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Aldi darf doch anbauen

Bad Bramstedt Aldi darf doch anbauen

Aldi darf seinen Discountmarkt in der Hamburger Straße nun doch vergrößern. Der Planungsausschuss stimmte am Montagabend dem Antrag zu, wonach die Verkaufsfläche um 200 Quadratmeter wachsen wird. Die Nachbarn sind erbost.

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Der Aldi-Markt an der Hamburger Straße darf vergrößert werden. Er wurde 2009 gebaut. Davor stand hier ein VW-Autohaus.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Eigentlich hatte die Stadt den Aldi-Markt in der Hamburger Straße verhindern wollen. Bis 2008 war der Discounter neben dem Schloss auf dem Bleeck (heute Kik) ansässig. Der Laden und der rückwärtige Parkplatz wurden aber zu klein. Aldi Nord hatte daraufhin das in der Hamburger Straße ansässige VW-Autohaus aufgekauft, um es abzureißen und dort neu zu bauen. Die Stadt musste die Pläne nach langen Diskussionen akzeptieren, weil es sich planungsrechtlich um ein Mischgebiet handelt, in dem solche Läden zulässig sind, allerdings nur bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern.

 Aldi-Märkte haben heute aber eine Standardgröße von 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Auch der Markt neben Famila am Lohstücker Weg soll auf diese Größe erweitert werden. Mit Lager und Nebenräumen kann er sogar auf 1300 Quadratmeter wachsen. Die Genehmigung liegt bereits vor. Für die Hamburger Straße hatte Aldi schon 2012 einen Antrag auf Vergrößerung eingereicht. Der Planungsausschuss lehnte damals aber eine Änderung des Bebauungsplanes ab.

 Mittlerweile hat sich die Sichtweise geändert. Bauamtsleiter Udo Reinbacher zitierte im Planungsausschuss am Montagabend ein Beratungsbüro, das 2003 ein Einzelhandelsgutachten für die Stadt aufgestellt hat und es seitdem fortschreibt. „Aus fachlicher Sicht spricht nichts gegen die Erweiterung“, so Reinbacher. Ein Verdrängungswettbewerb werde durch 200 Quadratmeter mehr Verkaufsfläche nicht ausgelöst. Das überzeugte dann eine große Mehrheit der Ausschussmitglieder, die bei zwei Gegenstimmen eine Änderung des Bebauungsplanes beschlossen.

 Damit beginnt allerdings erst das aufwendige Änderungsverfahren. Vor allem muss geklärt werden, welche Lärmbelästigung für die Nachbarschaft zu erwarten ist. Aldi will an der Nordseite zum Caspar-Fuchs-Weg hin anbauen. Dort soll die neue Entladezone entstehen. Das derzeitige rückwärtige Lager wird zur Verkaufsfläche. Die Anlieferer werden dann rund sechs Meter vor den Einfamilienhäusern in Caspar-Fuchs-Weg und Sommerland rangieren.

 „Das ist schon jetzt nervig“, findet Heiner Pohling, der nur wenige Schritte vom Discount-Markt entfernt wohnt. „Morgens ab sechs dürfen die Laster kommen und machen dann Lärm mit ihren Ladebühnen und Kühlaggregaten.“ Er und einige Nachbarn waren zu der Sitzung am Montag gekommen, die sie dann nach der Abstimmung protestierend verließen.

 Sorgen macht sich Pohling auch um eine Eiche neben dem Aldi-Markt. „Die dürfte schon 50 bis 60 Jahre alt sein und müsste dann weg.“

 Reinbacher hält es für wahrscheinlich, dass Aldi für Lärmschutzvorkehrungen sorgen muss. Die Ladezone müsse wohl „eingehaust“ werden. Eventuell sei auch eine Lärmschutzwand zum Caspar-Fuchs-Weg nötig. Näheres soll ein Lärmschutzgutachten klären.

 Die Eiche, so Reinbacher, könne aber stehen bleiben. Das Gebäude rücke nur näher an sie heran.

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