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17 Bäume mussten fallen

Bad Bramstedt 17 Bäume mussten fallen

Die Baumschutzsatzung schützt nicht nur, sie fördert auch das Fällen von Bäumen. Auf einen Fall im Lohstücker Weg scheint das zuzutreffen. Das Amt Bad Bramstedt-Land ließ 17 Bäume fällen – damit sie nicht unter Schutz gestellt werden, wie Amtsleiter Christian Stölting der Segeberger Zeitung erklärte.

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17 Bäume wurden auf der Wiese neben der Verwaltung des Amtes Bad Bramstedt-Land (im Hintergrund) gefällt.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Seit Jahren schon ist die Stadtverwaltung von Bad Bramstedt dabei, ein neues Baumschutzkataster zu erarbeiten. Darin sollen alle schützenswerten Bäume aufgeführt und in einer Karte verzeichnet werden. Noch gilt in der Stadt ein Kataster aus dem Jahr 2002, das aber schon nach zehn Jahren hätte überarbeitet sein sollen. Doch der Bauhof, der die Kartierung selbst vornimmt, kommt wegen anderweitiger Aufgaben damit nicht voran. Im Gegensatz zum alten Kataster, in dem die meisten geschützten Bäume im Stadteigentum sind, werden im neuen – so weit es schon fertig ist – auch viele Bäume aufgeführt, die nicht der Stadt gehören. Wenn das Kataster fertig ist, soll es per Satzungsbeschluss durch die Stadtverordnetenversammlung in Kraft treten und damit das alte ablösen. Knapp 4000 Bäume werden dann unter Schutz stehen. Eigentlich hätten dazu auch die auf der Wiese am Lohstücker Weg neben der Amtsverwaltung gehört.

 Doch die lagen am Momtag flach. Der Protest ließ nicht lange auf sich warten. Hartmut Müller, FDP-Stadtverordneter und Vorsitzender der schon lange Zeit inaktiven Bürgerinitiative „Erhaltet das Stadtbild“, meldete sich bei der SZ. „Das ist ein schlechtes Vorbild in einer Stadt, die sich Mühe gibt, das Baumgrün als Kennzeichen eines Heilbades und Luftkurortes zu erhalten“, meint er. Die Kritik richtet sich an das Amt Bad Bramstedt-Land, das die Wiese gekauft hatte, um Platz für spätere Erweiterungen zu haben.

 „Wir wollten verhindern, dass die Bäume mit der neuen Satzung unter Schutz gestellt werden“, begründete Stölting die Fäll-Aktion. „Die Bäume könnten spätere Bauvorhaben behindern“, so der Behördenchef. Deren Beseitigung sei von den politischen Gremien des Amtes beschlossen worden. Aktuell gebe es aber keine Pläne, die Wiese zu bebauen. Wie alt die 17 Erlen und Weiden sind, vermochte Stölting nicht zu sagen. „Wir sind seit 16 Jahren an diesem Standort, so lange sind sie auch da.“ Der Stammumfang einiger Bäume lässt aber vermuten, dass sie schon deutlich älter sind. Der Amtsleiter betonte, er habe sich vorher bei der Stadtverwaltung erkundigt, ob die Bäume beseitigt werden dürfen. Dort habe es keine Bedenken gegeben.

 Der Leiter des städtischen Bau- und Umweltamtes, Udo Reinbacher, bestätigte die Anfrage. „Nach dem noch gültigen alten Kataster standen die Bäume nicht unter Schutz“, sagte er. Auch in dem für das Gebiet geltenden Bebauungsplan seien sie nicht als schützenswert eingetragen.

 Das Amt Bad Bramstedt-Land hat die Baumbeseitigung gerade noch rechtzeitig erledigt, um auch das Landesnaturschutzgesetz einzuhalten. Danach durften zum Schutz brütender Vögel nur noch bis Montag Bäume gefällt werden. Ab 2017, so die Planung der Landesregierung, darf sogar nur noch bis Ende Februar zu Axt und Kettensäge gegriffen werden.

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