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Kulturkreis stand vor dem Aus

Bad Bramstedt Kulturkreis stand vor dem Aus

Das war knapp: In letzter Minute gelang es durch Vermittlung von Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die drohende Auflösung des Kulturkreises Musik und Theater zu verhindern.

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Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach musste all sein Verhandlungsgeschick einsetzen, um Brigitte Kaspersinsky, Aggi Ahrens-Heeb und Birgit Karnetzki zum Weitermachen zu bewegen.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Bad Bramstedt. „Unsere Motivation ist da. Es kamen aber keine Vorschläge. Ihr habt uns hängen lassen“, warf die Vorsitzende Aggi Ahrens-Heeb den 14 anwesenden Mitgliedern am Dienstagabend vor. Sie und Schriftführerin Brigitte Kaspersinski hatten zu Beginn der Versammlung angekündigt, ihre Ämter niederzulegen und auf keinen Fall weitermachen zu wollen. Die gewählte Schatzmeisterin hatte ihr Amt ohnehin niemals angetreten. Dadurch war auch dieser Posten im geschäftsführenden Vorstand unbesetzt, der Verein laut Satzung nicht mehr geschäftsfähig. Es drohte die Liquidation. Kütbach gelang es während einer Unterbrechung der Sitzung, Ahrens-Heeb und Kaspersinki zum Weitermachen zu überreden. Donic Gehringer hatte inzwischen auch ihre Mitarbeit als Schatzmeisterin angeboten.

 Vor 35 Jahren war der Kulturkreis von Musiklehrer Winfried Hahn gegründet worden, Chorleiter Norbert Dummeyer hatte den Vorsitz übernommen. Er hatte in den Anfangsjahren Großes bewirkt. Unter anderem Insterburg & Co, Godewind, Knut Kiesewetter und die Wiener Hoch- und Deutschmeister holte der Verein nach Bad Bramstedt. Im Schloss gab es eine Chagall-Ausstellung. Damals wurden solche Kulturveranstaltungen allerdings noch vom Land finanziell abgesichert. In den 1990er Jahren wurde die Förderung durch die Landesregierung eingestellt, seitdem ist der Kulturkreis in der Öffentlichkeit kaum noch präsent.

 Seine Rolle beschränkt sich darauf, als Vertragspartner der Stadt das Obergeschoss des Kulturhauses „Alte Schule“ an die Kulturschaffenden, vor allem Chöre und das BT-Orchester, weiter zu vermieten. Mitglieder in dem Verein sind neben Privatleuten auch 13 Vereine und Institutionen, darunter der Männerchor, die Stadt als Träger des Jugendzentrums, der Theaterverein, die Volkshochschule, die Kreismusikschule und auch das BT-Orchester.

 Doch damit wollte sich der im April des vergangenen Jahres neu gewählte Vorstand um Aggi Ahrens-Heeb, Brigitte Kaspersinski und Birgit Karnetzki nicht zufrieden geben. Die drei Frauen waren mit dem Ziel angetreten, an alte Zeiten anzuknüpfen. Allerdings legte Karnetzki ihr Amt als Schatzmeisterin nieder, die Nachfolgerin trat es gar nicht erst an. Dennoch planten Heeb und Kaspersinski eine Jubiläumsfeier für das 35-jährige Bestehen des Vereins, die am Sonntag, 25. September, stattfinden soll. Der unbesetzte Schatzmeisterposten, aber auch die mangelnde Bereitschaft der Mitglieder, andere Kulturveranstaltungen mit zu organisieren, hatte bei den beiden verbliebenen Vorstandsmitgliedern dann aber doch zum Entschluss geführt zurückzutreten.

 Der Schritt schien zunächst auch unausweichlich. „Wir sind froh, unsere eigene Abteilung aufrecht zu erhalten. Ich habe keine Ressourcen, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen“, sagte beispielsweise Peter Endrikat vom BT-Orchester stellvertretend für andere Mitglieder. Die Bereitschaft zu ehrenamtlichen Engagement werde immer geringer, erklärte er.

 Bürgermeister Kütbach stellte klar, dass „die Stadt nicht automatisch die Vermietung der Räume im Kulturhaus“ übernimmt. Damit bestünde die Gefahr, dass die bisher unkomplizierte und kostengünstige Vermietung entfällt, den Vereinen das Kulturhaus nicht mehr für Proben zur Verfügung stehe. Er erinnerte daran, dass der Kulturkreis in den 1980er Jahren wesentlichen Anteil daran hatte, dass die Alte Schule nicht abgerissen, sondern der Kulturszene zur Verfügung gestellt wurde. „Vielleicht sollte das Anspruchsniveau zunächst etwas gesenkt werden“, empfahl der Rathauschef.

 Am Ende erklärten sich Ahrens-Heeb und Kaspersinski bereit, weiterzumachen. In der gelernten Bankkauffrau Donic Gehringer (39) fanden sie eine neue Kassenwartin. „Ich finde Kultur einfach wichtig“, sagte Gehringer.

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