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Noch ist Platz für Flüchtlinge

Bad Bramstedt Noch ist Platz für Flüchtlinge

Von der Flüchtlingskrise in Deutschland ist in Bad Bramstedt vergleichsweise wenig zu spüren. Zurzeit leben 148 Flüchtlinge in der Stadt - gut ein Prozent Bevölkerungsanteil. Der Bau neuer Wohnungen könnte sofort beginnen, doch offenbar ist der Druck noch nicht so groß.

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Die Garagen der früheren Straßenmeisterei wurden von einem Bauunternehmer zu Wohnungen umgebaut und an die Stadt vermietet. Daneben steht noch ein Neubau, in dem ebenfalls Flüchtlinge wohnen.

Quelle: Jorid Behn

Bad Bramstedt. „Wir bekommen noch immer Mietwohnungen angeboten, sodass wir gerade noch so hinkommen“, erklärte Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach. „Die Stadt ist eben auch ein zuverlässiger Zahler, und wenn das Mietverhältnis endet, wird die Wohnung wieder in den vorherigen Zustand versetzt.“ In diesem Jahr fielen rund 300000 Euro Mietkosten an. Allerdings erstattet der Kreis Segeberg der Stadt die Miete. Ein geringer Betrag bleibt dennoch bei der Stadt hängen. Nur wenn die Wohnung auch tatsächlich belegt ist, zahlt der Kreis. Sind die Flüchtlinge ausgezogen, bleibt die Stadt auf der Miete sitzen, solange bis neue einziehen. Das kann wegen anstehender Renovierungsarbeiten oder Neueinrichtungen einige Tage dauern. Es komme durchaus auch vor, dass Familien, deren Asylantrag abgelehnt wurde, einfach ausreisen, ohne dass die Stadt es erfährt, berichtete Kütbach. Dann bezahlt die Stadt Miete für eine leerstehende Wohnung, ohne dass der Kreis die Kosten erstattet.

 Die Stadt hat zurzeit 48 Wohnungen gemietet, darunter 25 in der Kieler Straße in der umgebauten und erweiterten Straßenmeisterei. Dort hat auch das Amt Bad Bramstedt-Land einige Flüchtlinge untergebracht. Bei Bedarf könnten hier auch noch weitere Wohnungen entstehen. Eigentümer und Bauherr ist der Bad Bramstedter Bauunternehmer Andreas Glesmann.

 Pläne, ein leerstehendes Gebäude des Klinikums Bad Bramstedt zu mieten, um dort Flüchtlinge unterzubringen, wurden mittlerweile zurückgestellt. „Die Umbaukosten wären zu hoch“, sagt Kütbach. Stattdessen laufen zurzeit Verhandlungen mit Baugenossenschaften und privaten Bauunternehmen über die Errichtung eines Gebäudes auf dem Exerzierplatz des früheren Bundesgrenzschutzes am Raaberg. Die Bundespolizei benötigt ihn schon lange nicht mehr, der Bund hat den 7000 Quadratmeter großen Platz der Stadt verkauft.

 Die Stadt will hier nicht selbst bauen. „Wir besitzen keine Wohngebäude und daran soll sich auch nichts ändern“, erklärt Kütbach. Vielversprechend seien die Gespräche mit der Wankendorfer Baugenossenschaft und der Wobau Schleswig-Holstein. Die Wankendorfer hat der Stadt das sogenannte „Kieler Modell“ vorgeschlagen: Sie errichtet ein Haus mit mehreren Wohnungen und Gemeinschaftsküche. Es wird so konzipiert, dass es sich leicht umbauen lässt, sollten einmal keine Flüchtlinge mehr dort wohnen. Dann könnten durch Wandversetzungen vollständige Wohnungen mit Küchen entstehen, die altengerecht sind und an Senioren mit wenig Einkommen vermietet werden. Die Wankendorfer stört sich aber an der Lage am Düsternhoop gegenüber der Jürgen-Fuhlendorf-Schule. Für alte Menschen ist es von hier zu weit in die Innenstadt.

 Das Thema werde in den nächsten Wochen in den politischen Gremien der Stadt erörtert, kündigte der Bürgermeister an. Auf die lange Bank schieben will er es nicht. „Bis zum Jahresende hat der Kreis uns bis zu 50 weitere Flüchtlinge angekündigt aber angesichts des anhaltenden Zustroms kann keiner sagen, ob es nicht noch mehr werden“, erläutert Kütbach. Er bittet weiterhin, der Stadt leerstehenden Wohnraum anzubieten. Auch Sachspenden, vor allem Einrichtungsgegenstände und Kleidung werde weiter dringend benötigt.

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