12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Erster Spatenstich für "Kieler Modell"

Bad Bramstedt Erster Spatenstich für "Kieler Modell"

„Tut das eigentlich alles noch not?“, fragte Bad Bramstedts Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach beim Spatenstich für eine neue Flüchtlingswohnanlage, „Ja. Nur weil Flüchtlinge in den Medien kaum noch vorkommen, ist das Thema nicht verschwunden.“ Gebaut wird nach dem "Kieler Modell".

Voriger Artikel
Königs-Python seit Tagen auf Abwegen
Nächster Artikel
Gemeinde feiert 700. Geburtstag

Auch Innenminister Stefan Studt (3. von rechts) war gekommen, um mit Vertretern der Stadt und der Wankendorfer den ersten Spatenstich zu tätigen.

Quelle: Sylvana Lublow

Bad Bramstedt. Die Stadt Bad Bramstedt ist Bauherrin der Wohnanlage nach „Kieler Modell“ am Düsternhoop, Ecke Tegelbarg. Einer dieser Wohnkomplexe befindet sich in der Gorch-Fock-Straße derzeit im Bau, hier ist die Wankendorfer Baugenossenschaft selbst Bauherr, am Düsternhoop ist sie Dienstleister und übernimmt Planung, Baubetreuung und die spätere Bewirtschaftung der neuen Immobilie. Es handelt sich um zwei mehrgeschossige Wohngebäude, die mit einem Flachbau verbunden sind. 56 Flüchtlinge finden darin Platz. Im Mittelbau sind Küchen, Bäder und Räume untergebracht, die gemeinschaftlich genutzt werden.

Die Anlage kann später in Seniorenwohnungen umgebaut werden

Das Besondere am „Kieler Modell“ ist die spätere Verwertung des Gebäudes. Für eine Zeit von fünf bis zehn Jahren ist zunächst die Nutzung als Wohnraum für Asylsuchende geplant, danach entsteht mit einem überschaubaren Umbau altengerechter, barrierearmer Wohnraum. Im kommenden Frühjahr kann auch das Haus am Düsternhoop bezogen werden. Investitionsvolumen: 1,9 Millionen Euro. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln aus der sozialen Wohnraumförderung des Landes Schleswig-Holstein.

Da Bad Bramstedt in diesem Jahr mit keinen zusätzlichen Flüchtlingen rechnet, stellt sich die Frage, wer die künftigen Bewohner sein werden.  Bürgermeister Kütbach erklärt: „In die Wohnanlage können sowohl anerkannte als auch noch nicht anerkannte Flüchtlinge ziehen.“ Derzeit hat die Stadt 80 Wohnungen für viel Geld gemietet, in denen Flüchtlinge leben.  Hier soll das „Kieler Modell“ kurzfristig (angelegt auf fünf Jahre) helfen, und langfristig angelegt sein für alle Menschen, die ein Anrecht auf Sozialwohnraum haben.

Auch Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt kam zum ersten Spatenstich in die Rolandstadt und sprach sich für das „Kieler Modell“ aus: „Es ist variabel und kopierbar. Und es sieht auch nicht nach Schlichtbau aus, sondern wirkt für sich.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3