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Lebenshilfe wird zu groß fürs Ehrenamt

Bad Bramstedt Lebenshilfe wird zu groß fürs Ehrenamt

Wichtige Veränderung bei der Lebenshilfe Bad Bramstedt: Neben dem Verein soll es künftig eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) geben, die die Geschäfte führen wird. Die von rund 25 Mitgliedern besuchte Jahreshauptversammlung stimmte diesem Vorhaben geschlossen zu.

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Werner Weiß (Mitte) und seine Assistentin Brigitte Fürböter Gordon Köhler, der nach drei Jahren aus beruflichen Gründen nicht mehr für das Amt des Kassenwarts zur Verfügung steht.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Bad Bramstedt. „Die Arbeit wird immer mehr und man wird älter“, begründete der Vorsitzende, Werner Weiß (66), den Schritt. Anfang April werde er die ersten Gespräche mit einem Fachmann über die Gründung einer gemeinnützigen GmbH führen. In dieser gGmbH werde ein fest angestellter Geschäftsführer die Verantwortung übernehmen. Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres soll die Gesellschaftsgründung abgeschlossen sein.

 Ein wesentlicher Grund für die gGmbH-Gründung ist, dass bei einem Verein die gesamte Verantwortung auf den Schultern des Vorsitzenden lastet, also auf Weiß selbst. Der erfüllt diese Aufgabe rein ehrenamtlich. Erst seit Beginn dieses Jahres hat er mit Brigitte Fürböter eine angestellte Assistentin an seiner Seite. Einen Nachfolger für Weiß zu finden, wird kaum möglich sein. Deshalb will der Vorsitzende die Leitung in professionelle Hände legen.

 Zu tun gibt es genug: Die Lebenshilfe betreibt die Kindertagesstätte Mullewapp (gemeinsam mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde), die pädagogische Frühförderung, sie entsendet Schulbegleiter in dieBad Bramstedter Schulen und betreibt Wohngruppen für behinderte Menschen. Ein familienunterstützender Dienst, der behinderte Erwachsene und Jugendliche zur Entlastung von Familien stundenweise betreut, ist eine weitere Aufgabe und seit letztem Jahr gehört auch das in der Kita Mullewapp angesiedelte Familienzentrum zur Lebenshilfe. 42 angestellte Mitarbeiter hat der Verein. Mit Ausnahme der Mullewapp-Mitarbeiter sollen sie künftig bei der gGmbH angestellt werden, so Weiß’ Pläne.

 Auch einen Aufsichtsrat will Weiß installieren. Er soll aus Mitgliedern der Lebenshilfe und Wirtschaftsfachleuten bestehen.

 „Der Verein wird weiterhin die Interessen der behinderten Menschen vertreten und die Idee der Lebenshilfe aufrecht halten, damit sie nicht kommerzialisiert wird“, stellte Weiß gegenüber der SZ klar. Die Gemeinnützigkeit des Vereins, der auch Eigentümer der Immobilien bleibe, werde nicht angetastet. Aus steuerrechtlichen Gründen wird die gGmbH die Immobilien vom Verein mieten, erklärte Weiß.

 Noch weitere Aufgaben werde in Kürze auf die Lebenshilfe zukommen. Bis zum Ende des Jahres wird in der Straße Maienbaß ein Haus mit fünf Appartements fertiggestellt, in denen Menschen mit Behinderung betreut wohnen können. Rund 700000 Euro investiert die Lebenshilfe, die „Aktion Mensch“ beteiligt sich daran mit 200000 Euro. „Dafür könnten wir noch gut Spenden gebrauchen“, meinte Werner Weiß. Das Grundstück ist noch nicht mit einberechnet, es gehört der Lebenshilfe seit längerem.

 Geplant ist zudem ein „Büro für leichte Sprache“ zu eröffnen. „Wir wollen damit für sprachliche Barrierefreiheit sorgen“, erklärte Weiß. Zielgruppe sind Menschen mit Lernbehinderungen, die das Amtsdeutsch nicht verstehen. Formulare oder Behördenschreiben sollen hier in leicht verständliche Sprache übersetzt werden. „Diese Dienstleitung kann die Lebenshilfe allerdings nur anbieten, wenn sie einen mehrjährigen Personalkostenzuschuss von der ’Aktion Mensch’ im sechsstelligen Bereich erhält“, erklärte Werner Weiß.

 Das Familienzentrum Mullewapp besteht inzwischen seit einem Jahr und hat sich zur Begegnungsstätte für Eltern und Kinder entwickelt. Es findet ein Pflege- und Adoptivelterntreff statt, Kita-übergreifende Elternabende, eine Selbsthilfegruppe für psychisch erkrankte Kinder trifft sich dort und Sozial- und Erziehungsberatung findet hier statt.

 Den Kindergarten Mullewapp besuchen derzeit 75 Kinder, davon 24 mit Förderbedarf und 51 im Regelbereich, berichtete die Leiterin Martina Hünger.

 Von der Frühförderung wurden in 2015 durchschnittlich 29 Familien betreut, zum Teil im Elternhaus, zum Teil aber auch in den Kindergärten, berichtete die Leiterin Ulla Peters. Drei Dipolm-Sozialpädagoginnen und zwei Heilpädagoginnen sind in der Frühförderung tätig.

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Ein Artikel von
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