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Mehrheit für Neubau am Bleeck

Bad Bramstedt Mehrheit für Neubau am Bleeck

Eine seit langem bestehende Baulücke am Bleeck, dem zentralen Platz in Bad Bramstedt, wird voraussichtlich geschlossen. Zwischen Rolandseck und der alten Vogtei soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Zunächst allerdings muss aufwendig der Bebauungsplan für das Gebiet geändert werden.

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Seit 100 Jahren schon gibt es diese Baulücke zwischen Rolandseck (rechts) und der alten Vogtei. Nun soll sie geschlossen werden. Rückwärtig hinter der Vogtei und der Steuerberaterkanzlei Löwenberg entsteht zurzeit ein Haus direkt an der Osterau.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Das Grundstück wird zurzeit von einem Grabsteinhändler genutzt. Auch das Restaurant „Schönes“ hat dort eine Fläche für Tische und Stühle angelegt. Für die Bebauung hatte es schon in der Vergangenheit Vorstellungen gegeben, die aber nie realisiert wurden. Als die alte Vogtei in den 1990er Jahren abgerissen und wieder aufgebaut wurde, wollten die damaligen Investoren das Nachbargrundstück kaufen und gleich mit bebauen. Eigentümer Reimer Fülscher ließ sich darauf aber nicht ein. Nun hat er selbst eine Änderung des B-Planes beantragt, die eine Komplettbebauung des Grundstückes vorsieht. Im Planungsausschuss bekam er dafür am Montagabend eine breite Mehrheit.

 Was die Kommunalpolitiker vor allem wohlwollend zur Kenntnis nahmen, ist das geplante Wohn- und Geschäftshaus an der Straßenfront. Mit zwei Stockwerken, Giebeldach und stehenden Fensterformaten entspricht es exakt den Vorgaben der städtischen Erhaltungssatzung. Keine Selbstverständlichkeit: Bei den meisten Bauanträgen müssen sich die Ortspolitiker mit Ausnahmeregelungen befassen, weil viele Bauherren ihre Gebäude moderner oder größer gestalten wollen, als es die Satzungsregelungen vorsehen. Sie waren in den 1980er Jahren aufgestellt worden, um das nach der Abrisswut der 1970er Jahre noch übrig gebliebene historische Stadtbild zu schützen.

 Für Diskussion im Planungsausschuss sorgte dagegen das rückwärtig geplante Wohnhaus, das ebenfalls zweigeschossig mit Giebeldach gebaut werden soll. Dieses Vorhaben ist der eigentliche Grund für die anstehende Änderung des B-Plans, denn darin ist eine Bebauung direkt an der Osterau bisher nicht vorgesehen. Hartmut Müller (FDP) befürchtet, dass das Grundstück an der Au hochwassergefährdet ist. Klimaänderungen machten Überschwemmungen immer wahrscheinlicher. Ausschussvorsitzender Fritz Bredfeldt (Bündnis 90/Grüne) mahnte: „Wir haben auch eine Verantwortung für Wrist und andere Orte, die mit Überflutungen zu kämpfen haben.“ Uferbebauung reduziere Überschwemmungsgebiete, die das Wasser aufnehmen könnten. Tatsächlich standen Teile des Grundstücks bei dem extremen Hochwasser an Weihnachten 2014 unter Wasser. Um das Gelände zu bebauen, muss das Niveau angehoben werden.

 Genauso ist es auch mit dem benachbarten Grundstück geschehen. Dort, hinter dem Gebäude des Steuerberaterbüros Löwenberg, wird zurzeit ebenfalls ein Haus mit fünf Wohnungen errichtet.

 Als nächster Schritt muss nun ein Vertrag mit dem Antragsteller geschlossen werden, damit er die Planungskosten übernimmt. Die Stadt muss allerdings auf eigene Rechnung eine Abwasserleitung umlegen, die quer über das Grundstück verläuft. Eine in früheren Jahren getroffene Vereinbarung sieht das so vor.

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