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Millionen fürs Klärwerk

Bad Bramstedt Millionen fürs Klärwerk

Es ist gerade einmal zwei Jahre her, da hatte es geheißen, das Klärwerk in Bad Bramstedt ist auf dem neuesten technischen Stand, die Bramau werde durch das eingeleitete gereinigte Abwasser kaum noch belastet. Dennoch steht die Stadt in den kommenden Jahren vor weiteren Millionen-Investitionen.

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Die Nachklärbecken sind zu klein. Ingenieur Rolf Prins empfahl, ein zusätzliches zu bauen.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Ingenieur Rolf Prins vom Büro EHP Umweltplanung in Stralsund sagte im Bauausschuss: „Eine solche Anlage muss permanent auf dem neuesten Stand gehalten werden.“ 2017 werden zunächst die Nachklärung und der Hochwasserschutz in Angriff genommen.

 Von 2005 und 2014 wurde durchgängig am Klärwerk gearbeitet. So bekam der städtische Eigenbetrieb an der Glückstädter Straße eine bessere mechanische Reinigungsanlage mit großen Rechen, die Schlammfaulung wurde verbessert und ein Blockheizkraftwerk installiert, das mit dem anfallenden Faulgas betrieben wird. Doch das reichte offenbar nicht. Prins sagte, es sei nicht gewährleistet, dass das in die Bramau eingeleitete gereinigte Abwasser die „behördlichen Überwachungswerte“ einhält. Grund dafür sei eine zu kleine Nachkläranlage. Die nämlich muss zu viel Schlamm aufnehmen, weil das Klärwerk über zu wenig Kapazitäten verfügt, den Klärschlamm auszufaulen. Werden die Werte nicht eingehalten, muss die Stadt mit einer höheren Abwasserabgabe rechnen. Prins Lösung: Ein weiteres Nachklärbecken, das circa 1,8 Millionen Euro kosten wird. Außerdem könnte der zurzeit ungenutzte zweite Faulturm reaktiviert werden, wofür 700000 Euro investiert werden müssten.

 Besonders dringend jedoch ist der Hochwasserschutz. Weihnachten 2014 drohte das Klärwerk nach tagelangen Regenfällen von der Bramau überflutet zu werden. Nur mit Sandsäcken wurde eine Umweltkatastrophe verhindert. Nun soll im kommenden Jahr für 105000 Euro ein Wall gebaut werden.

 Weiterhin empfahl Prins, ein zweites Blockheizkraftwerk zu bauen. Das vorhandene kann offenbar den gesamten Strombedarf nicht decken. Allein die Vorhaltung der Stromversorgung durch die Stadtwerke schlage mit 3200 Euro monatlich zu Buche, so der Ingenieur. Überschüssiger Strom könnte zudem verkauft werden, sodass ein zweites Blockheizkraftwerk eine lohnende Investition sei. Kosten: 350000 Euro.

 Weil das Klärwerk personell aufgestockt worden ist, sollte auf Empfehlung von Prins auch das Betriebsgebäude aufgestockt werden. Umkleide- und Waschräume fehlten. Außerdem sei das Flachdach auf dem Haus undicht. Ein weiteres Stockwerk kostet nach Prins Schätzung rund 300000 Euro.

 Der Klärschlamm ist ein weiteres Problem. Ab 2025 soll dessen landwirtschaftliche Nutzung komplett verboten werden. Dann muss noch mehr Schlamm in die Müllverbrennung. Schon heute bezahlt die Stadt dafür pro Jahr 140000 Euro. Prins schlug eine Trocknung des Schlamms vor, um das Volumen zu verringern und ihn besser brennbar zu machen. So behandelter Schlamm ließe sich auch von der Zementindustrie als Brennstoff verwenden. Die nötige Anlage würde 1,2 Millionen Euro kosten.

 Insgesamt kommt ein Investitionsvolumen von rund 4,7 Millionen Euro zusammen. Die Mitglieder des Bauschusses waren sich einig, die Ausgaben auf mehrere Jahre zu strecken. Neben dem besonders dringlichen Hochwasserschutz soll auch die Erweiterung der Nachklärung im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Rund 1,7 Millionen Euro sind für beides fällig. Bezahlt werden die Ausgaben aus der Abwassergebühr, die bei den Bad Bramstedter und Hitzhusener Haushalten und Firmen erhoben werden. Gebührenerhöhungen werden damit wohl unausweichlich.

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