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Baby zurückgelassen - Verfahren eingestellt

Bad Segeberg Baby zurückgelassen - Verfahren eingestellt

Der Fall sorgte bundesweit für Aufregung: Eine Mutter ließ ihr fünf Monate altes Kind in der prallen Sommersonne im Auto zurück. Nur durch das schnelle und entschlossene Handeln von Passanten und Rettungskräften konnte das Leben des Säuglings gerettet werden. Jetzt steht fest: Die Mutter wird rechtlich nicht belangt.

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Im Fall eines in einem heißen Auto zurückgelassenen Babys in Bad Segeberg hat die Staatsanwaltschaft Kiel das Verfahren gegen die Mutter und deren Betreuerin mit Zustimmung des Gerichts eingestellt.

Quelle: Arne Dedert/ dpa

Bad Segeberg/Kiel. Das Verfahren wurde eingestellt, wie Oberstaatsanwalt Axel Bieler gestern auf Nachfrage erklärte.

Es war zunächst ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung in Betracht gekommen – sowohl gegen die 31 Jahre Mutter als auch gegen die Betreuerin einer Bad Segeberger Mutter-Kind-Einrichtung, in deren Begleitung die Frau war. Doch nach eingehenden Ermittlungen stand für Bieler fest: „Letztlich war nur der Vorwurf einer fahrlässigen Körperverletzung zu erheben.“ Das Verfahren wurde daraufhin nach Paragraf 153, Absatz 1 der Strafprozessordnung eingestellt. Dies ist laut Gesetzestext möglich, „wenn die Schuld des Täters als gering anzusehen wäre und kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht“. Außerdem müssen die Folgen der Tat gering sein.

Sowohl die Mutter als auch die Betreuerin sind – zumindest seelisch – ohnehin schwer bestraft. „Beide Beschuldigte befinden sich seit dem Vorfall in therapeutischer Behandlung“, sagt Bieler. „Gegen die Mitarbeiterin der Jugendhilfe sind zudem arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen worden.“

Der Fall hatte sich am 3. Juni 2016 zugetragen. Aus einem dunklen Wagen, der in der prallen Sonne stand, waren um die Mittagszeit jämmerliche Schreie gedrungen. Passanten wurden aufmerksam und entdeckten einen Säugling. Das Kind war – bei geschlossenen Fenstern –allein in dem Fahrzeug zurückgelassen worden.

Die alarmierten Polizisten schlugen vor Ort umgehend die Scheiben ein, um das Kind herauszuholen. Es konnte rechtzeitig aus der lebensbedrohlichen Situation gerettet werden.  Das Kind wurde im Rettungswagen medizinisch erstversorgt, bevor es in ärztliche Behandlung kam. Als die Mutter samt Begleiterin auftauchte, stellte sich heraus, dass das Kind etwa 50 Minuten allein im Auto gewesen war. Die Polizei schaltete das Kreisjugendamt ein. Beide Frauen gaben an, das Kleinkind einfach im Auto vergessen zu haben.

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