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Kirche gibt ihre Kitas ab

Bad Bramstedt Kirche gibt ihre Kitas ab

Für die 95 Mitarbeiter der evangelischen Kindertagesstätten war es schon ein Schock. Ab dem 1. Januar 2017 bekommen sie einen neuen Arbeitgeber: Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bad Bramstedt gibt ihre sieben Kindertagesstätten an das Kitawerk des Kirchenkreises Altholstein in Neumünster ab.

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Gemeinderatsvorsitzende Ina Koppelin verkündete den Trägerwechsel zum 1. Januar 2017

Quelle: Archiv

Bad Bramstedt. Die Gemeinde beendet damit eine 102-jährige Geschichte. „Uns ist die Entscheidung nicht leichtgefallen“, betonte die Gemeinderatsvorsitzende Ina Koppelin. Der Gemeinderat hatte in der vergangenen Woche die Entscheidung gefällt und sie in dieser Woche den Mitarbeitern auf einer Versammlung im Gemeindehaus Schlüskamp bekanntgegeben. „Die Belastung durch die Kitas wurde einfach zu groß“, sagte Koppelin. Pastor Bernd Hofmann, der die Kitas betreut hatte, war längere Zeit krankheitsbedingt ausgefallen und will diese Aufgabe nun, da er ohnehin in absehbarer Zeit in den Ruhestand geht, auch nicht wieder übernehmen. Die Kindertagesstätten müssten dadurch hauptsächlich von Ehrenamtlichen und von den Mitarbeiterinnen des Kirchenbüros betreut werden, was auf Dauer nicht zu leisten sei, so Koppelin. „Wir sind in jeder Gemeinderatssitzung mit Personalangelegenheiten beschäftigt. Das bindet unheimlich viel Zeit.“ Auch seien die Anforderungen an die Tagesstätten immer größer geworden, wodurch ein erheblicher Verwaltungsaufwand entstanden sei.

 Auch die Kirchenwahl am 1. Advent ist ein Grund für den Trägerwechsel. Mit der augenblicklichen Belastung sei es schwer, neue Bewerber für die Wahl des Gemeinderates zu finden, so Koppelin.

 Die Vorsitzende erklärte, dass die Gemeinde künftig einen Sitz in den Beiräten der Kitas haben wird. Auch blieben die Bad Bramstedter Pastoren zuständig für die Religionspädagogik in den Einrichtungen. „Eine enge Anbindung an die Gemeinde ist uns auch weiterhin wichtig“, sagte Ina Koppelin.

 Bevor es zu dem Trägerwechsel kommt, muss noch die Synode des Kirchenkreises Altholstein zustimmen, was voraussichtlich im September der Fall sein wird. Ina Koppelin ist selbst die Vorsitzende dieses Kirchenkreisparlamentes. Geplant ist die Übertragung zum nächsten Jahreswechsel. Sieben Einrichtungen sind davon betroffen: die Kitas Schlüskamp, Arche (Bissenmoorweg), Spielstube Holsatenallee, Schatzkiste (Immenhagen, neben der Grundschule am Hoffeldweg), Hitzhusen, Weddelbrook und Wiemersdorf. Die Trägerschaft der Kita Mullewapp teilt sich die Kirchengemeinde mit der Lebenshilfe Bad Bramstedt. Daran soll sich nichts ändern.

 Die Mitarbeitenden werden zwar einen neuen Arbeitgeber haben, jedoch das gleiche Gehalt bekommen. Das Kitawerk ist an den KAT (Kirchlicher Arbeitnehmerinnnen Tarifvertrag) genauso gebunden wie die Kirchengemeinde. Für die Erzieherinnen werde es also keine Verschlechterungen geben, betonte Ina Koppelin. Auch werde es durch den Trägerwechsel zu keinen Kündigungen kommen.

 Die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Elke Rzanny, beschrieb die Reaktion ihrer Kolleginnen als „Wehmut“. „Wir fühlten uns gemeinsam mit den Mitarbeitern des Friedhofs und Gemeindeverwaltung als ein großes Team“, sagte die sozialpädagogische Assistentin, die in der Kita Mullewapp beschäftigt ist. Die Entscheidung des Gemeinderates habe die Mitarbeiterinnen schon „sehr betroffen“ gemacht. Immerhin ende damit eine 102-jährige Tradition. Allerdings zeigte Elke Rzanny auch Verständnis. In den letzten zehn Jahren seien die Anforderungen an die Kitas immer größer geworden, wodurch eine professionelle Betreuung erforderlich wird. Ehrenamtlich sei das nicht mehr zu leisten.

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