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Erneut zwei Fälle von Wilderei

Bad Bramstedt Erneut zwei Fälle von Wilderei

Gleich zwei Fälle von Wilderei wurden von einer Anwohnerin im Bereich des Jagdbezirks auf dem Holm entdeckt. Von beiden Tieren seien die besten Fleischstücke mitgenommen worden. Den Rest der Kadaver hatten der oder die Wilddiebe liegengelassen.

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Dieses süße Rotkalb lebt im Wildpark Eekholt und ist rund fünf Wochen alt. Das von Wilderern getötete Kalb in Bad Bramstedt war schon etwas älter und schwerer.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Bad Bramstedt. Am Mittwoch fand die Nachbarin den Kadaver eines Rotkalbs, das ist der Nachwuchs von Rotwild, in der Nähe eines abgelegenen Feldweges. Nach Auskunft von Jörg Harm, Sprecher der Jagdgemeinschaft Bad Bramstedt, der zehn Jäger angehören, ist das Tier in diesem Jahr geboren worden. Und am Donnerstag wurde in unmittelbarer Nähe des ersten Fundortes zusätzlich ein Stück Rehwild gefunden, wie Harm berichtete. Beide Tier wurden erschossen. Während das ausgewachsene Reh 15 Kilogramm schwer war, schätzte der Jäger das Rotkalb auf ein Gewicht von 50 Kilogramm.

 „Wir gehen davon aus, dass die Tiere dort nicht erlegt, sondern nur entsorgt wurden“, mutmaßt Harm. In der Gegend sei es äußerst unwahrscheinlich, Rotwild anzutreffen. Außerdem befindet sich der Fundort in der Nähe eines Weges und ist mit dem Auto gut zu erreichen. Inzwischen wurden die Kadaver von Jägern fachmännisch entsorgt.

 Anwohnerin Michaela Korb, die das tote Rotkalb gefunden hatte, konnte sich nicht erinnern, Schüsse vernommen zu haben: „Hier in der Gegend ist es sehr ruhig, das hätten wir hören müssen.“

 Die Art, wie die Tiere zerlegt wurden, deute nicht auf einen Täter mit Erfahrungen in der Fleischverarbeitung hin, sagt Jäger Harm. Das geschah eher stümperhaft. Ganz anders hatte es vor einigen Wochen ausgesehen, als unbekannte Täter auf einer Weide nahe der Umgehungsstraße eine Kuh geschächtet und fachmännisch zerlegt hatten. Auch sind die Täter nach Harms Überzeugung nicht mit denen identisch, die vor einiger Zeit einen Hasen mittels einer Schlinge gefangen hatten. „Diese unterschiedlichen Methoden lassen auf verschiedene Täter schließen“, sagt Harm, der bereits seit 1967 Jäger ist.

 Auch im vergangenen Jahr waren Wilderer im Bereich Bad Bramstedt und an der Grenze zu Hasenkrug aufgefallen, die 30 bis 40 Schlingen ausgelegt hatten. Sie konnten bis heute nicht ermittelt werden.

 „Inzwischen sind alle Jäger rundum gewarnt, um auf Auffälligkeiten hinzuweisen“, sagt Jörg Harm. Eine Kirrung im Jagdgebiet, das ist ein Platz, wo Futter für das Wild versteckt wird, wird von einer Kamera überwacht. „Auf den Aufnahmen haben wir schon eine Person am späten Abend, als es stockdunkel war, gesehen. Da fragt man sich schon, was die Person zu dieser Zeit dort zu suchen hat.“

 Jeder Fall von Wilderei werde natürlich bei der örtlichen Polizei angezeigt, betont Harm: „Sie meldet die Fälle an eine zentrale Stelle für Wilderei in Bad Segeberg.“

 Dass es sich bei Wilderei keineswegs um ein Kavaliersdelikt handelt, ergibt sich deutlich aus dem Strafgesetzbuch. Danach muss, wer unter Verletzung fremden Jagdrechts oder Jagdausübungsrechts Wild nachstellt, es fängt oder Sachen, die dem Jagdrecht unterliegen, beschädigt oder zerstört, mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren rechnen - in besonders schweren Fällen sogar mit fünf Jahren. Darunter fällt die Jagd mit Schlingen, Jagen bei Nacht oder auch Jagen in der Gruppe mit mehreren Schusswaffen.

 Harm: „So viel ich weiß, können sogar die bei der Jagd eingesetzten Fahrzeuge eingezogen werden.“

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Ein Artikel von
Uwe Straehler-Pohl

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