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Feiern ohne Berührungsängste

Bad Bramstedt Feiern ohne Berührungsängste

Zum zweiten Mal nach 2014 wurde in Bad Bramstedt ein großes Interkulturelles Fest gefeiert. Hunderte Besucher nutzten die Gelegenheit, mit Menschen aus anderen Kulturen in Kontakt zu treten und sich einen Eindruck über deren Gebräuche und Gepflogenheiten zu verschaffen.

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Vor seinem Auftritt als türkischer Tänzer stärkte sich Batukan Arslam (9), der mit seiner Mutter zum Fest kam, mit einer Waffel.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Bad Bramstedt. Unter der Trägerschaft der Stadt hatte ein Team aus Ehrenamtlern das Fest organisiert. Die Eröffnung übernahm Schirmherr und Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach bei sonnigem Wetter im Garten der evangelischen Kirchengemeinde am Schlüskamp. Was besonders auffiel: Deutlich mehr ausländische Bürger als beim letzten Mal besuchten das Fest.

 Bei Spielen für Kinder und Erwachsene lernten sich die Menschen kennen. Multikulturelle Angebote gab es auch an den Ständen mit Speisen und Getränken. Für armenische Speisen, iranische, russische oder kenianische Köstlichkeiten, syrische Leckereien oder afghanische „Elefantenohren“ standen die Menschen lange an und nutzten die Zeit, sich auszutauschen. „Ich bin am türkischen Stand gleich zu einem Getränk eingeladen worden“, freute sich Hans-Jürgen Schramm, der mit den türkischen Mitbürgern über die Politik in ihrem Land sprach.

 Auf besonders viele Kulturen stießen die Besucher am Stand des DAZ-Zentrums (Deutsch als Zweitsprache) der Gemeinschaftsschule Auenland. In den DAZ-Klassen wird die Grundlage der deutschen Sprache für derzeit 130 Kinder aus einem knappen Dutzend Nationalitäten gelegt. „Die Kinder werden mutiger, wir haben sie zum Kuchenverkauf auf das Festgelände losgeschickt“, sagte die Leiterin des DAZ-Zentrums, Kerstin Hauschildt. Am Stand boten die Kinder ihre landestypischen Gerichte an. Trotz einiger sprachlicher Barrieren kam es nie zu Verständigungsschwierigkeiten.

 „Ich habe auf dem Fest etwas Heimat gefunden und Kontakt zu Mitbürgern und anderen Asylanten“, sagte Farid Al Shah aus Afghanistan (34), der erst seit neun Monaten in Deutschland lebt.

 „Wir verkaufen die Basteleien auch zu Gunsten der Flüchtlinge“, erklärte Valentina Krauter-Gruber. Sie hat einen Nähkursus ins Leben gerufen, an dem sich durchschnittlich fünf Frauen beteiligen. Ob Mützen, Handtaschen oder Häkeldeckchen – alles fand guten Absatz während des Festes.

 Für eine weitere Bereicherung – auch noch nach dem Fest – sorgte der Wege-Zweckverband Segeberg (WZV). Aus Anlass seines 60-jährigen Jubiläums übergab Geschäftsführer Jens Kretschmer der Stadt Bad Bramstedt ein Spielgerät aus Holz: Ein kleiner orangefarbener Müllwagen, ausgestattet mit einer Rutsche, einer kleinen Kletterwand und einem Fahrerhäuschen, steht jetzt auf dem Spielplatz der Kita Schlüskamp, zu dem auch andere Kinder Zugang haben. „Wir möchten einen nachhaltigen Beitrag leisten, sodass sich die Kinder auch in einigen Jahren noch an dieses Fest erinnern“, sagte Kretschmer.

 Bürgermeister Kütbach war vollends zufrieden mit dem zweiten Interkulturellen Fest: „Die Begegnungen klappten prima. Damit wurde der Zweck erreicht.“

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