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Ministerin besuchte Maienbeeck-Schule

Bad Bramstedt Ministerin besuchte Maienbeeck-Schule

Wie Integration in der Grundschule praktiziert wird, erfuhr Finanzministerin Monika Heinold (Grüne), als sie am Freitag die Grundschule Maienbeeck besuchte. Sie warb für eine Spendenplattform des Landes und erlebte gleich, wie diese bei der Integration ausländischer Kinder bereits geholfen hat.

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Finanzministerin Monika Heinold (von links) verschaffte sich einen Überblick über die Integrationsarbeit bei Schulassistentin Isabelle Clausen und Lehrerin Astrid Schlenger.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. 800 Millionen Euro hat das Land Schleswig-Holstein in diesem Jahr für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen eingeplant, viel Geld also, aber: „Der Staat braucht die Unterstützung der Bürgergesellschaft.“ Das sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne), die am Freitag die Grundschule Maienbeeck besuchte.

 In Bad Bramstedt fand die Finanzchefin des Landes ein vorbildliches Beispiel, wie die Plattform „www.wir-bewegen.sh“ funktioniert. Die vom SPD-Kommunalpolitiker Jan-Uwe Schadendorf betriebene „Gudruns Kinderstiftung“ hatte sich ihrer bedient, um 1500 Euro für Unterrichtsmaterialien zu sammeln. Die Idee dahinter: Gemeinnützige Organisationen melden dort ein soziales Projekt an, für das sie um Spenden bitten. Dabei wird auch eine Zielsumme genannt. Erst wenn diese erreicht ist, wird das Geld von den Spendern tatsächlich über Zahlungssysteme wie Paypal eingezogen. Auf diese Weise konnte „Gudruns Kinderstiftung“ die Grundschule Maienbeeck unterstützen, unter anderem ein Satz Tiptoi-Stifte beschaffen. Wenn die Kinder damit auf Bilder in entsprechenden Büchern tippen, erzählt der Stift ihnen, was es mit dem Abgebildeten auf sich hat, beispielsweise, welches Tier oder welche Blume sie sehen und welche Eigenschaften diese haben. „Interaktives Lernen“ nennt Hersteller Ravensburger das.

 Bestens geeignet sind diese Stifte vor allem für ausländische Kinder, die schnell Deutsch lernen sollen, und davon gibt es in der Grundschule Maienbeeck mit einem Ausländeranteil von fast 40 Prozent viele. Am Maienbeeck ist das DaZ-Zentrum für Kinder im Grundschulalter. DaZ steht für Deutsch als Zweitsprache. Flüchtlingskinder verbringen die ersten beide Schuljahre in der Maienbeeck-Schule, um dort Deutsch zu lernen. Danach können sie dann auch an andere, ihrem Wohnort näher gelegene Schulen wechseln. Für die Flüchtlingskinder war die Spendensammlung der Bramstedter Stiftung dann auch vorgesehen. Rektorin Christine Landscheck berichtete aber, dass die Unterrichtsmaterialien auch anderen Schülern zur Verfügung stehen.

 Das sei wichtig, betonte die Schulleiterin, „damit es nicht heißt, alles bekommen nur die Flüchtlinge.“ Das große Engagement ihrer Schule in Sachen Integration habe nämlich durchaus auch eine Kehrseite, erklärte sie der Ministerin. „Viele Eltern wollen ihre Kinder bei uns wegen des hohen Ausländeranteils nicht anmelden.“ Dabei funktioniere das Zusammenleben der Kulturen an ihrer Schule durchaus. „Streit zwischen deutschen und ausländischen Kindern gibt es so gut wie nie, eher schon zwischen ausländischen Kindern, die verfeindeten Volksgruppen angehören“, hat die Rektorin beobachtet. Und DaZ-Lehrerin Astrid Schlenger hob hervor: „Die Kinder bekommen bei uns durch das Zusammenleben eine hohe soziale Kompetenz vermittelt.“ Dabei sind die Kinder häufig weiter als die Eltern. Christine Landscheck muss sich von manchen Eltern auch schon mal rassistische Sprüche anhören. „Ich rate denen dann, sich eine andere Schule zu suchen.“

 Die in Hardebek aufgewachsene Ministerin sagte, die Spendenplattform werde vielfach für Flüchtlingsprojekte genutzt. „Das zeigt mir, dass das ehrenamtliche Engagement in Schleswig-Holstein noch immer hoch ist.“ Ohne dieses wäre die Integration der Flüchtlinge auch nicht zu leisten.

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