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Nicht wieder Bausünden

Bad Bramstedt Nicht wieder Bausünden

Der erste Versuch ist gescheitert: In der Stadtverwaltung war eine Bauvoranfrage eingegangen, nach der das seit Jahren brachliegende Grundstück Landweg 16 bebaut werden soll. Doch was eine Hamburger Architektin dann präsentierte, schmeckte dem Bauausschuss überhaupt nicht.

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Kleinstadtmief auf der Bühne

Früher stand hier das älteste Wohnhaus Bad Bramstedts. 2012 brannte es ab.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Am Montagabend beschloss er die Absage.

 Bis 2012 stand auf dem Grundstück Bad Bramstedts ältestes Wohnhaus. Das denkmalgeschützte Gebäude hatte viele Jahre leer gestanden, war bereits verfallen, als es im August vor vier Jahren von Jugendlichen angezündet wurde. Es brannte vollständig nieder. Seitdem wächst Unkraut auf dem Grundstück.

 Nach dem Tod der letzten Bewohner war das Grundstück in den Besitz einer Erbengemeinschaft gefallen. Einer der Erben stellte nun auch die Bauvoranfrage. Der Entwurf der beauftragten Architektin Gitta Kiefer sieht ein dreistöckiges Gebäude mit zusätzlichem Staffelgeschoss vor. Höhe: 12,40 Meter. Damit überragt es die benachbarte Bäckerei um gut zwei Meter.

 Doch das ist nicht das einzige Problem. Der Entwurf entspricht in keiner Weise der Gestaltungssatzung, die die Bebauungsformen in der Bad Bramstedter Innenstadt detailliert regelt. So wurde der Wohnblock quer zur Straße gestellt, um die beachtliche Tiefe des Grundstücks möglichst optimal auszunutzen. Die Eingänge, die laut Satzung zur Straßenfront gehören, befinden sich auf der Zeichnung an der Seite. Auch die Dachform, ein leicht nach Osten geneigtes Pultdach, entspricht nicht den Vorschriften.

 Allerdings gibt es im Landweg auch Gebäude, die deutlich höher sind. Das gegenüberliegende Haus mit der Landweg-Apotheke ist 13 Meter hoch, an der Ecke Kieler Straße gibt es sogar ein sechsgeschossiges Haus. Sie sind älter als die in den 1980er Jahren erlassene Gestaltungssatzung. „Wir sollten nicht die Abscheulichkeiten der 1960er und 1970er Jahre zum Maßstab nehmen“, appellierte SPD-Stadtverordneter Jan-Uwe Schadendorf an seine Ausschusskollegen. Architektin Kiefer konterte: „Sie wünschen sich da ein Einfamilienhaus, aber dafür werden sie niemanden finden.“

 Cornelia Schönau-Sawade (Grüne) befand: „Ein solcher Klotz kommt für mich nicht in Frage.“ Dort müsse ein Haus mit einem spitzen Dach gebaut werden. Auch CDU und FDP konnten sich mit dem Entwurf nicht anfreunden, sodass der Bauausschuss der Bauvoranfrage mit den Stimmen aller Fraktionen eine Ablehnung erteilte. Alle betonten jedoch, dass sie eine Bebauung der hässlichen Baulücke sehr begrüßen würden.

 Architektin Kiefer sagte zur Segeberger Zeitung: „Wir werden einen geänderten Plan vorlegen.“ Die Einzelheiten müsse sie nun mit dem Bauherrn besprechen. Eines sei aber sicher: „Die Wirtschaftlichkeit muss gegeben sein.“

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