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Zähe Planung für Discountmarkt

Bad Bramstedt | Fuhlendorf Zähe Planung für Discountmarkt

Seit 2011 gibt es Pläne, Bad Bramstedt und Fuhlendorf einen Discountmarkt zu bauen. 2016 sollte er eröffnet werden. Doch das wird wohl nichts. Der Baugrund sei nur äußerst schwierig nutzbar, sagte die Expansionsleiterin der Norma-Discounterkette, Birte Martens.

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Die Wiese nördlich des Flüchtlingsheimes (weißes Gebäude) liegt tief auf einer Torflinse, der Markt müsste auf Betonpfählen gebaut werden.

Quelle: Einar Behn

Fuhlendorf/Bad Bramstedt. Ins Auge gefasst hat Birte Martens eine Wiese, die unmittelbar nördlich der Asylbewerberunterkunft an der Kieler Straße auf Fuhlendorfer Gebiet liegt. Das Grundstück gehört der Gärtnerei Tribbe, die es gerne verkaufen will. Schon 2011 hatte der Edeka-Discounter Netto angefragt, dort einen Markt zu bauen. Die Pläne scheiterten aber, weil Bad Bramstedt damals sein Veto einlegte und bei der Landesplanung damit durchkam. Wenige Monate später meldete sich Norma. Das Nürnberger Unternehmen wollte einen Discountmarkt auf dem Grundstück der alten Straßenmeisterei errichten, wo heute die Asylbewerberunterkunft ist. Sie ist auf Bad Bramstedter Gebiet. Zwar waren die Stadtverantwortlichen weiterhin besorgt wegen der Konkurrenz für die Geschäfte in der Innenstadt, stimmten aber zähneknirschend zu, weil der Seniorenbeirat Druck gemacht hatte. Sein Argument: In der gesamten Nordstadt gebe es keine Einkaufsmöglichkeiten, was vor allem die ältere Bevölkerung vor Probleme stelle. Doch die Norma-Pläne zerschlugen sich, weil der Grundstückskauf nicht zustande kam. Damit war wieder die Wiese nördlich des Flüchtlingsheimes im Spiel.

 In Fuhlendorf rannte Birte Martens offene Türen ein. Die Gemeinde verspricht sich nicht nur Steuereinnahmen, sondern auch eine günstig gelegene Einkaufsmöglichkeit für ihre Bürger. Doch seit Anfang 2014 wurde es ruhig um das Projekt. Birte Martens sagt: „Wir mussten diverse Gutachten erstellen lassen, aber das größte Problem ist der Baugrund.“ Die niedrig gelegene Wiese befindet sich auf einer Torflinse, einem kleinen Moorgebiet. Der Untergrund ist weich, der Grundwasserspiegel hoch. „Der Gutachter hat uns geraten, die Finger davon zu lassen“, berichtete Birte Martens. „Wir haben aber keine Alternative, deshalb haben wir einen Statiker zu Rate gezogen, der sich auf solche Untergründe spezialisiert hat.“ Es werde ein Pfahlgründung und eine Verdichtung des Untergrundes nötig, um das Gebäude zu stabilisieren. Möglich sei die Bebauung schon, aber die Kosten müssten nun ermittelt werden, um zu klären, ob das Projekt überhaupt wirtschaftlich sei.

 Außerdem steht nach Martens’ Worten noch ein Verkehrsgutachten aus, das klären soll, ob auf der Kieler Straße eine Abbiegespur gebaut werden muss. Sie würde die Kosten weiter in die Höhe treiben. Als das Projekt in Bad Bramstedt noch aktuell war, hatte die Verkehrsbehörde eine solche Spur nicht verlangt. Die Expansionsleiterin hofft, bis Ende Februar Klarheit zu haben, um eine Kalkulation aufstellen zu können. Die Naturschutzbehörde und die Wasserbehörde des Kreises Segeberg hätten keine Einwände gegen die Bebauung der Wiese. Birte Martens sagte: „Ich glaube schon, dass wir den Markt bauen werden.“

 Mittlerweile drängt auch die Gemeinde Fuhlendorf. Bürgermeister Werner Lembcke erklärte, Fuhlendorf wolle auf jeden Fall die Planungskosten von Norma erstattet bekommen, auch die bisher schon angefallenen, egal ob der Markt nun gebaut wird oder nicht. Die Gemeinde muss einen Bebauungsplan aufstellen und den Flächennutzungsplan ändern. Das Planungsamt des Kreises ist damit beauftragt worden und lässt sich auch seine bereits vorbereitenden Arbeiten bezahlen.

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