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Jugendstil-Haus soll bleiben

Bad Bramstedt Jugendstil-Haus soll bleiben

Das Jugendstil-Haus am Schlüskamp 30 in Bad Bramstedt darf nicht abgerissen werden. Der Bauausschuss beschloss einstimmig, die Abrissgenehmigung zu verweigern. Allerdings zeigten sich Sprecher von CDU, Grünen und FDP kompromissbereit. Sie wollen zumindest die Fassade erhalten.

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Jugendstil-Verzierungen schmücken das Haus im Schlüskamp.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Der Eigentümer, der Weddelbrooker Immobilienunternehmer Jens Saggau, hatte bei der Baubehörde des Kreises Segeberg den Abbruch beantragt. Sie entscheidet darüber nur nach Rücksprache mit der Stadt Bad Bramstedt. Das Gebäude liegt nämlich im Geltungsbereich der Erhaltungssatzung. Das bedeutet: Alle Gebäude, die hier stehen, dürfen nur mit Zustimmung der Stadt abgerissen werden. Äußert sich das Rathaus nicht, gilt der Antrag nach vier Wochen als genehmigt.

 Die kurze Zeit war der Hauptgrund für den Bauausschuss, den Abrissantrag abzulehnen. Redner aller Fraktionen bezeichneten die Jugendstilfassade als „stadtbildprägend“. Joachim Behm (FDP) schlug vor, die vordere Fassade zu erhalten. „Dahinter könnte dann ja ein modernes Haus angebaut werden.“ Auch Cornelia Schönau-Sawade (Grüne) ist dieser Ansicht. Das rückwärtige Baufeld sollte im Bebauungsplan etwas erweitert werden, sodass ein größeres Gebäude an die alte Fassade gesetzt werden kann. Die Stadt würde damit dem Bauherrn entgegenkommen.

 Der SPD ging das zu schnell. „Wir müssen jetzt erst einmal ablehnen, um die Frist zu wahren“, sagte Stadtverordneter Jan-Uwe Schadendorf. Danach sei es Angelegenheit des Eigentümers, mit neuen Vorschlägen zu kommen, nicht der Stadt. Von der Fassadenlösung hält Schadendorf nicht viel: „Damit haben wir schlechte Erfahrungen gemacht, wenn ich mich an die alte Vogtei erinnere.“ Das alte Gebäude am Bleeck, in dem früher der Kirchspielvogt seinen Amtssitz hatte, wollten die Eigentümer um die Jahrtausendwende abreißen. Nach langen Verhandlungen mit der Stadt sollte es dann bis auf die Straßenfront und die Ostmauer entfernt und mit modernen Materialien wieder aufgebaut werden. Doch die Abrissfirma machte der sensiblen Giebelwand mit einem Bagger den Garaus. Das Gebäude wurde zwar wieder aufgebaut, jedoch ist nur noch die Ostwand original.

 Schlüskamp-30-Eigentümer Saggau wollte „die Diskussion durch eine Stellungnahme in der Zeitung nicht weiter anheizen“, wie er der SZ sagte. Bereits heute hat er einen Termin beim Bauamtsleiter Udo Reinbacher, um das weitere Vorgehen auszuloten. „Das Leben ist immer ein Geben und Nehmen“, meinte der Immobilien-Besitzer.

 Saggau hatte Architekt Peter Reiber mit einem Gutachten beauftragt. Ergebnis: Das Gebäude so zu sanieren, dass es ein modernes Wohnhaus wird, würde 650000 Euro kosten. Das um 1900 gebaute Haus weise Durchfeuchtungen und Risse an den tragenden Außenmauern auf, hat Reiber festgestellt. Auch entspricht es nicht modernen Energiespar- und Brandschutzanforderungen.

 Am maroden Zustand des Hauses ist nicht der jetzige Eigentümer schuld. Er hat es bereits so gekauft. Nach seinen Angaben stehen Teile des Hauses schon seit zehn bis zwanzig Jahren leer.

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