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Die Schuhe gehören zum Brauch

Bad Bramstedt Die Schuhe gehören zum Brauch

Männer im schwarzen Frack und mit Zylinder prägen in den nächsten Tagen das Stadtbild von Bad Bramstedt, denn die Fleckensgilde von 1560 beginnt mit ihren traditionellen Gebräuchen. Einer davon spielt sich in einem Schuhgeschäft ab.

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Thomas Forck verpasste dem ersten Jüngsten Hans-Otto Reimers zielsicher ein Paar schwarze, glänzende Schuhe in Größe 43, die ihn bequem durch die Pfingstzeit tragen sollen.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Bad Bramstedt. Um die vielen Kilometer, die zu Fuß zurückgelegt werden, auch unbeschadet zu überstehen, brauchen die Gilde-Herren gutes Schuhwerk. Schwarz müssen sie sein, auf Hochglanz poliert, aber auch bequem und haltbar. Dafür sorgt bereits seit 1982 das Schuhhaus Forck. Nachdem Otto Möck die Sitte eingeführt hatte, übernahm sie Thomas Forck 1998 gleichzeitig mit dem Geschäft: Der jeweils Jüngste der Fleckensgilde bekommt kostenlos ein paar Schuhe. Sie sollen ihn bei seinen ersten Schritten im Vorstand der ehrwürdigen Gilde begleiten.

 Der neue Jüngste Hans-Otto Reimers, der mit seiner Frau einen Landhandel betreibt, kam in seiner alltäglichen Arbeitskleidung zum Schuh-Ritus und empfing sein schwarz-glänzendes Paar. Bei den Inspektionsdiensten durch die Stadt und anderen Veranstaltungen, besonders beim Gildeball, muss Reimers nun Handlangerdienste verrichten und dafür sorgen, dass immer Gildegeist an Gäste oder Passanten ausgeschenkt wird.

 Am Pfingstsonntag, 15. Mai, nimmt der Vorstand am Gildegottesdienst teil, bei dem der Jüngste und der Achtmann die Lesung „op platt“ vortragen werden. Am Pfingstmontag treffen sich die Gildemitglieder bereits um 8 Uhr auf dem Bleeck vor dem Kaisersaal. Dort muss der Jüngste mit einem „gildewürdigen Fahrzeug“ vorfahren. Vom Helikopter bis zum Kanu wurde schon Einiges aufgeboten. Es folgen ein Frühstück und ein erster Inspektionsgang durch die Stadt.

 Am Dienstag nach Pfingsten übernehmen dann die ehrwürdigen Gilde-Herren symbolisch die Macht im Rathaus durch die Übernahme des Rathausschlüssels. Gleichzeitig wird der Gildebefehl den Stadtoberen verkündet. Er enthält einen Auftrag an diese, einen festgestellten Missstand abzustellen. Zeit sich etwas einfallen zu lassen hat der Bürgermeister dann bis abends zum Gildeball. osp

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