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Kinderärztin darf Praxis eröffnen

Bad Bramstedt Kinderärztin darf Praxis eröffnen

Nun also doch: Nach Bad Bramstedt kommt eine Kinderärztin. Damit wird eine Lücke in der ärztlichen Versorgung geschlossen, die schon seit vier Jahren besteht. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Schleswig-Holstein hat eine Sonderregelung getroffen, weil der Stadt eigentlich kein Kinderarzt zusteht.

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Bis in die 1990er Jahre wurde hier Recht gesprochen. Dann wurde das Alte Amtsgericht zu einem Haus für Läden im Paterre und Praxen in den Obergeschossen umgebaut. Drei Ärzte haben sich bisher hier niedergelassen, nun kommt voraussichtlich im Juli noch eine Kinderärztin hinzu.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Noch allerdings läuft eine Widerspruchsfrist gegen die Entscheidung der KV, die in Bad Segeberg ihren Sitz hat.

 Eine Ärztin aus Weddelbrook hatte bei der KV beantragt, sich in Bad Bramstedt niederzulassen. Sie selbst wollte noch nicht in der Öffentlichkeit erscheinen, solange sie die Zusage nicht schriftlich hat. Die bekommt sie erst nach Ablauf der Widerspruchsfrist. Jedoch rechnet Delf Kröger, Sprecher der KV, nicht mit einem Einspruch, weil es keine ärztliche Konkurrenz in Bad Bramstedt gibt. Die Praxis soll im Alten Amtsgericht (Maienbeeck 1) eingerichtet werden, die Eröffnung ist im Juli dieses Jahres geplant.

 Der letzte Kinderarzt in Bad Bramstedt war Dr. Dieter Hefke, der am Bleeck seine Praxis betrieb, ehe er sie 2012 aus Altersgründen aufgab. Er konnte damals keinen Nachfolger finden, sodass die Praxis geschlossen werden musste. Die Neueröffnung einer Kinderarztpraxis war seitdem nur mit Sondergenehmigung der KV möglich.

 Die Vereinigung wacht darüber, dass in bestimmten Gebieten Ärzte zugelassen werden, womit sie eine gesetzliche Aufgabe wahrnimmt. Im Kreis Segeberg sind den Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung zufolge mehr als genügend Kinderärzte tätig. Die KV hat einen Versorgungsgrad von 135 Prozent errechnet. Ab 110 Prozent dürfen sich keine neuen Ärzte mehr niederlassen.

 Das Problem daran: Die Kinderärzte sitzen überall im Kreis, nur nicht in Bad Bramstedt. Der nächste hat seine Praxis in Kaltenkirchen. Erschwerend kam hinzu, dass sich vor einigen Jahren Dr. Nikolay Tzaribachev in Bad Bramstedt niedergelassen hat, ein Facharzt für Kinderrheumatologie, der aber rechtlich gesehen im Kreis Segeberg eine Kinderarztstelle besetzt.

 Auch die KV erkannte die missliche Situation in der knapp 14000 Einwohner zählenden Stadt und berief den Zulassungsausschuss ein, der sich je zur Hälfte aus Ärzten und Vertretern der Krankenkassen zusammensetzt. Die entschied nun, dass sich die Ärztin niederlassen kann. „Der Ausschuss hat einen Sonderbedarf für Bad Bramstedt festgestellt“, erklärte KV-Sprecher Kröger.

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