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Glühwein in lauer Luft

Bad Bramstedt Glühwein in lauer Luft

Die wochenlangen Vorbereitungen der 20 ehrenamtlichen Helfer haben sich gelohnt. Der Bramstedter Weihnachtsmarkt am Wochenende kam bei den meisten Besuchern und Standbetreibern gut an – trotz milder Temperaturen und einiger Windböen.

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Ihr erstes Weihnachtsfest in Deutschland erlebt die syrische Familie Drici, die in Großenaspe lebt. Mutter Masho Drici war mit den neunjährigen Zwillingsschwestern Jafin und Halin und ihrem vierjährigen Sohn Miro auf den Weihnachtsmarkt gekommen. Scheu vor Weihnachtsmann Norbert Johannsen zeigten die Kinder nicht.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Bad Bramstedt. Mild und stürmisch war es am Wochenende, was gleich zu Beginn des Marktes am Freitag für einigen Verdruss sorgte. Ein Zelt, das hinter der Bühne Musikern und Sängern Schutz und Wärme bieten sollte, hielt den starken Windböen nicht stand. Es landete in der Osterau. Die Feuerwehr, der das Zelt gehört, musste es aus dem Wasser bergen. „Totalschaden“, sagte der stellvertretende Wehrführer Bernhard Schmidt, „das Gestänge ist vollkommen verbogen“. Die Feuerwehr hatte das Zelt erst in diesem Jahr beschafft. Den Schaden schätzt Schmidt auf bis zu 7000 Euro. Wer dafür nun aufkommt, blieb die bange Frage. Die Weihnachtsmarktinitiative hat nur begrenzte finanzielle Möglichkeiten. Sie trägt sich ausschließlich aus den Standmieten und Spenden.

 Mehr Glück hatten die Organisatoren mit einem großen Zelt, das nicht nur die Unbilden der Witterung unbeschadet überstand. Es kam auch bei den Standbetreibern sehr gut an, die darin vor allem Kunsthandwerk und Handarbeiten anboten. Die Anmietung war notwendig geworden, weil das ehemalige Geschäftshaus von Uwe Bornhöft verkauft worden war und nicht mehr, wie in den vergangenen zwei Jahren, zur Verfügung stand. „Das Zelt bietet auch Gästen mit Rollator, Kinderwagen oder Hunden ausreichend Platz, sich zu bewegen“, meinte Gerda Wrage, die für die Kinderstiftung Nordstern Bücher verkaufte. „Und es ist auch ausreichend warm“, bestätigte Ute Scheunemann, die mit anderen Müttern Weihnachtsbasteleien zu Gunsten der Grundschule am Maienbeeck verkaufte.

 Insgesamt waren auf dem Kirchenbleeck, der für den Autoverkehr drei Tage gesperrt war, 80 Stände, Buden und ein Karussell aufgebaut. Der meiste Andrang herrschte dort, wo es Glühwein, Punsch oder Lumumba gab, auch wenn die Luft viel zu warm dafür war. Glühwein gehört einfach zum Weihnachtsmarkt dazu und davon profitierten vor allem die Rotarier, die in einem eigenen Zelt Glühwein mit und ohne Schuss ausschenkten. „Ab 16 Uhr ist unser Zelt ein Magnet, dann kommen die Leute scharenweise, um zu klönen und Glühwein zu trinken“, sagte Bernhard-Michael Domberg von den Bramstedter Rotariern – und in der Kasse klingelte es für gleich mehrere gute Zwecke, darunter erstmals auch die Bramstedter Flüchtlingshilfe.

 Auch die Bühne lockte die Besucher. Hier gab es verschiedene Musikdarbietungen. Und natürlich fehlten auch in diesem Jahr die Schüler aus dem schwedischen Mølby mit ihrer Santa-Lucia-Prozession nicht. Sie sind zurzeit Gäste an der Jürgen-Fuhlendorf-Schule.

 „Ich finde es hier familiär, es gibt ein breit gestreutes Angebot und ich treffe viele Freunde und Bekannte“, lobte Bettina Labus aus Bad Bramstedt den Weihnachtsmarkt. Auch die Organisatoren zeigten sich insgesamt sehr zufrieden mit dem Zuspruch. Günter Pfeiffer von der Weihnachtsmarktinitiative schätzte die Besucherzahl auf mehrere Tausend, genau weiß das natürlich niemand. Überlegt wird, im kommenden Jahr auf den Bleeck zurückzukehren. Nach seiner Umgestaltung biete er sich dafür an und auch das Schloss könnte mitgenutzt werden. „Für 2016 streben wir 100 Stände an“, sagte Pfeiffer.

 Kürzer wird nächstes Jahr Claus Bornhöft treten. Der langjährige CDU-Kommunalpolitiker hatte den Weihnachtsmarkt vor zwei Jahren maßgeblich vor dem Niedergang gerettet. Es hatte sich damals niemand mehr gefunden, der ihn veranstalten wollte. Bornhöft gründete darauf hin die Weihnachtsmarktinitiative. Mit 78 Jahren will er sich nun nur noch um Sponsoren und die Tombola kümmern, das Organisieren aber Jüngeren überlassen.

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Uwe Straehler-Pohl

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