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Deutlich weniger Einbrüche

Bad Bramstedt Deutlich weniger Einbrüche

Jens Rossow hatte eine beruhigende Nachricht in den Hauptausschuss mitgebracht, dem er die Kriminalstatistik 2015 vorstellte: „Bad Bramstedt ein sicherer Ort.“ Entgegen der Wahrnehmung vieler Bürger sei beispielsweise die Zahl der Wohnungseinbrüche gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück gegangen.

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Jens Rossow ist seit zwei Jahren Leiter der Bad Bramstedter Polizeistation.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. 2014 wurde 67 Mal in Privathäuser eingebrochen, im vergangenen Jahr gab es nur noch 39 Fälle, so der Leiter der Polizeistation im Sommerland. Damit sei die Entwicklung in Bad Bramstedt gegenläufig zum Landestrend, nach dem die Zahl der Einbrüche deutlich ansteigt, wie Rossow sagte. Der Rückgang gelte auch für die meisten anderen Delikte in Bad Bramstedt. Die „Fallzahl“, die alle kriminellen Delikte zusammenfasst, ist nach Rossows Auswertung in 2015 um 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Landesweit war sie gleich geblieben.

 Nur ein besonders schweres Verbrechen in Bad Bramstedt hatte im letzten Jahr die Polizei beschäftigt: die Vergewaltigung einer jungen Frau am Lohstücker Weg in Höhe des dänischen Bettenlagers an einem frühen Sonntagmorgen im Oktober. Schon wenige Tage später konnte ein 36-jähriger Mann als Tatverdächtiger verhaftet werden. Der Osteuropäer war als Wanderarbeiter auf Baustellen in Bad Bramstedt tätig.

 In Sachen Rauschgiftkriminalität ermittelte die Polizei 2015 in 28 Fällen. „Es ging dabei ausschließlich um leichtere Drogen, vor allem Cannabis“, sagte Rossow. Fälle von Heroin- oder Kokainbesitz seien nicht darunter gewesen. 67 Mal musste die Polizei in Betrugsfällen ermitteln. „Dabei handelt es sich meistens um Internetbetrug“, erklärte der Polizeichef. Einwohner, die im Internet etwas kaufen, die Ware aber nicht geliefert bekommen, erstatten in Bad Bramstedt Anzeige. Der Beschuldigte sei dann aber meistens nicht in Bad Bramstedt ansässig, sodass es sich auch nicht um örtliche Kriminalität handele. Fahrraddiebstähle seien in Bad Bramstedt ebenso rückläufig wie Kfz-Diebstähle, hat Rossow festgestellt.

 Die Aufklärungsquote liegt auf alle Fallzahlen berechnet in Bad Bramstedt bei 35 Prozent, 2014 hatte sie bei knapp 42 Prozent gelegen. Die Rolandstadt liegt damit deutlich unter der kreisweiten Aufklärungsquote von 55,5 Prozent in 2015.

 Woran das relativ schlechte Abschneiden der Bad Bramstedter Polizei liegt, konnte sich Rossow nicht erklären. Er kündigte an, die Zahlen noch einmal genau zu überprüfen. Möglicherweise liege hier auch ein Fehler in der Statistik vor. Manchmal sei der Aufklärungserfolg aber auch von Einzelfällen abhängig. „Wird beispielsweise ein Einbrecher geschnappt, können ihm häufig gleiche mehrere Taten zugeordnet werden, die dann als aufgeklärt gelten.“

 Besonders niedrig ist die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbrüchen: 6,7 Prozent. Die Täter seien nur äußerst schwierig zu ermitteln, sagte der Polizist Vielfach seien Banden am Werk, die professionell vorgehen. Ein Einbrecher konnte im letzten Jahr auf frischer Tat erwischt werden. Es war ein Einzeltäter, der mehrere Einbrüche zur Last gelegt werden konnten.

 „Schwerpunkt der Einbruchskriminalität ist der Süden von Bad Bramstedt“, sagte der Polizeichef. Hier gibt es besonders viele Einfamilienhäuser. „Wir machen dort seit Montag dieser Woche Hausbesuche, um die Leute aufzuklären, wie sie ihre Häuser sichern können.“

 20 Planstellen hat die Polizeistation Bad Bramstedt. Nachts ist immer ein Streifenwagen im gesamten Bezirk unterwegs, der die Stadt Bad Bramstedt, das Amt Bad Bramstedt-Land, Boostedt und Lentföhrden umfasst. Das übergeordnete Polizeirevier Kaltenkirchen sei zudem nachts mit einem zivilen Polizeiwagen auch im Polizeibezirk Bad Bramstedt unterwegs, berichtete Rossow.

 Die Wahrscheinlichkeit, Opfer sogenannter Straßenkriminalität zu werden, sei in Bad Bramstedt sehr gering, betonte der Stationsleiter. Straßenraub gebe es nur äußerst selten.

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