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Der Pfarrer verabschiedete sich

Bad Bramstedt Der Pfarrer verabschiedete sich

Berthold Bonekamp-Kerkhoff, Pfarrer der katholischen Gemeinde „Jesus Guter Hirt“, verabschiedete sich am Sonntag von rund 300 Kirchenbesuchern. Der 59-Jährige wechselt ins Erzbistum Hamburg, zu dem auch Schleswig-Holstein und der Landesteil Mecklenburg gehören.

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Von der evangelischen Kollegin, Pastorin Petra Fenske, gab es zum Abschied eine herzliche Umarmung.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Bad Bramstedt. Dort übernimmt Berthold Bonekamp-Kerkhoff als Personalreferent und stellvertretender Generalvikar neue Aufgaben. Sein Nachfolger wird Pfarrer Peter Wohs. Der 56-Jährige kann den Platz jedoch nicht vollständig ausfüllen, denn er betreut außerdem noch die Pfarreien in Neumünster und Segeberg. Zu dem neu gebildeten „pastoralen Raum“ mit jetzt neun Kirchen gehören 16000 Katholiken. Auf die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kirchengemeinden werden deshalb nun noch mehr Aufgaben zukommen.

 Berthold Bonekamp-Kerkhoff hatte zunächst als Diplom-Volkswirt zahlreiche Funktionen in der Wirtschaft inne. Erst später studierte er zusätzlich Theologie und wurde vor zehn Jahren zum Priester geweiht. Vor sieben Jahren übernahm er dann, neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Geschäftsführer der Ansgar-Gruppe mit drei Krankenhäusern, die Pfarrei in Bad Bramstedt.

 „Hier wurde nicht die Frage gestellt: ,Schaffen wir das oder nicht?’ Es wurde einfach gemacht“, sagte Bonekamp-Kerkhoff. „Ich habe gespürt, dass ich nicht immer dabei sein musste“, lobte er die engagierte ehrenamtliche Arbeit in der Kirchengemeinde. Und so konnte er sich in seiner Zeit als Pfarrer neben den Gottesdiensten vor allem der Seelsorge widmen: „Ich hoffe, dass mir dafür zukünftig noch etwas Raum bleibt.“ Mit dem Bischof sei aber abgesprochen, dass er als Vertretung in dem neuen pastoralen Raum einspringen dürfe.

 Für ihn sei zehn Jahre vor seiner Pensionierung – Priester müssen bis zu ihrem 70. Lebensjahr arbeiten – noch einmal der richtige Zeitpunkt gekommen, aktiv und verantwortlich in der Kirche mitzuwirken, sagt Bonekamp-Kerkhoff. Dafür hat er auch seinen bisherigen Hauptberuf aufgegeben. Er bleibt der Ansgar-Gruppe allerdings noch als Aufsichtsratsvorsitzender erhalten.

 „Der Abschied macht uns nicht glücklich“, sagte Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach: „Die Gemeinde kann aber dankbar sein für den Reichtum, den dieser fröhliche Pfarrer hinterlässt.“

 „Am Anfang warst Du stocksteif, ganz der Geschäftsmann. Irgendwann hast Du aber gemerkt, dass Ehrenamtler anders ticken“, verabschiedete Sabine Schilling den Pfarrer aus der Kirchengemeinde. Später habe er Vertrauen in das Ehrenamt gesetzt und die freiwilligen Mitarbeiter dort abgeholt, wo sie waren. Das sei die Basis für eine funktionierende Gemeinde, so Schilling.

 „Wir danken Dir für die enge ökumenische Zusammenarbeit“, sagte Pastorin Petra Fenske von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Bramstedt. Für sie sei es eine besondere Erfahrung gewesen, auch in der katholischen Kirche predigen zu dürfen. „Es gibt zwar Grenzen“, meinte sie in Hinblick auf die Ökumene, „aber auch ganz viel Verbindendes.“ Neben dem Glauben habe sie die Klugheit und die Menschenfreundlichkeit ihres katholischen Kollegen besonders schätzen gelernt.

 Gemeindemitglied Bernd Michael Domberg nutzte den feierlichen Abschied auch für Kritik hinsichtlich des Frauenbildes in der katholischen Kirche: „Bestimmt hat Jesus nicht festgelegt, dass das weibliche Geschlecht für den Priesterberuf ungeeignet ist.“ Und auch den Zölibat stellte er in Frage. Viele angehende Priester würden deshalb schon während des Theologiestudiums nach und nach verloren gehen. „Kann sich die Kirche das noch heute leisten?“, stellte Domberg in den Raum. Den Weggang von Bonekamp-Kerkhoff nannte er einen herben Verlust: „Für Dich persönlich ist es ganz sicher der richtige Weg, den wir Dir von Herzen gönnen.“

 Pfarrer Peter Wohs war mehrere Jahre lang Jugendpfarrer im Erzbistum Hamburg, danach Pfarrer in Hamburg-Harburg und Neumünster. Seit Beginn des Jahres ist er nun auch zuständig für die Kirchengemeinde Bad Bramstedt, Neumünster und Segeberg. Unterstützt wird er durch zwei Pastöre – Priester, die keine Pfarrei leiten, sondern sich nur auf die geistliche Arbeit konzentrieren – und einen Kaplan, einem Berufsanfänger auf dem Weg zum Priesteramt. Außerdem könne er vielleicht auch noch auf Pfarrer im Ruhestand zugreifen, hofft Wohs.

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