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Ein Geschäft verblüht

Bad Bramstedt Ein Geschäft verblüht

Die Stadt verliert wieder ein alteingesessenes Geschäft: Blumen Biehl in der Glückstädter Straße schließt am Sonnabend, 2. Juli, für immer. Seit heute läuft der Räumungsverkauf.

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Uwe und Andrea Biehl führen das Geschäft an der Glückstädter Straße gemeinsam. Doch der Vater will sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen. Die Tochter wird nur noch in Kaltenkirchen ihren Laden weiter betreiben.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Grund ist in diesem Fall nicht die prekäre Lage des Einzelhandels, sondern die familiäre Situation. Vater Uwe Biehl, der das Geschäft über Jahrzehnte aufgebaut hat, ist gesundheitlich angeschlagen und will sich mit 72 Jahren zur Ruhe setzen. „Sie können mir glauben, leicht fällt mir das nicht“, sagt er. Tochter Andrea (43) hat die Geschäftsleitung schon seit einigen Jahren übernommen, doch betreibt sie auch noch das Geschäft „Blumen und Gestaltung“ in der Kaltenkirchener Schützenstraße. „Beides ist ohne meine Eltern einfach zu viel“, sagt sie. Denn auch ihre Mutter Ute scheidet mit 72 Jahren aus dem Berufsleben aus.

 Der Floristen-Beruf hat es in sich. Dreimal in der Woche fahren Andrea oder Vater Uwe zum Großmarkt nach Hamburg – nachts um 3.30 Uhr. „Wir bekommen dort frische Ware aus dem Alten Land“, erklärt Uwe Biehl. „Das ist eine ganz andere Qualität, als die Blumen, die mit dem Lastwagen aus Holland kommen.“ Um solch hohen Standard bieten zu können, muss Andrea Biehl täglich bis zu 14 Stunden arbeiten. Das Geschäft in Bad Bramstedt hat sieben Tage in der Woche geöffnet, in Kaltenkirchen sechs. Sonntags ist dort geschlossen.

 In Kaltenkirchen ist das modernere Geschäft. Es war 1994 in einem Neubau eröffnet worden. 200 Quadratmeter Verkaufsfläche stehen zur Verfügung. Andrea Biehl betont, dass sie auch für ihre Bad Bramstedter Kunden gerne weiter da ist. Die Telefonnummer (04192/2941) bleibt erhalten, die Anrufe werden nach Kaltenkirchen umgeleitet. „Ich biete dann einen Lieferservice nach Bad Bramstedt sowohl für Firmen als auch für Privatkunden an“, so die Geschäftsinhaberin. Bestehen bleibt in Bad Bramstedt die Friedhofsgärtnerei. Andrea Biehl behält dafür eine Halle an der Glückstädter Straße, während das andere Firmengelände voraussichtlich vom benachbarten Bestattungsunternehmen übernommen wird. Ein Gärtner wird sich weiterhin um die rund 200 Gräber kümmern, mit dessen Pflege Biehl beauftragt ist.

 Arbeitslos wird keine der Bad Bramstedter Mitarbeiterinnen. Eine Angestellte wechselt nach Kaltenkirchen, eine andere hat eine neue Anstellungen in Hamburg gefunden und eine weitere Kraft geht in den Ruhestand. Der Friedhofsgärtner behält seinen Job in Bad Bramstedt.

 Familie Biehl hat sich den Entschluss nicht leicht gemacht. Blumen Biehl gibt es bereits seit 1920 in Bad Bramstedt, anfangs im Maienbeeck. Uwe Biehls Vater Johannes hatte das Geschäft gegründet. 1959 erfolgte der Umzug an die Glückstädter Straße neben den Friedhof. „Wir haben in der Familie lange überlegt, was wir machen sollen. Aber es gab keine andere Lösung als die Schließung“, sagt der Seniorchef.

 Während des Räumungsverkaufs gibt es 20 Prozent Rabatt auf Topfblumen und 50 Prozent auf Dekoartikel und Keramik. Der letzte Verkaufstag, Sonnabend, 2. Juli, endet um 12 Uhr. Danach sind Stammkunden auf ein Glas Sekt eingeladen.

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