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Gayenbrücke: Abriss hat begonnen

Bad Bramstedt Gayenbrücke: Abriss hat begonnen

Die Stadt Bad Bramstedt hat erwartungsgemäß die Vorwürfe zurückgewiesen, die die Initiative „Erhaltet das Stadtbild“ wegen des Abbruchs der Gayenbrücke erhoben hatte. Auch die Kommunalaufsicht sieht keinen Grund, in letzter Minute noch einzuschreiten. Seit Donnerstag laufen die Abrissarbeiten.

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Die Gayenbrücke über die AKN-Gleise wird abgebrochen.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Der stellvertretende Bürgermeister Burkhard Müller (CDU) erklärte, die Brücke über dem AKN-Gleis sei als „nicht mehr erforderlich“ zu betrachten, weil nach dem Bau der Ortsumgehung die Wegeverbindungen in dem betroffenen Raum auch ohne die Brücke vollständig wiederhergestellt wurden. Sie habe somit keine Erschließungsfunktion mehr.

 Müller weißt damit die Behauptung der Initiative zurück, dass mit dem ersatzlosen Abbruch der Brücke ein im Flächennutzungsplan aufgeführtes Wegesystem unterbrochen wird. Nach Ansicht des Initiativen-Sprechers Hartmut Müller hätte es dazu eine öffentliche Anhörung geben müssen, in der auch Nachbargemeinden und Verbände Stellungnahmen hätten abgeben können.

 Auch wendet sich der stellvertretende Bürgermeister – der hauptamtliche Rathauschef Hans-Jürgen Kütbach hat Urlaub – gegen die Behauptung, die Stadtverordnetenversammlung hätte über den Abbruch beschließen müssen, nicht nur der Bau- und Verkehrsausschuss. Burkhard Müller erklärte, die Stadtverordnetenversammlung habe in den Haushaltsberatungen im letzten Jahr zugestimmt, weil ein entsprechender Posten in den Etat 2016 aufgenommen worden sei. Sie sei damit der Empfehlung des Bauausschusses gefolgt. Es liege somit kein Verfahrensfehler vor.

 Burkhard Müller hat seine Stellungnahme auch an die Kommunalaufsicht des Kreises Segeberg geschickt. Die Aufsichtsbehörde war von der Initiative eingeschaltet worden und hatte die Stellungnahme der Stadt angefordert. Die Aufseher geben sich damit offenbar zufrieden. Initiativensprecher Hartmut Müller bekam gestern per E-Mail Bescheid. „Nach Eingang der Darstellung und Prüfung der Sach- und Rechtslage habe ich als Kommunalaufsicht keine Bedenken gegen den Entscheidungsprozess“, schreibt Behördenleiter Uwe Stamer.

 „Wir können nun nichts mehr machen“, sagte Hartmut Müller gestern zur SZ. „Für juristische Schritte fehlt uns das Geld“. Die Brücke, ist er sich sicher, hätte noch viele Jahre für Fußgänger und Radfahrer gehalten. Ein für die Naherholung der Bad Bramstedter und der Gäste bedeutender Weg werde damit einfach gekappt.

 Die Abbrucharbeiten laufen seit gestern. Die Fahrbahn auf der Brücke wurde entfernt. Darunter befinden sich giftige Teerschichten, die als Sondermüll entsorgt werden müssen. Die im Jahr 1900 gebaute Brücke selbst soll am kommenden Wochenende fallen. Der Abriss kostet die Stadt rund 100000 Euro. Das Bauamt begründet ihn mit dem schlechten Zustand der Brücke, der eine Sanierung unwirtschaftlich erscheinen lässt. Von möglicherweise herabfallenden Putzbrocken könne eine Gefährdung des Bahnverkehrs ausgehen. Das allerdings bezweifelt die Initiative „Erhaltet das Stadtbild“. Sie hatte vorgeschlagen, Netze unter der Brücke zu spannen und sie später zu sanieren.

 Als gestern ein kleiner Bagger den Asphalt von der Brücke riss, rollte der Zugverkehr darunter weiter – trotz der Erschütterungen ohne Sicherungsvorkehrungen. Intiativensprecher Müller meint dazu: „Da wird das so lange von der Stadt im Mund geführte Verkehrssicherungsargument ad absurdum geführt.“

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