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Buslinie nach Wrist bleibt

Bad Bramstedt Buslinie nach Wrist bleibt

Die seit gut einem Jahr bestehende Busverbindung zwischen Bad Bramstedt und Wrist mit Anschluss an die Bahnen nach Hamburg wird die nächsten Jahre weiter verkehren. Im vergangenen Jahr stiegen 6000 Fahrgäste ein – „für eine Überlandlinie ist das schon in Ordnung“, befand Cliff Lüers vom Kellinghusener Busunternehmen „Die Linie“.

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Im Stundentakt fährt der Bus vom Bleeck zum Bahnhof nach Wrist. In knapp einer Stunde ist so der Hamburger Hauptbahnhof erreicht.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Im Dezember 2014 war die Busverbindung eingerichtet worden. Montags bis freitags fahren die Busse im Stundentakt, der erste morgens um 4.56 Uhr ab Bad Bramstedt, der letzte um 21.36 Uhr. Am Wochenende verkehrt der Bus der Linie 6551 alle zwei Stunden. Die Zeiten sind so getaktet, dass immer Anschluss an die Bahn nach Hamburg besteht. Die Fahrzeit beträgt somit vom Bramstedter Bleeck bis zum Hauptbahnhof 58 Minuten. Alternative ist die Fahrt mit AKN und S-Bahn, die allerdings eineinhalb Stunden dauert.

 Geschaffen wurde die Buslinie wegen des sechs- bis achtspurigen Ausbaus der Autobahn 7 zwischen Bordesholmer Dreieck und Hamburg, der 2015 begonnen hat. Wegen der zu erwartenden Staus sollten Berufspendler in die öffentlichen Verkehrsmittel gelockt werden. Zeitlich ist die neue Verbindung attraktiv, denn im Berufsverkehr ist die Strecke von Bad Bramstedt in die Hamburger Innenstadt in einer Stunde nicht zu schaffen. Dennoch stiegen bisher offenbar nur relativ wenig Pendler um. „Unter den 6000 Fahrgästen in 2015 sind auch täglich 70 bis 80 Schüler“, weiß Cliff Lüers. Sie nutzen die Busse, um von Kellinghusen oder Wrist zum Gymnasium oder zur Gemeinschaftsschule in Bad Bramstedt zu kommen. Früher mussten sie mit den Schulbussen lange Umwege über die Dörfer fahren, was nun entfällt. Lüers ist beim Kellinghusener Unternehmen „Die Linie“ tätig, dass nicht nur den Schulbus- und Linienverkehr im Raum Bad Bramstedt stellt, sondern auch den Stadtverkehr in Elmshorn übernommen hat. „Dort kommen wir auf 6000 Fahrgäste am Tag“, sagt er. Allerdings ließe sich das auch nicht vergleichen. „Wir sind eigentlich ganz zufrieden und es ist auch noch zu früh für eine fundierte Beurteilung.“ Üblicherweise würden neue Linien erst nach drei Jahren ausgewertet. Das Angebot müsse sich erst einmal herumsprechen.

 Auch Lars Anders von der SVG (Südwestholstein-ÖPNV-Verwaltungsgemeinschaft der Kreise Pinneberg, Segeberg und Dithmarschen) meint, es sei noch zu früh für eine Bewertung. Die SVG organisiert den Busverkehr im Kreis Segeberg. Der Hamburger Verkehrsverbund, in den die Linie 6551 eingebunden ist, erhebe nur alle fünf Jahre Zahlen, um daraus Schlüsse zu ziehen, ob der Bus angenommen wird, so Lüers. Solange bleibe die Linie auf jeden Fall erhalten.

 Ein gravierendes Manko hat das neue Angebot. Zwar kann mit dem HVV-Ticket von Bad Bramstedt bis Wrist gefahren werden, da der Kreis Segeberg zum HVV-Gebiet gehört. Weil Wrist aber im Kreis Steinburg liegt, fährt die Bahn genau eine Station, bis Dauenhof im Kreis Pinneberg, außerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes. Deshalb muss ein SHTarifticket gekauft werden, das dann zwar auch bis zum Hauptbahnhof gilt, aber teurer ist. Im Jahresabo kostet die SH-Karte monatlich 195 Euro, beim HVV 170 Euro. Und mit der HVV-Karte können zudem innerhalb des Tarifgebietes alle Bahnen und Busse benutzt werden.

 Wann dieses Ärgernis beendet wird, ist zurzeit noch nicht abzusehen. Die Landesregierung hat eine Ausweitung des HVV abgelehnt, es sei denn, sie wäre für das Land kostenneutral. Der Kreis Steinburg hat zwar signalisiert, 400000 Euro zur Kostendeckung beizusteuern. Auch Wrist und Kellinghusen sind bereit, sich zu beteiligen, doch „das alles wird nicht reichen“, meint der Bürgermeister von Wrist, Günther Biehl. Es gehe um ein Defizit von 1,85 Millionen Euro, das aufgefangen werden müsse. Biehl gab zu bedenken, dass seine 2000-Einwohner-Gemeinde ja nur der Standort des Bahnhofs sei, die Fahrgäste kämen aber aus der ganzen Region. Dafür könne Wrist nicht aufkommen.

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