: Der LBV habe gegen eine Beschilderung an der B 432 nichts einzuwenden.

 Am 1. Juli 2015 war das Thema ausreichend erörtert, die Kreisverkehrsaufsicht ordnete die Beschilderung an. Ausführen muss sie der LBV. Der wollte aber im vergangenen Jahr noch nicht loslegen, sagt Krüger.

 Den Grund lässt Niederlassungsleiter Jens Sommerburg durchblicken. In seinem großen Arbeitsbereich in Südostholstein sollen ohnehin alle Großschilder ausgetauscht werden, die nicht mehr gut zu lesen sind, nicht reflektieren oder inhaltlich überholt sind. Die Ausschilderung bei Schwissel ist Teil eines Großauftrags, sagt Sommerburg. Ein Problem, dass der Hinweis zur Anschlussstelle bislang fehlte, sieht er nicht. „Das hat für die Autofahrer ja auch die letzten Jahre trotzdem funktioniert.“

 Dass sieht auch Schwissels Bürgermeister Jürgen Hildebrandt-Möller so. Ortskundige Fahrer würden die Zufahrt kennen. Und die Navigationsgeräte würden sie ebenfalls anzeigen.

 Warum die Ausschilderung vergessen wurde und die Sache sich lange hinzog, erstaunt Michael Krüger ein wenig selbst. „Das Ganze ist schon ein bisschen kurios.“

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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