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Kirche verliert weiter Mitglieder

Bad Bramstedt Kirche verliert weiter Mitglieder

Neun Eintritte, 110 Konfirmationen und 19 Hochzeiten: Ina Koppelin, die Vorsitzende des Gemeinderats der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Bramstedt, hatte eigentlich schöne Zahlen aus 2015 zu verkünden. Doch der Mitgliederschwund hält an.

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Ina Koppelin, Vorsitzende des Kirchengemeinderats Bad Bramstedt, berichtete vor der Gemeindeversammlung über Mitglieds- und Haushaltszahlen.

Quelle: Jann Roolfs

Bad Bramstedt. Die Bilanz falle deshalb negativ aus, berichtete Ina Koppelin am Sonntag bei der Gemeindeversammlung: 128 Menschen weniger als vor einem Jahr sind Mitglied in der Kirchengemeinde. „Die Austrittswelle ist ein wenig zurückgegangen“, aber 84 Leute kehrten in Bad Bramstedt und Umgebung der Kirche den Rücken, 81 starben. Insgesamt zählt Bad Bramstedt jetzt 9268 Gemeindeglieder, so der kirchliche Fachausdruck.

 In der öffentlichen Aufmerksamkeit war sicherlich die gerade abgeschlossene Kirchensanierung inklusive Schließung der Maria-Magdalenen-Kirche das größte Ereignis dieses Jahres. In Koppelins Bericht über die Bramstedter Kirchenfinanzen spielte die Baumaßnahme allerdings nur eine untergeordnete Rolle: Mit einem Eigenanteil von weniger als 100000 Euro und einem Darlehen zu traumhaften Konditionen – 140000 Euro über zehn Jahre Laufzeit bei 1,22 Prozent Zinsen – kam die Kirchengemeinde selbst bei dem Projekt recht günstig weg. Insgesamt wurde fast eine Million Euro in und an der Kirche verbaut.

 Gut zwei Millionen Euro umfasst der sogenannte „ordentliche Haushalt“. Aus dem wird die Kirchenarbeit bezahlt: Gehälter der Mitarbeiter (außer in den Kitas), Konfirmandenunterricht, Gebäudeunterhaltung, Jugend- und Gemeindearbeit.

 Größter finanzieller Brocken ist für die Gemeinde die Kindertagesstätten-Arbeit: Hier bewegt die Kirche pro Jahr 3,8 Millionen Euro. Den allergrößten Anteil davon bekommt sie allerdings wieder: das meiste von den staatlichen Gemeinden, ein Fünftel über Elternbeiträge. Die Kirchengemeinde selbst wendet 91000 Euro auf für den Betrieb ihrer acht Kitas: fünf in Bad Bramstedt, je eine in Hitzhusen, Weddelbrook und Wiemersdorf.

 Für Eltern wird es teurer, ihre Kinder in kirchliche Kindergärten zu schicken. „Die Gebührensätze sollen in zwei Stufen steigen“, berichtete Ina Koppelin. Den Beschluss dazu hätten die Kommunen gefällt, die Eltern sollen künftig 30 Prozent der Betriebskosten über ihre Gebühren aufbringen, bisher liegt dieser Anteil bei durchschnittlich 20 Prozent.

 In Bad Bramstedt will die Kirche erreichen, dass die Budgets für ihre Kitas erhöht werden. Die seien in den vergangenen Jahren nicht angepasst worden und „nicht mehr auskömmlich“. Vor allem der Stundenschlüssel soll angepasst werden, also die Regelung, wie viele Pädagogenstunden pro Gruppe angesetzt werden.

 Der Umsatz des Fiedhofes steigt: 2014 wurden 136 Tote auf dem Bramstedter Friedhof beigesetzt, in diesem Jahr waren es bisher schon 154. Unaufhaltsam scheint der Trend zur Urne: Zwei Drittel der Verstorbenen würden vor der Beisetzung verbrannt, erläuterte Koppelin. Bei Beerdigungen ohne kirchliche Mitwirkung ist die Tendenz noch klarer: Nur sechs Särge wurden dabei in der Erde versenkt und 58 Urnen.

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