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Bücherei: Zu klein, zu altmodisch

Bad Bramstedt Bücherei: Zu klein, zu altmodisch

Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach hat sich die sanierungsbedürftige Stadtbücherei angesehen. Seine teils humorvolle Berichterstattung im Bildungsausschuss täuschte nicht darüber hinweg: Es muss dringend etwas getan werden, das ist Stadtverwaltung und Kommunalpolitikern klar.

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Der Teppichboden in der Bücherei ist zerschlissen, die Neonröhren müssen erneuert werden.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Die seit Jahren vernachlässigte Bibliothek war abermals Thema auf der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur. Nachdem der Ausschuss im Juni die Stadtverwaltung bat, konkrete Vorschläge zu einem Umzug oder einer Modernisierung vorzulegen, hatte sich Bürgermeister Kütbach vor Ort umgesehen, „ohne Voranmeldung“, wie er dem Ausschuss auf der jüngsten Sitzung berichtete.

 „Ein gewisse Enge drängt sich sofort auf“, erzählte Kütbach, der seinen Besuch in der Bücherei mit Fotos dokumentierte. „Es ist zwar kuschelig, funktioniert aber nicht“, musste er eingestehen. So ist der Arbeitsplatz für die Büchereileiterin und die vier Teilzeitkräfte in einer kleinen Ecke untergebracht und bietet eigentlich nur Platz für eine Person. Die Stadtbibliothek hat einen Bestand von 26000 Medien, der müsste allerdings, gemessen an der Einwohnerzahl, 27000 umfassen. Laut Büchereizentrale Schleswig-Holstein ist für einen Bestand dieser Größenordnung eine Fläche von 816 Quadratmetern empfohlen. Die Bad Bramstedter Bibliothek misst wenig mehr als ein Viertel: 213 Quadratmeter.

 Die Stadtbücherei wurde Mitte der 1980er-Jahre in der Alten Schule am Maienbeeck, dem heutigen Kulturhaus, untergebracht – und seitdem nicht mehr saniert. „Die Transportwagen und Regale sind noch aus der Originalausstattung“, beschrieb Kütbach. Die Lampen ebenso: „Die stehen noch nicht unter Denkmalschutz“, scherzte der Bürgermeister, der sich auch die „WCs aus der Gründerzeit“ angesehen hatte. Vom zerschlissenen Teppichboden – „der ist auf“ – wollte er lieber kein Foto zeigen.

 Die veraltete Ausstattung ist das eine Problem; das andere ist der Platzmangel: Fast schon eine Mammutaufgabe für die verschuldete Stadt.

 Büchereileiterin Anna Stenzel hatte im Juni vorgeschlagen, den angrenzenden Jugendringraum mitzunutzen, der ja nur durch eine Glaswand von der Bücherei getrennt ist. Bürgermeister Kütbach kann diesem Vorschlag nach seiner Besichtigung nichts mehr abgewinnen: „Das reicht nicht aus und löst das Problem nicht.“ Zumal es auch keine Durchgangsmöglichkeit gebe. Um sein Bild von der Situation komplett zu machen, hatte Kütbach auch die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei befragt. Wichtig sei ihnen vor allem eine Rückzugsmöglichkeit, da die Bücherei nur aus einem Raum besteht. „Leser können sich nicht zurückziehen und wenn Vorlesungen gehalten werden, können sich andere Kunden nicht unterhalten“, erklärte Kütbach. Außerdem hätten ihm die Mitarbeiterinnen gestanden, dass sie über einen Rückgang der Kundenzahl eher froh seien, da es für sie Entlastung bedeute.

 Kütbach schlug für die Lösung des Problems zwei Alternativen vor: Die erste sieht vor, dass die Stadtbücherei das gesamte Gebäude übernimmt. Für die VHS und die anderen Kulturvereine, von denen die Alte Schule mitgenutzt wird, müssten dann neue Räume gefunden werden. „Die zweite Alternative wäre, dass die Stadtbücherei in neue Räume zieht“, sagte der Bürgermeister. Dafür müssten Standorte untersucht werden. „Unsere Schulen haben derzeit keine Räumlichkeiten übrig.“

 Doch der erste Schritt in Sachen Stadtbücherei soll die Behebung von Mängeln und die Verbesserung der Ausstattung sein. Dazu gehören unter anderem eine neuer Teppichboden und neue Lampen, die laut Kütbach am kostenintensivsten sein werden. Danach soll der Flächen- und Raumbedarf ermittelt werden. „Mittelfristig werden wir einen Standort festlegen. Die Umsetzung folgt dann in 2018“, sagte Kütbach.

 Auch in Sachen Förderung hatte sich der Bürgermeister schon schlau gemacht und das Städtebauförderprogramm „Kleine Städte“ sowie die Aktivregion Holsteiner Auenland mit dem Programm „Gemeinschaft bildet“ ins Auge gefasst. Diese Schritte wurden vom Ausschuss befürwortet.

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