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Kostspielige Kita-Datenbank

Bad Bramstedt Kostspielige Kita-Datenbank

Schon seit etwa vier Jahren beschäftigt sich die Stadt mit dem Eintritt in eine Kita-Datenbank. „Wir hatten uns für die Software ,Little Bird’ entschieden; die hat uns am meisten überzeugt“, sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach. Ein unvorhersehbarer und gleichwohl teurer Fehler.

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Die Anmeldung der Kinder in den Kitas ist seit Jahrzehnten ein Problem, weil Eltern sich meistens in mehreren Einrichtungen bewerben. Eine zentrale Software soll es einfacher machen.

Quelle: dpa

Bad Bramstedt. Eine Arbeitsgruppe aus Stadtvertretern und Kita-Mitarbeitern nahm die Aufgaben in Angriff: Vernetzung, Überzeugung und Sammeln von Daten. Doch dann wurde die Stadt im vergangenen Jahr „von der Flüchtlingswelle überrollt“, wie Bürgeramtsleiter Jörg Kamensky sagt, und die Prioritäten wurden verschoben. Einige Dinge, wie die Schulung des Kita-Personals, das die Software bedienen muss, standen deshalb noch aus. „Wenn alles glatt gelaufen wäre, hätten wir mit der Kita-Datenbank im letzten Herbst an den Start gehen können“, erklärt Kamensky.

 Nach der Flüchtlingswelle macht nun das Land Schleswig-Holstein der Stadt einen Strich durch die Rechnung: Während sich die Bramstedter auf ihren Beginn mit „Little Bird“ - diese Software hatte aus drei Anbietern schließlich das Rennen gemacht – vorbereiteten, entschied das Sozialministerium ebenfalls, eine Kita-Datenbank einzurichten, und zwar landesweit. Entschieden hat sich das Ministerium allerdings für die Software „Tolina“, einem Konkurrenzunternehmen von „Little Bird“. Das Pilotprojekt dazu startete am 4. März in Wahlstedt. Das Land Schleswig-Holstein will sämtliche Kosten der eingesetzten Kita-Software tragen, so dass keine zusätzlichen Kosten bei den Kommunen entstehen. Noch in der ersten Hälfte des Jahres werden in Schleswig-Holstein rund 180 Einrichtungen in das Kita-Portal aufgenommen.

 Bad Bramstedt ist damit in eine Zwickmühle geraten: Entscheiden sich die Stadtverordneten für eine Weiterarbeit mit „Little Bird“, muss die Stadt die Kosten selbst tragen. „Zunächst wollen wir uns vom Land schriftlich geben lassen, dass auf uns keine Kosten zukommen, wenn wir uns für die Landesdatenbank entscheiden“, sagt Kamensky. Derzeit laufen Gespräche zwischen Stadt und „Little Bird“ über einen eventuellen Ausstieg aus dem Vertrag. „Da könnten auch noch Kosten auf uns zu kommen“, sagt der Bürgeramtsleiter. Am Ende müsse man abwägen, was günstiger für die Stadt ist. Wird die Zusammenarbeit mit „Little Bird“ weiterlaufen, fallen nicht unerhebliche Kosten an: Für die Software müssten einmalig 15300 Euro gezahlt werden. Der Einsatz der Software würde die Stadt ab dem ersten Jahr rund 7000 Euro und ab dem vierten Jahr 10000 Euro jährlich kosten. „9300 Euro hat die Stadt bereits für Schulungs- und sonstige Kosten ausgegeben, wobei die Schulungskosten nicht umsonst waren“, sagt Kamesky.

 „Die Tendenz geht zur Landesdatenbank, schon aus pragmatischen Gründen“, sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach: „Die Vorbereitungen, die bisher von der Arbeitsgruppe geleistet wurden, sind jedenfalls nicht verschenkt.“ Auf der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am 12. Mai werden alle Fakten zusammengetragen, so dass dann eine Entscheidung getroffen werden kann.

 Das Kita-Portal Tolina soll ein Türöffner für die Kitas in Schleswig-Holstein werden und den Zugang für Familien deutlich erleichtern. Zugleich bekommen Träger und Kommunen eine verlässlichere Grundlage für die Bedarfsplanung. Die Eltern erfahren tagesaktuell, wo Betreuungsplätze zur Verfügung stehen, die Kommunen erkennen Doppel- und Mehrfachanmeldungen und erhalten so eine Grundlage für die Planung und Sicherstellung des erforderlichen Betreuungsangebotes.

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