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Die Feldbahn steht vor dem Aus

Bad Bramstedt Die Feldbahn steht vor dem Aus

Sie ist ein echtes Kleinod und zieht Menschen auch von weiter her an: Die Bad Bramstedter Kurbahn. Nun steht sie vor dem Aus. „Wir können die Sicherheit auf Dauer nicht gewährleisten“, sagt Betriebsleiter Andreas Knopf. Am kommenden Sonntag, 10. Dezember, ist der vorerst letzte Fahrtag.

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Die Feldbahn in Bad Bramstedt bietet am Sonntag den vorerst letzten Fahrtag an. Betriebsleiter Andreas Knopf hat Sicherheitsbedenken.

Quelle: Archiv

Bad Bramstedt.. Knopf und seine Mitstreiter vom Förderverein Feldbahn plagen zwei Sorgen: Die Kupplungen der Waggons sind marode und der Lok fehlt eine sogenannte Totmannseinrichtung. Sie soll sicherstellen, dass der Lokführer bei Bewusstsein ist. Dazu muss er alle drei Minuten auf einen Knopf drücken, unterlässt er dies trotz Warnsignal, wird eine automatische Vollbremsung eingeleitet. „Wir können diese Sicherung aber in unserer alten Diesel-Lokomotive nicht einbauen, das ist technisch nicht möglich“, so Knopf. Eine neue Lokomotive würde 180.000 Euro kosten, was den Verein komplett überfordert. Eine gebrauchte Lok kostet vielleicht 20.000 Euro. „Sie müsste dann mit der Sicherheitsvorkehrung nachgerüstet werden, was aber wohl auch nur ein Provisorium wäre“, so der Betriebsleiter. Aber auch das Geld fehlt. Neue Kupplungen an den Waggons würden dann zusätzlich noch 15.000 Euro kosten. Ohne diese Sicherheitsmaßnahmen will Knopf den Fahrbetrieb mit Personen nicht fortsetzen. „Ich muss am Ende dafür gerade stehen, wenn etwas passiert.“

Zunächst war nun ohnehin eine Winterpause geplant. Allerdings glaubt Knopf nicht daran, den Personenfahrbetrieb im kommenden Jahr wieder aufnehmen zu können. „Wir werden aber weiterhin die Bahn für den Güterverkehr einsetzen“, so Knopf. Vor allem für den Holztransport im Moorabbaugebiet wird die Bahn eingesetzt. Für den Betriebsleiter ist das auch die Hauptaufgabe der Kleinbahn. „Die öffentlichen Fahrtage bieten wir nur zusätzlich an.“ Aber auch Knopf weiß, dass sie eine große Attraktion sind und deshalb will sie sie, wenn irgendwie möglich, auch wieder anbieten. „Doch woher wir das Geld nehmen sollen, erschließt sich mir noch nicht“, sagt der Betriebsleiter.

Die Bahn diente früher dem Moortransport ins Klinikum, damals noch Rheumaklinik. Die Aufgabe übernahm dann Ende der 1970er Jahre eine Pipeline. Seit den 1990er Jahren wird die Bahn von ehrenamtlichen Vereinen betrieben.

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