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Ein Desaster für Bockhorner

B206-Ärger Ein Desaster für Bockhorner

Stinksauer sind Geschäftsleute an der B206 in Bockhorn. Wegen der Absperrungen für die Straßensanierung im August und September bei Hartenholm und Wittenborn bleibt Durchgangsverkehr und damit Laufkundschaft aus – obwohl der Ort über Umwege weiter erreichbar ist, worauf aber keine Schilder hinweisen.

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Nur noch 20 statt 1000 Autos am Tag: Tankstellenpächter Michael Hermann ist sauer wegen der B
206-Sperrung.

Quelle: Gerrit Sponholz

Bark. Die Betriebe werfen dem Land Versagen und Rücksichtslosigkeit vor. Das verteidigt sich.

 „Die Entwicklung ist desaströs“, empört sich Michael Hermann von der Aral-Tankstelle. „Statt 1000 Kunden am Tag habe ich nur noch 20.“ 98 Prozent weniger – und das in seiner Hauptsaison. Denn sonst würden gerade jetzt besonders viele Touristen durch den Ort fahren. „Die Einnahmeverluste gehen an die Substanz. Ohne Reserven wäre ich pleite. Noch einen Monat länger, und 20 Jobs wären weg.“ Er habe monatlich 45000 Euro für die Beschäftigten und für die Pacht zu zahlen. Aber darauf nehme der Staat keine Rücksicht. Im Gegenteil, sagt Hermann. Ein Mitarbeiter des zuständigen Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr habe darauf verwiesen, dass wegen der Ferienzeit weniger Verkehr sei und die Straßensanierung daher zeitlich passe. Außerdem habe er, Hermann, ja viele Jahre mit der Tankstelle gut verdient, da könne er doch ein paar Wochen ohne viel Verkehr durchhalten.

 Auch Rita Boesa vom Blumenladen ist empört. Das Land habe über die Sperrungen spät informiert und nicht ausgeschildert, dass Bockhorn erreichbar sei. „Ich habe nur noch zwei bis drei Kunden statt 50 am Tag. Und meine Blumen kann ich ja nicht unbegrenzt frisch halten.“ Staatliche Hilfe gebe es nicht.

 „80 Prozent weniger Kundschaft“ hat der Fleischerei-Imbiss von Manfred Muskala. „Wer mal ein Brötchen essen will, fährt keinen Umweg nach Bockhorn.“ So öffnet Muskala morgens später, schließt nachmittags früher und gab Beschäftigten Urlaub. Unter dem Strich, sagt Muskala, „ist das gerade ein Minusgeschäft“.

 „Es kommen nur noch wenige Kunden“, klagt Friedrich Brakk vom Saunapark. „Viele wissen nicht, dass Bockhorn erreichbar ist.“ Er will jetzt Hinweisschilder an den Umlandstraßen aufbauen. Die Genehmigung will er sich bei den Behörden holen. „Und ich will von ihnen erfahren, wie wir unser Geschäft jetzt retten können.“

 Cornelia Cornand vom Hotel zur Buche fehlen die Spontangäste. „Die B206 in dieser starken Jahreszeit, auch mit den Besuchern der Karl-May-Spiele, zu sperren, ist Schwachsinn und eine Katastrophe.“ Das Land könne die Straße doch im Oktober reparieren. „Dann ist es auch noch frostfrei.“

 Jens Sommerburg, Leiter der Niederlassung Lübeck im Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, verteidigt die Vollsperrungen. Der Arbeitsschutz für die Bauarbeiter und Vorschriften für Sicherheitsabstände des Baufelds zum Verkehrsraum ließen keine andere Wahl. Vollsperrungen seien auch nötig, um Asphalt in voller Fahrbahnbreite aufzutragen und nicht in zwei Linien mit Mittelnaht. Denn die sei eine „Sollbruchstelle“ und reparaturanfällig. Sei die B206 erst mal saniert, stehe den Fahrern und Gewerbetreibenden „eine leistungsstarke Infrastruktur“ zur Verfügung. Sommerburg bedauert die Einschränkungen für Anlieger und Verkehrsteilnehmer. Das Land versuche sie so gering wie möglich zu halten. Er stellt aber auch klar: „Mögliche Einschränkungen sind zu tolerieren.“

 Die Kfz-Werkstatt Mansouri in Bockhorn hat auf ihre Weise reagiert: Sie hat ihre Betriebsferien in die Bauphase der B206 gelegt. Ab Montag, 29. August, ist sie wieder geöffnet. Durchgängig frei auch in Wittenborn ist die Bundesstraße allerdings erst wieder Anfang Oktober.

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