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4287 schützenswerte Bäume

Bad Bramstedt 4287 schützenswerte Bäume

Das Baumkataster, durch das im Stadtgebiet 4287 Bäume vor dem Fällen bewahrt werden sollen, ist fertig. Im Dezember liegt es der Stadtverordnetenversammlung zum Satzungsbeschluss vor, der ihm Rechtskraft verleihen würde. Das Auflisten der Bäume dauerte mehrere Jahre.

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Doppelt geschützt: Auch die Bäume in der Altonaer Straße sind im Baumkataster aufgeführt. Die Straße steht mit ihren Alleebäumen zudem unter Denkmalschutz.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Schon seit 2002 gibt es ein Baumkataster, in dem über 2000 einzelne schützenswerte Bäume oder Baumgruppen aufgeführt sind. Mit dieser ursprünglichen Version ist aber zum weitaus größten Teil städtisches Grün geschützt. Etliche Bäume davon gibt es schon gar nicht mehr. Deshalb beschlossen die Stadtverordneten bereits 2011 eine Neuauflage. Vor allem sollten mehr Bäume im Privatbesitz vor der Kettensäge bewahrt werden. Zunächst wurde das Baumpflegeunternehmen Bollmann mit der Überarbeitung beauftragt. Die Spezialisten fanden gut 1300 Bäume auf Privatgrundstücken, die sie für schützenswert hielten.

 Allerdings waren die Kosten für die Beschäftigung der Baumexperten so hoch, dass die Stadt beschloss, die öffentlichen Bäume in Eigenregie durch den Bauhof zu erfassen. Der geriet mit dieser Mammutaufgabe an seine Grenzen. Bauamtsleiter Udo Reinbacher räumte ein, dass dem Auftrag wohl eine „zu optimistische Einschätzung der personellen Kapazitäten und Möglichkeiten des städtischen Bauhofes zugrunde lag“. Die Erfassung der Bäume zog sich hin.

 Fünf Jahre nach dem Stadtverordnetenbeschluss ist die Aufgabe nun geschafft. 2947 stadteigene und 1340 private Bäume sind in das Kataster eingetragen. Damit stehen mehr als das Dreifache an privaten Bäumen unter Schutz als bisher. Im alten Kataster waren 400 private Gewächse verzeichnet. Es gibt nun, im Unterschied zum alten Kataster, auch keine Baumgruppen mehr. Diese Bezeichnung sei zu unspezifisch und könne bei Rechtsstreitigkeiten zu Problemen führen, erklärte Reinbacher.

 Wenn das neue Kataster voraussichtlich am 1. Januar 2017 gültig wird, dürfen die darin aufgeführten Bäume nur noch auf Sondergenehmigung der Stadt hin gefällt werden. Der Antragsteller muss, wenn er die Genehmigung erhält, in der Satzung genau aufgeführte Ersatzpflanzungen vornehmen oder, wenn er dazu keine Möglichkeit hat, an die Stadt Geld bezahlen, damit sie Ersatz pflanzt. Die Höhe dieser Ausgleichsbeträge und Ersatzpflanzungen richtet sich nach der Größe des gefällten Baumes. Wer illegal abholzt, muss noch mehr Ersatz pflanzen und, in gravierenden Fällen, auch mit einem Bußgeld rechnen.

 Jeder Grundstücksbesitzer, der über einen Internetanschluss verfügt, kann übrigens feststellen, ob er bald Besitzer eines geschützten Baumes wird. Im Internet ist auf dem Geoportal der Metropolregion Hamburg eine Karte abrufbar, auf der alle Bäume verzeichnet sind. Rote Punkte markieren städtische Bäume, grüne private. Beim Mausklick auf einen Punkt öffnet sich ein Fenster, in dem der Baum beschrieben wird. Was auf der Karte im Internet noch fehlt, sind allerdings die Grundstücksgrenzen, wodurch eine Zuordnung nicht immer ganz eindeutig ist. „Da arbeiten wir noch dran“, versicherte Bauamtsingenieur Erich Dorow. Wer kein Internetzugang hat, kann die Karte auch im Rathaus einsehen.

 Die Vorabveröffentlichung im Internet hat verschiedentlich auch schon für Kritik gesorgt. Zurzeit sind die neu aufgeführten Bäume nämlich völlig ungeschützt, sie können bis zum Inkrafttreten der Satzung noch gefällt werden.

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