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Kleine Idee wurde großes Fest

Bad Bramstedt Kleine Idee wurde großes Fest

Große Resonanz fand ein privat organisiertes Benefizfest für die 13-jährige Bad Bramstedterin Lilly, die im Rollstuhl sitzt und deren Eltern Geld für einen barrierefreien Umbau ihres Hauses benötigen. Auf die Schlosswiese kamen Hunderte Besucher. Der Erlös steht noch nicht fest.

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Verblüffend ähnlich sieht das Dieter-Bohlen-Double dem Original, das fand auch Lilly, die gerne mit „King Dieter“ posierte.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Bad Bramstedt. „Auf einer Skala von eins bis zehn liegt das Fest bei über zehn“, bewertete Lilly Poggensee das Kinderfest. Sie und ihre Eltern waren tief beeindruckt von Zuspruch und Solidarität der Bad Bramstedter. Die Gymnasiastin leidet seit vielen Jahren an Muskelschwund. Um ihr zu Hause ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, möchten die Eltern ihr Haus umbauen. Dazu gehören eine Rampe und ein Anbau im Erdgeschoss, in dem Lilly ein Zimmer und ein eigenes Bad bekommen soll.

 Rund 100000 Euro müssen die Eltern dafür einplanen. Um der Familie finanziell ein wenig unter die Arme zu greifen, kam die Inhaberin des Geschäfts Findefuxx, Sabine de la Motte, auf die Idee, ein Kinderfest zu organisieren und die Einnahmen für den Umbau zu spenden.

 „Wir haben mit einer kleinen Veranstaltung gerechnet, aber nicht damit, dass es so ein großes Fest wird“, sagte Lilly überwältigt. Auch die Findefuxx-Frauen de la Motte und Ingrid Engel konnten kaum fassen, wie viel Unterstützung sie für ihre Idee bekamen. So hatte sich beispielsweise das Musikerduo Nina und Hornsi aus Bad Bramstedt noch am Vortag des Festes bereit erklärt, kostenlos aufzutreten. „Wir haben sogar heute noch Spenden für die Tombola erhalten“ freute sich Ingrid Engel am Sonnabend. Bei rund 1200 Losen war jedes zweite ein Gewinn. Auch ortsansässige Firmen unterstützten die gute Sache. So stellte Edeka-Möller Grillwürstchen, Getränke und Personal zur Verfügung. Die Zimmerei Offen und Harder aus Wiemersdorf hatte ein Holzgestell aufgebaut, in das die Besucher Nägel einschlagen durften. Einen musikalischen Beitrag leistete das BT-Orchester mit seinem Nachwuchs.

 Mehr als 30 Stände kamen zusammen, an denen Kinder, aber auch Erwachsene Spaß haben oder ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen konnten. Es gab einen Rollstuhlparcours, auf dem die Teilnehmer ein klein wenig Gefühl dafür bekamen, wie es Lilly und anderen Menschen mit Behinderung ergeht, wenn sie sich fortbewegen. Dosenwerfen, Sackhüpfen oder Zielspritzen mit der Kübelspritze waren beliebte Spiele und ganz im Sinne von Lillys Vater Maik: „Es ist ein schönes Kinderfest geworden, so, wie ich es aus meiner Kinderzeit in Weddelbrook kenne.“

 „Eine gute Aktion, ich möchte gerne etwas spenden“, sagte Frank Lohde aus Bad Bramstedt, der als Sozialpädagoge mit behinderten Menschen arbeitet. Auch Birgit Klasen, die mit ihrem im Rollstuhl sitzenden Pflegekind Mason zum Fest kam, lobte die Idee. Weil sie über einen Aushang in der Kita ihres Sohnes Mats von dem Fest gelesen hatte, war Katrin Westphal sogar aus Wrist gekommen. „Das ist eine Aktion, die man gut unterstützen kann“, fand sie. Viele Gästen gefiel die Kombination aus Vergnügen und Hilfsbereitschaft.

 „Ich hatte als Ziel vor Augen, 1500 Leute begrüßen zu können, das dürften wir wohl erreicht haben“, sagte Ingrid Engel angesichts der vollen Schlosswiese. „Dank Lilly habe ich hier heute sehr viele nette Menschen kennengelernt.“ Die Berichterstattung in der Zeitung und die vielen Flyer hätten die meisten Besucher auf das Fest aufmerksam gemacht.

 Für Lily gab es noch eine weitere Überraschung. Die 13-Jährige ist großer Fan von Detektivgeschichten, vor allem aber von den „Drei Fragezeichen“. Deshalb darf sie im September zusammen mit ihrer Familie nach Hamburg fahren, um bei der Lesung des neusten Falls, dem 181., dabei zu sein und danach auch „Backstage“, also hinter die Bühne, zu gehen.

 Wie viel Geld beim Fest zusammengekommen ist, wird erst in den nächsten Tagen ausgezählt sein.

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