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Bahnhofsampel in Bad Segeberg Pro und Contra

Der prominentesten Ampel der Stadt droht das Aus. Die Fußgängerampel vor dem Alten Bahnhof auf der B206 wird voraussichtlich wieder ausgeschaltet. Der Grund: Sie wird aus Sicht der Kreisverwaltung viel zu wenig genutzt.

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Wird die Fußgänger-Ampel am Alten Bahnhof bald wieder abgeschaltet? Der Kreis sieht die Anlage kritisch, die Stadt will den Überweg erhalten.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Vor knapp einem Jahr hatte die Ampel einen namhaften Besucher: Landesverkehrsminister Reinhard Meyer schaute vorbei, weil sich Stadt und Kreis nicht über die Zukunft der Lichtzeichenanlage einigen konnten. Die Ampel war im Verlaufe der Umbauarbeiten am Alten Bahnhof abgeschaltet und nicht wieder aktiviert worden. Die Stadt forderte nun die Wiederinbetriebnahme, der Kreis den Abbau.

 Die Argumente für die Ampel: An dieser Stelle queren viele Menschen die Straße – auch ohne Lichtzeichen-Hilfe. Das aber ist brandgefährlich, da die B206 auf drei Fahrspuren erweitert wurde, um den Verkehr in Richtung Lübeck reibungsloser fließen zu lassen. Zudem wäre die Ampel für die Firmen im Alten Bahnhof ein Vorteil, da ihre Kunden nicht mehr 130 Meter bis zur Ampel an der Kaufland-Kreuzung und den ganzen Weg wieder zurück laufen müssen (noch dazu über Ein- und Ausfahrten einer Autowaschanlage und einer Tankstelle).

 Gegen die Ampel sprach laut Kreis, dass es eben 130 Meter eine weitere Anlage gibt. Außerdem werde der Verkehr auf der Bundesstraße 206 durch zusätzliche Rot-Phasen behindert; das helfe den Fußgängern.

 Als sich Vize-Präses Bernd Jorkisch bei den Ampel-Befürwortern einreihte und die Segeberger Zeitung Fotos öffentlich machte, auf denen man Passanten zwischen fahrenden Autos über die Bundesstraße huschen sieht, schaltete sich der Minister ein. Bei einem Ortstermin legte man einen einjährigen Probebetrieb fest. Als die Ampel wieder in Betrieb ging, marschierten Landrat Jan Peter Schröder, Bürgermeister Dieter Schönfeld und Vize-Präses Bernd Jorkisch als Erste über die an dieser Stelle dreispurige Fahrbahn.

 Nun steht die Entscheidung an, wie es weitergeht – und beim Kreis senkt sich der Daumen. Laut Sprecher Gernot Schramm wurde dreimal gezählt, wie viele Menschen die Ampel nutzen. „Nach Durchsicht der Ergebnisse wurden die erforderlichen Querungszahlen nicht erreicht.“ Schramm bezieht sich auf die „RGFÜ“ – die Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen. „Nach den verkehrsrechtlichen Bestimmungen ist es erforderlich, mindestens 50 Fußgängerquerungen in der Spitzenstunde des Fußgänger-Querverkehrs an einem Werktag mit durchschnittlichem Verkehr zu erreichen.“

 Robin-Arne Otten aus dem Bauamt der Stadt hingegen sieht die Ampel als berechtigt an. Seit dem Start am 23. Juli 2015 hat 22600mal jemand auf den Knopf gedrückt, um über die Straße zu kommen. Und pro Grünphase werde nur ein Kontakt gezählt, auch wenn man zehnmal drückt. Durchschnittlich seien das 72 Anforderungen täglich, und es sei ja nicht immer jemand allein über die Straße gegangen. Die Stadt zähle das technische Auslösen, nicht die Menschenzahl. In der Vorweihnachtszeit habe es Tage mit nur 42 Anforderungen gegeben, in der Karl-May-Saison bis zu 99. Der Kreis sei beim Zählen aber nur auf stündlich 36 Personen gekommen. Otten: „36 Fußgänger in der Stunde sind viel. Ich hoffe beim Kreis auf Einsicht, dass es sinnvoll ist, die Ampel weiter zu betreiben.“

 Zudem: Das Argument, die Bahnhofs-Ampel könne den Verkehr auf der Bundesstraße behindern, sei vom Tisch, denn die Anlage ist mit der Kaufland-Kreuzung verbunden. Nur wenn dort ohnehin Rot ist, springt die Ampel für Fußgänger auf Grün. Otten: „Die Ampel beeinträchtigt den Verkehr auf der B206 nicht. Es wird kein Meter mehr Stau erzeugt.“

 Die Sache liegt jetzt beim Landesbetrieb für Verkehr. Die Behörde gibt dann eine Empfehlung ab - und der Kreis entscheidet. Den Abbau müsste ausgerechnet die Stadt Bad Segeberg bezahlen, die die Ampel behalten will.

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