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Abriss: Einspruch in letzter Minute

Bad Bramstedt Abriss: Einspruch in letzter Minute

Am kommenden Wochenende soll die über 100 Jahre alte Gayenbrücke in Bad Bramstedt abgerissen werden. Nun erhebt die Initiative „Erhaltet das Stadtbild“ schwere Vorwürfe gegen die Stadt: Sie habe einige wichtige Verfahrensschritte nicht eingehalten.

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116 Jahre steht die Gayenbrücke, am Wochenende wird sie abgerissen.

Quelle: Archiv

Bad Bramstedt. So bemängelt die Initiative, die Stadt habe versäumt, eine öffentliche Anhörung durchzuführen; außerdem fehle ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung und des Tourismusausschusses. Initiativensprecher Hartmut Müller hat sogar die Kommunalaufsicht eingeschaltet. Die Stadt wollte sich am Dienstag noch nicht dazu äußern.

 Durch den Abriss werde eine Wegeverbindung auf Dauer unterbrochen, die im Flächennutzungsplan eingetragen sei, argumentiert Müller, der auch FDP-Stadtverordneter ist. Bei einer solchen gravierenden Änderung müsste ein Anhörungsverfahren eingeleitet werden, in dem beispielsweise auch die Nachbarorte und Verbände, die sogenannten Träger öffentlicher Belange, sich äußern können. Außerdem, so Müller, reiche ein Beschluss des Bauausschusses nicht aus, für rund 100000 Euro die alte Brücke abzureißen. „Die Stadtverordnetenversammlung hätte zustimmen müssen. Auch hätte der Ausschuss für Tourismus mitentscheiden müssen. Schließlich wird hier ein Wanderweg aufgehoben“, meint Müller. Er hofft, dass die Kommunalaufsicht den Abriss in letzter Minute stoppen wird. Das Bauwerk sei für Radfahrer und Fußgänger auf jeden Fall stabil genug. Für das Befahren mit schweren landwirtschaftlichem Gerät sei die über 100 Jahre alte Brücke ohnehin nicht gebaut worden, so Müller.

 Der Initiativensprecher beruft sich auch auf eine Stellungnahme des Brückeningenieurs Jürgen Bätcke aus Hitzhusen. Er war viele Jahre für das Land als Begutacher von Brücken tätig. Sein Vorschlag: Ein Netz unter der Brücke spannen, damit keine Putzbrocken auf das AKN-Gleis fallen. Damit, so Bätcke, habe das Land selbst bei Autobahnbrücken über viele Jahre gute Erfahrungen gemacht. Die Stadt könnte dadurch finanziellen Spielraum für eine spätere Sanierung gewinnen.

 Auch Gerhard Wasmus hatte sich als engagierter Bürger eingehend mit dem Bauwerk befasst und dem Rathaus eine Reihe von Fotos geschickt. Nach seiner Einschätzung sind bisher nur Putzbrocken an den Stützen kurz über dem Boden herausgefallen. Über dem Gleis sei der Putz einwandfrei.

 Die Stadt begründet den ersatzlosen Abriss damit, dass eine Sanierung zu teuer sei. Der Putz könne nur mit großem Aufwand erneuert werden, weil er auf dem ebenfalls brüchigen Beton nicht halte. Zu den konkreten Vorwürfen der Initiative wollte sich gestern kein Stadtverantwortlicher äußern. Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach ist im Urlaub. Bauamtsleiter Udo Reinbacher sagte, die Kommunalaufsicht habe eine Stellungnahme angefordert, die nun formuliert werde. Für Mittwoch kündigte er eine Stellungnahme des stellvertretenden Bürgermeisters Burkhard Müller an.

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